Zum Beispiel Zalando: "Das Kapital" hat Namen und Adresse.
Im Kapitalfeind Blog habe ich den folgenden Eintrag gefunden, den ich spiegele, weil ich meine, dass er gute Ideen enthält.
Ein Tag bei Zalando
In dem bekannten Werbespot von Zalando diskutieren einige Hippies über das neue Instrument der kapitalistischen Ausbeutung, welches mit Zalando auf sie gerichtet wird. Humorvoll und mit einem Augenzwinkern soll man diesen Werbespot wohl sehen. Das Fatale daran ist, aus Sicht der bei Zalando Beschäftigten Billigarbeitskräfte ist der Spot leider wörtlich zu nehmen und bitterer Ernst. Begleiten wir doch einfach einen Betroffenen zu Zalando, nach Großbeeren bei Berlin. Hier hat der Lohnausbeuter seine neueste Zweigstelle. Folgende Story ist ein Tatsachenbericht, den ein Leiharbeiter mir zugetragen hat. Viele andere Leiharbeiter haben mir die Fakten bestätigt.
Uwe hat sich den Job in seiner Leihbude wirklich nicht ausgesucht, aber nach langer Arbeitslosigkeit und mit 45 Jahren bekommt er in Brandenburg keine bessere Arbeit mehr. Für 6,80 die Stunde verrichtet er täglich extrem monotone und körperlich schwere Arbeit. Die Anstellungen wechseln manchmal täglich. Anfang Mai 2011 steht Uwe vor der Tür von Zalando in Großbeeren. Das ganze Gebäude erinnert an einen Gefängniskomplex und dieser Eindruck verstärkt sich, je länger er sich dort aufhält. 90% der Beschäftigten, wenn man sie überhaupt so nennen kann, sind Ausländer aus Polen, Rumänien, Russland und auch aus afrikanischen Staaten. Uwe ist nicht in der Lage wirkliche Kommunikation mit seinen Kollegen zu führen, da sie ganz einfach kein Deutsch sprechen. Der Vorarbeiter redet in Englisch. Die Arbeit beginnt mit einem schrillen Pfiff aus einer Trillerpfeife und auch der Beginn und das Ende der einzigen Pause wird damit bekannt gegeben. Die Arbeit ist monoton und besteht im Sortieren von Schuhen, was sonst. Auf dem Gang zur Toilette wird Uwe von einem Security begleitet.
Nach mehreren Tagen gelingt es Uwe dann doch noch mit einem polnischen Arbeiter zu kommunizieren, der etwas deutsch spricht. Er sagt, dass die Menschen jeden Tag mit Bussen von Polen hier her gefahren werden. Am Abend geht es wieder zurück. Der Stundenlohn für die ausländischen Beschäftigten, welche durch eine deutsche Zeitarbeitsfirma angeheuert werden, beträgt 3,50€. Zalando beutet seine Arbeiter in einem Maße aus, wie wir es eigentlich nur aus Ländern der dritten Welt kennen. All das geschieht mitten in Deutschland und wird durch die globalisierungsfreundliche EU Gesetzgebung erst möglich gemacht. Ausländische Arbeitnehmer werden damit zur fast kostenlosen Ware gemacht und dem Lohnverfall in Deutschland werden Tür und Tor geöffnet.
Es ist aller höchste Zeit, dass wir uns gegen Firmen und Konzerne wie Zalando zur Wehr setzen, welche uns gnadenlos ausbeuten und zurück ins vorherige Jahrhundert versetzen wollen. Dazu gehört nicht nur der strikte Boykott der Ausbeuter, sondern auch eine aktive Gegenwehr, wie sie nur eine außerparlamentarische Linke bieten kann. Ein drängen auf Mindestlohn und menschenwürdige Arbeitsbedingungen innerhalb der politischen Parteien, hat auch nach Jahren zu keinem Ergebnis geführt. Die Regierenden arbeiten alle für die globalisierten Konsortien und sind nur deren Ausführgehilfen. Der politische Widerstand muss aus kleinen autonomen Zellen kommen, welche unabhängig voneinander agieren und doch auf eine gewisse Weise vernetzt miteinander sind. Die Zeit, in der die bloßen Symbole des Kapitalismus angegriffen wurden ist vorbei. Es bringt keinen Nutzen Autos abzufackeln und es nutzt auch nichts, wenn wir uns am 1. Mai, in einem Anfall von ohnmächtiger Wut und Verzweiflung, mit Polizeikräften irgendwelche Scharmützel liefern. Das globalisierte Kapital muss ganz gezielt angegriffen werden.
Stellt den Lohndrückern und Ausbeutern Ultimaten und wenn sie diese nicht einhalten, dann greift sie an! Zalando, KIK, Liedl, die Beispiele sind fast unendlich. Man kann den Feind sehen und greifen, also packt ihn einfach!
Ausbeutung funktioniert nur dann, wenn es Menschen gibt, die sich ausbeuten lassen.
Quelle: http://kapitalfeind.blog.de/2011/05/21/tag-zalando-11189061/