West-Sahara: besetzt, aber gluecklicherweise kein Oel
Im Gegensatz zu manch anderer Gegend, die der fuersorglichen Betreuung der freedom&democracy-Maechte in Sachen verletzter Menschenrechte anheim faellt, erfreut sich das Volk der West-Sahara eines gewissen Mauerbluemchendaseins. Weder die USA noch Frankreich noch Deutschland oder Grossbritannien sehen irgendeine Notwendigkeit, um gesetzlose Verfolgung, Einkerkerung, Folter, Verschwindenlassen missliebiger Personen und derlei Kleinigkeiten einen Rummel zu machen. Es rentiert sich nicht. In der Westsahara gibt es nichts als Sand, allenfalls ein wenig kaergliche Landwirtschaft und lokale Fischerei und derlei uninteressanten Kleinkram. Es gibt keinen Tropfen Oel, jedenfalls nicht, dass man wuesste. Wo aber keine Oelquellen zu erschliessen sind, lohnt sich auch keine Menschenrechts-Kampagne. Und diese West-Sahara ist ja noch nicht einmal ein politisch-strategisch interessantes Plaetzchen - Schwamm drueber, mag sie der Sand begraben.
In diesem Monat jaehrt sich zum 34. Mal die "Drei-Parteien-Uebereinkunft von Madrid" ueber die West-Sahara. Mit ihr entledigte sich das in seinen letzten Zuegen roechelnde Franco-Regime seiner unrentablen Kolonialherrschaft ueber das Gebiet. Gleichzeitig eroeffnete diese Uebereinkunft fuer das Koenigreich Marokko die Moeglichkeit des Zugriffs auf dieses Territorium und die Bevoelkerung, die auch genutzt wurde, mit Feuer und Schwert.
Seitdem ist die West-Sahara von Marokko okkupiert. Die Sahauris hatten die Wahl, unter dem neuen Unterdrueckungsregime zu leben oder in die Wueste zu fliehen. Ein Teil tat dies, ein Teil jenes. Es war in jedem Fll eine Wahl zwischen Pest und Cholera.
Ein Teil der sahaurischen Bevoelkerung lebt seit drei Jahrzehnten in Camps in der Wueste im Grenzgebiet zu Algerien. Die Lager sind wirtschaftlich nicht lebensfaehig, auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen, und die sahaurische Befreiungsfront - die politisch-militaerische Organisation der Sahauris - muss sie auch noch gegen marokkanische Zugriffs-Versuche verteidigen.
Hilfe kommt vor allem aus Spaien, zum Teil von der Regierung, zum Teil von der spanischen Linken. Die Regierung erhaelt sich mit dieser Patronage ein gewisses Mitspracherecht in der Region und hat damit gegen Marokko einen kleinen Trumpf in der Hand, was nuetzlich ist bei den gelegentlichen Reibereien, unter anderem wegen der spanischen Enklaven Ceuta und Melilla, auf die Marokko Anspruch erhebt.
Die spanische KP (PCE) fordert aus Anlass des 34. Jahrestags der "Drei-Parteien-Uebereinkunft":
- Schluss mit der Unterdrueckung, den Menschenrechtsverletzungen, sofortige Freilasssung aller politischen Gefangenen.
- Internationale Verurteilung der Gewalt und Folter, die von der marokkanischen Polizei und Armee in den besetzten Gebieten an der Bevoelkerung geuebt werden.
- Ein Referendum unter Aufsicht der UNO, in dem die Bevoelkerung selbst ueber ihre Zukunft entscheiden kann.
Bezug: http://www.pce.es/agenda/pl.php?id=1288
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