Rote Nelken ?
In Brasilien ist gerade ein Gesetz verabschiedet worden, das Unternehmer mit Strafe bedroht, die Frauen weniger Lohn zahlen als Männern mit gleicher Tätigkeit. - Zeit, dass etwas getan wird. Die Lohndiskriminierung der Frauen in Brasilien wird nämlich mit 30 % angegeben.
Im reichen Deutschland wird auch etwas für die Frauen getan, obwohl hier die Lohndiskriminierung nur noch um die 22 % beträgt. Frau Schröder redet den Unternehmern zu, eine "verbindliche freiwillige Selbstverpflichtung" einzugehen. Vorsichtshalber sagt sie nicht dazu, ob die Menschenfreunde, die das tun werden, anschliessend die Löhne der bei ihnen beschäftigten Frauen um 22 % erhöhen oder ob, der Gerechtigkeit wegen, die Männer dann um 22 % weniger kriegen sollen. Noch radikaler ist Frau Künast. Die fordert glatt, dass von fünf Managerposten zwei an Frauen zu vergeben sind. Vorsichtshalber sagt sie nicht dazu, ob sie gedenkt, in die Fussstapfen ihres Parteikameraden Joseph Fischer zu treten.
Ein Drittel der Frauen in Vollzeitarbeit verdienen im reichen Deutschland weniger als 1 800 Euro brutto. Bei den männlichen Kollegen ist diese Hungerlohn-Quote "nur" halb so hoch. Frau Schröder und Frau Künast werden daran nichts ändern. Entweder die arbeitenden Frauen ändern das selbst, indem sie in den Tarifbewegungen und mit politischen Kämpfen gleichen Lohn für gleiche Arbeit durchsetzen, oder die Diskriminierung bleibt bestehen. Für die Unternehmer ist sie ein Milliardengeschäft, auf das sie niemals freiwillig verzichten werden. Die Solidarität der männlichen Kollegen ist dabei in deren eigenem Interesse, weil der Missbrauch der Kolleginnen für Lohndrückerei auch ihnen schadet.
Eine rote Nelke am Internationalen Frauentag ? Das auch. Aber vor allem die Faust !