Wahrnehmung - angeschaltet, abgeschaltet

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Was kranichos in seinem opablog schreibt, wollt´ ich auch immer mal schon aufschreiben. Jetzt spar ich mir die Arbeit und verlinke einfach seinen Text:

 

http://opablog.twoday.net/stories/41784729/ 

 

Eine Bemerkung noch dazu:

 

Ich halte das für eine gesellschaftliche Krankheit ist, eine Art kollektives Alzheimer-Syndrom. Wir nehmen nichts mehr richtig ernst, nicht einmal das Leben unserer Kinder und nicht einmal das eigene. Die schnelle und flüchtige Aufgeregtheit bei Katastrophen, neuen Kriegen, irgendwelchen Skandalen, BLÖD und tagesschauheute also, ist wie Lebendigsein spielen, nachäffen. Es ist bloss ein Spiel, ein Als-ob, im nächsten Augenblick wieder vergessen, obwohl es sich doch oft um Dinge handelt, die vernünftige Menschen nicht vergessen dürften, bis sie geändert oder aus der Welt sind. Das ist, denke ich, ein Symptom von Sklaven-Daseinsweise. Man hat selber nichts in der Hand. Die Dinge kommen, wie sie kommen. Sachzwang. Freiheit verwandelt in die Geschicklichkeit beim Durchschlängeln, Anpassen, Überleben.

 

Es handelt sich wohl um die Agonie-Phase einer überlebten Gesellschaftsordnung, in der die Beherrschten nicht viel weniger verrückt sind als die Herrschenden. Die Götter müssen verrückt sein. Das ist ihre Daseinsweise. Die Beherrschten müssen nicht. Vernünftig können sie aber nur werden, wenn und indem sie ihre Götter erschlagen.

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Veröffentlicht in Kultur und Gesellschaft

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K
<br /> <br /> Hallo Sepp,<br /> <br /> <br /> in Deiner Nachbemerkung sprichst Du von "Sklaven-Dasein" und daß "die Götter verrückt" seien. Sie müßten erschlagen werden. Halte mich nicht für pedantisch, wenn ich festhalte, daß Du keinerlei<br /> Bezug zu dem, ich sage mal, theoretischem Geschütz von HHH (kürzlich hier auf dem Blog) herstellst. Ich behaupte, daß das kein Zufall ist.<br /> <br /> <br /> Kommunisten wie HHH formulieren reine (abstrakte) Lehrsätze, die leider zur Interpretation der Realität wenig leisten. Ich glaube sogar, daß sie unsere gelebte Realität des Realsozialismus<br /> weitgehend ausblenden. Da wo es ernst wird, findet sich die Floskel: "Fehler werden immer gemacht."<br /> <br /> <br /> Wenn ich es zeitlich hinkriege (und Interesse besteht), komme ich auf HHH nochmal zurück.<br /> <br /> <br /> Ja und danke für's Verlinken meines kleinen Beitrags (der eine ebenso kleine Fortsetzung kriegen soll, wieder 'ne Zeitfrage).<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Was HHH betrifft, bin ich ganz anderer Meinung. Er wird ja zur Zeit häufig im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen in der DKP zitiert. Das ist nicht "der ganze HHH", sondern eigentlich bloss<br /> ein eher abgelegener Winkel seiner Arbeit. Aber in dieser Auseinandersetzung haben seine Beiträge klärenden Charakter und helfen, kommunistische Grundpositionen zu verteidigen. Deren Verteidigung<br /> ist überlebensnotwendig für die DKP.<br /> <br /> <br /> <br />
K
<br /> <br /> Nicht Sklavendaseinsweise, Galgenhumor – die Ausweglosigkeit einer Situation vor Augen, da Alternativen nicht erkennbar. Der Menschheit wurde der Strick um den Hals gelegt, die Hände sind<br /> zwar frei, nur was wenn der Strick vom Hals genommen wird, solange der Henker als Gutmensch gilt?<br /> <br /> <br /> Liegt auch daran, dass Menschen mit allem Möglichen und Unmöglichen medial überschüttet werden, Probleme werden angehäuft die eigentlich keine Problem sind, oder nur ganz kleine, die großen<br /> Probleme damit verschüttend. Appelliert wird an die Gefühle, nicht an den Verstand! Sentimental zu jedem Anlas auf die Tränendrüsen gedrückt und nicht nach den Ursachen gefragt,, so das meistens<br /> die Tränen verbraucht sind, wenn es wirklich einen Anlas gibt diese zu vergießen. Andererseits macht die ganze Heulerei auch Blind, trübt zumindest den Blick.<br /> <br /> <br /> Dabei geht es weniger um Vergessen, sondern vielmehr ums Zuschütten, neue Nachrichten begraben die Alten, eine Flut von Informationen sorgt dafür dass Informationen so schnell wie sie<br /> erfolgten auch wieder verschwinden. Das eine Ereignis noch nicht einmal verarbeitet, drängen die nächsten Ereignisse ins Bewusstsein, ohne jedoch sich manifestieren zu können, da sie<br /> Bewussterweise schon verschüttet sind, wenn sie erkannt. Es könnte als eine Form ideologischen Kampfes gesehen werden, psychologische Kriegsführung gegen das eigene Volk!<br />   <br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Ja, das ist, was sie mit "Informationsüberfluss" meinen - die Leute "zuschütten".<br /> <br /> <br /> <br />