Griechenland: So kann es nicht mehr weitergehen
Die Handelsumsätze sind im ersten Quartal 2011 um 17,5 % gefallen. Das ist ein Gradmesser für den Rückgang des Lebensstandards. Für einen grossen Teil der Bevölkeung geht es schon um das Essen und ein Dach überm Kopf. Und jetzt soll auf Geheiss der dominierenden EU-Staaten, vornedran Deutschland, und des IWF die Schlinge noch enger gezogen werden. Und es geht nicht um Aushalten für kurze Zeit, es geht um zehn oder zwanzig Jahre. Es geht um dauerhafte Verarmung, um den Rückfall in Lebensverhältnisse der "Dritten Welt". Die Rückzahlung der Schulden der Banken und der Regierung im Ausland, ja sogar schon die Zahlung der Zinsen, überfordert das Land. Die griechischen Geldsäcke zahlen nichts von dem, was sie an Schulden gemacht haben. Zahlen soll das Volk. Das ist nicht anders als in Deutschland auch, aber die Lasten, die dem Volk aufgebürdet werden sollen, sind ungleich grösser, schlicht nicht zu ertragen, unerträglich im wortwörtlichen Sinn.
Die Bewegung gegen die Verarmungspolitik und gegen den faktischen Kolonialstatus, den das internationale Grosskapital erzwingen will, ist stark und entschlossen. Aber die Arbeiterklasse und die "kleinen Leute" im allgemeinen befinden sich in einer verzweifelten Lage. Der Staatsapparat wird alle Mittel des Betrugs und der Gewalt einsetzen. Das Volk hat keine anderen Machtmittel als die Selbstorganisation - PAME, den klassenkämpferischen Flügel der Gewerkschaften, die Organisationen der Bauern, Gewerbetreibenden und Intellektuellen und KKE, die kommunistische Partei als Zentrum der Volksbewegung.
Es gibt bereits die ersten Drohungen von Regierungsseite, die Faschisten haben bereits Progrome veranstaltet, weitere Provokationen sind zu erwarten. Die Panzer stehen noch in den Kasernengeländen. Aber da stehen sie. Im Offizierskorps und bei der Polizeiführung sind noch Leute im Dienst, die schon der Militärdiktatur gedient haben, und die nachwachgewachsenen Führungskräfte sind von ihnen erzogen worden.
Für heute, Freitag, 3. Juni 2011, hat PAME zu landesweiten Aktionen aufgerufen. Gewerkschafter haben das Finanzministerium "symbolisch" besetzt und mit Transparenten behangen, auf denen die Forderungen des Volkes stehen.
Auf dem Atener Syntagmaplatz haben sich die Menschen nach dem Vorbild der Spanier versammelt und wollen dort ausharren, bis ihre Forderungen erfüllt sind.
Hier der Wortlaut der heute Vormittag von den Versammelten verabschiedeten Resolution:
| Resolution der Volksversammlung auf dem Athener Syntagmaplatz |
| Griechenland |
| Freitag, den 03. Juni 2011 um 09:47 Uhr
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Hier ein Statement der KKE zum Aufruf von PAME zu einem landesweiten Aktionstag: 3rd June 2011- Day of PAME Nationwide Activity On Friday morning hundreds of members and cadre of the All Workers’ Militant Front (PAME) carried out a symbolic occupation and blockade of the ministry of Finance which is in the centre of Athens and raised a huge banner over the building calling on the workers to organise the struggle for the overthrow of the anti-people policy. e-mail:cpg@int.kke.gr |
Seit längerer Zeit werden Enscheidungen über uns aber ohne uns getroffen. Wir sind Arbeiter, Arbeitslose, Rentner, Jugendliche, die auf den Syntagmaplaz gekommen sind, um für unser Leben und unsere Zukunft kämpfen. Wir sind hier, da wir wissen, dass die Lösungen für unsere Probleme nur von uns kommen können. Wir rufen alle Athener, Arbeitslosen, Renter,Jugendlichen, die ganze Gesellschaft auf, die Plätze zu besetzen und das Leben in die eigenen Hände zu nehmen.