Postbank-Streik

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Ein Streikbericht:

 

Postbank-Streiks fortgesetzt

 

 

Postbank_muenchen_Streik_051211_IMG_443406.12.2011: Um 5 vor 12 versammelten sich am Montag ca. 1000 Beschäftigte der Postbank München vor der Hauptgeschäftsstelle an der Paul-Heyse-Strasse in München (Nähe Hauptbahnhof - im Bahnhofsviertel - ) zum vorläufigen Abschluss ihrer 4-tägigen Aktionen und Warnstreiks gegen den geplanten Stellenabbau von rund 30% sowie diversen zusätzlichen Lohneinbussen, die im Zuge der Fusion/übernahme durch die DeutscheBank düster wie die Unwetterwolken über ihnen hängen. Dabei bemerkte eine junge Rednerin treffend, dass allein die Differenz von 27 Millionen Euro, die das DeutscheBank-Management im laufenden Jahr mehr verdient haben wird als das Management der Postbank, schon zur Sicherung der Postbankbeschäftigten reichen würde.

 

 

Nach Angaben von ver.di beteiligten sich rund 3.500 Beschäftigte der Postbank an den bundesweiten Streiks. Die Streiks richten sich gegen die Pläne des Postbank-Vorstands, im Rahmen der Integration in den Deutsche Bank-Konzern Bereiche der Postbank in neue Gesellschaften zu wesentlich schlechteren Bedingungen auszugliedern. Diese Pläne wurden zunächst für den Bereich der Kreditabwicklung vorgestellt, sollen jedoch auf zahlreiche weitere Bereiche ausgedehnt werden. Dabei sind drastische Einschnitte wie die Ausweitung der Arbeitszeit, die Kürzung des Jahresurlaubs und eine massive Absenkung der Gehälter vorgesehen.

ver.di fordert in den zurzeit laufenden Tarifverhandlungen einen Überleitungstarifvertrag für alle betroffenen Beschäftigten der Postbank AG und ihrer Töchter. So sollen die bisher bestehenden Tarifverträge in der jeweiligen Fassung weitergelten. Eine weitere ver.di-Forderung sind zehn Arbeitszeitverkürzungstage wegen der stetig zunehmenden Arbeitsbelastung; die Arbeitgeber haben eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit gefordert.

 

Hier das Flugblatt der DKP München, das sich an die streikenden Kolleginnen und Kollegen verteilt wurde:

 

An die Kolleginnen und Kollegen der Postbank,

 

Die DKP unterstützt euren berechtigten Kampf gegen die

 

unverschämten Kürzungsprogramme der Deutschen Bank.

 

Die Hiobsbotschaft für Tausende von Kolleginnen und

 

Kollegen heißt:

 

 

Ihr sollt in Zukunft für weniger Geld arbeiten

  

(bis zu zwei Jahresgehälter sollen euch gestrichen werden!), auf

 

Urlaubstage verzichten und eine höhere Wochenarbeitszeit

 

hinnehmen – die Verluste summieren sich auf bis zu 30

 

Prozent. Viele von Euch müssen nun um ihr Auskommen im

 

teuren München fürchten.

 

Erst Ende 2010 hatte die Deutsche Bank 52 Prozent der

 

Postbankaktien erworben und kaum ein Jahr später geht sie

 

zum Angriff auf die Belegschaft vor. ver.di fordert dagegen

 

einen Überleitungstarifvertrag, so dass die bisher bestehenden

 

Tarifverträge in der jeweiligen Fassung weiter gelten würden.

 

Und wegen der stetig zunehmenden Arbeitsbelastung will

 

ver.di zehn Arbeitszeitverkürzungstage durchsetzen –

 

angesichts von Frühverrentungen, von burn-out, von immer

 

häufiger auftretenden psychischen Erkrankungen eine nur zu

 

berechtigte Forderung.

 

Die gefährliche Entwicklung begann mit der Zerschlagung der

 

Deutschen Bundespost und ihrer Aufspaltung in drei

 

Teilbereiche1989 und ihrer dann folgenden Privatisierung 1994.

 

Trotz des heftigen Widerstands der Belegschaft konnte dies

 

nicht verhindert werden. Klaus Zumwinkel war es – er wurde

 

später durch Steuerhinterziehung in Millionenhöhe bekannt –

 

 

 

 

der die Postbank 2004 an die Börse schickte. 2008 wurde die

  

 

schrittweise Übernahme durch die Deutsche Bank vereinbart.

 

Hat die Bundesregierung damals auch an Garantien für die

 

Belegschaft gedacht?

 

Wegen der Wirtschaftskrise wurde der Übernahmevertrag 2009

 

verändert: mit der ersten Aktientranche von 22,9% wurde

 

zwischen Deutscher Bank und Deutscher Post eine

 

Pflichtumtauschanleihe vereinbart, die nach drei Jahren in

 

27,4% der Postbank-Aktien getauscht wurde. Im Klartext: Die

 

Bundesregierung stimmte zu, dass die Bezahlung der Postbank,

 

die auf einen Wert von 8 Milliarden Euro taxiert wurde, durch

 

die maroden Aktien der Deutschen Bank erfolgen durfte. Denn

 

die Deutsche Bank hatte wie andere Banken auch durch

 

Risikoanlagen jede Menge Schrott im Keller. Sie hatte damals

 

kein Privatkundengeschäft mehr – denn da gab es nicht so hohe

 

Profite wie beim Investmentbanking und beim Spekulieren –

 

aber in der Krise besann sie sich auf das sichere Geschäft. Da

 

war die Postbank mit ihren 14 Millionen Kunden genau das

 

richtige Opfer. Diese Entscheidung zahlt sich aus in barer

 

Münze: Mit fast 1 Milliarde trägt die Postbank am stärksten

 

zum Gewinn der Deutschen Bank im 3. Quartal 2011 bei.

 

Die Deutsche Bank wurde also gestützt und gerettet durch

 

Steuergelder – und jetzt nimmt sie sich die Postbankkollegen

 

vor und will sie auspressen, um höhere Gewinne zu

 

erzielen. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske betonte bei einer

 

Protest-Kundgebung in Hameln: "Wir werden nicht zulassen,

 

dass die Beschäftigten im Kunden- und Kreditgeschäft und beim

 

BHW mit ihren Arbeitsbedingungen für die Verluste der

 

Investmentsparte bei der Deutschen Bank bezahlen müssen. Die

 

Ackermänner dieser Welt kriegen den Hals nicht voll. Wir

 

müssen den Anfängen wehren und die Deutsche Bank von ihrer

 

Gewinnsucht heilen."

 

Ackermann ist übrigens nicht nur Chefberater von Frau Merkel,

 

sondern er betätigte sich in gleicher Funktion bei der

 

 

 

 

griechischen Regierung. Kein Wunder, dass die griechischen

 

Überweisungen direkt an die Banken gehen und die Griechen

 

auf Hungerkurs gesetzt wurden. Die Grenzen verlaufen nicht

 

zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten! Der

 

Kampf gegen die Ackermänner muss gemeinsam geführt

 

werden.

 

Herausgeber: Kreisvorstand der DKP München, Holzapfelstraße 3, 80339 München

 

V.i.S.d.P: Bernd Bücking, Hofangerstr. 171, 81735 München



Quelle: http://www.kommunisten.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=3149:postbank-streiks-fortgesetzt&catid=39:kapital-a-arbeit&Itemid=87





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