Zwei Reden über Griechenland

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

In München gab es eine Veranstaltung ( link ), auf der Georgios Chondros sprach. Er ist Mitglied der Führung von SYNASPISMOS, einer Partei ehemaliger Kommunisten, die im Wahlbündnis SYRIZA eine zentrale Rolle spielt. SYRIZA soll jetzt in eine Partei umgewandelt werden.

 

Hier der Wortlaut der Rede:

 

http://www.kommunisten.de/attachments/3656_Rede_Georgios_Chondros.pdf

 

Eine andere Rede hielt die Vorsitzende der griechischen KP Aleka Papariga auf einem Treffen ( link ), zu dem die KKE in Brüssel eingeladen hatte.

 

Hier der Wortlaut ihrer Rede:

 

http://www.kommunisten.de/attachments/3642_Rede_Papariga.pdf 

 

Zwei Reden - zwei gegensätzliche Strategien. SYRIZA will an die Regierung innerhalb der herrschenden bürgerlichen Ordnung.

 

Die KKE will die Überwindung dieser herrschenden Ordnung und an ihrer Stelle die Volksmacht.

 

Die Gegensätzlichkeit hat auch theoretische Gründe. Die Politik von SYRIZA hat zur Voraussetzung, dass die Verarmung der griechischen Bevölkerung im Rahmen des Kapitalismus gestoppt und ein wieder menschenwürdigeres Dasein erkämpft werden kann mittels einer "linken", von Massenbewegungen unterstützten Regierungspolitik.

 

Die KKE hält das für unmöglich und daher die Politik von SYRIZA für eine Illusion und Täuschung. Sie hält daher SYRIZA für die letzte Reserve der bürgerlichen Ordnung. Die KKE sieht als einzigen Ausweg die Revolution, mit der die Arbeiterklasse im Bündnis mit den werktätigen Bauern, dem städtischen Kleinbürgertum, der Intelligenz - den Volksschichten - die Macht ergreift, das grosse Eigentum an den Produktionsmitteln enteignet und vergesellschaftet und seine eigene wirtschaftliche und politische Ordnung aufrichtet.

 

So steht jetzt die Frage in Griechenland. Sie wird binnen kurzer Zeit beantwortet werden.

Werbung

Veröffentlicht in Griechenland

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
K
<br /> Ich tue, was man nicht tun sollte, nämlich äußere eine Meinung, ohne die Artikel gelesen zu haben (Zeitproblem, will das Lesen unbedingt nachholen). Deine Fragestellung ist so punktgenau, daß sie<br /> eine Antwort provoziert:<br /> <br /> <br /> Innerhalb des Systems Verbesserung zu erkämpfen, verletzt ein marxistisch-leninistisches Herangehen in keiner Weise. (Idealerweise weiß eine solche Bewegung und läßt keine Zeifel daran, daß es<br /> weiter gehen muß.)<br /> <br /> <br /> Von der Notwendigkeit der Revolution kann man überzeugt sein, man muß aber wissen, wie man an sie herankommt. Sozusagen die "Mühen der Ebene" vor der Revolution.<br /> <br /> <br /> Ich meine nirgends (Griechenland, Portugal, Spanien, Island, Irland, Italien, Ägypten) gibt es ausreichend Voraussetzungen für (sozialistische oder auch nur radikaldemokratische)<br /> Revolution. <br /> <br /> <br /> Das Schwerste zum Schluß: Wer heute Revolution propagiert, muß absolut überzeugende Antworten geben, warum der Realsozialismus (also die realsozialistischen Revolutionen) gescheitert sind. Ich<br /> meine, daran besteht elementarer Mangel. (Auch die österreichischen Revolutionäre, die Du in letzter Zeit verlinkt hast (einen Artikel von Tibor Zenker habe ich gelesen) ersparen sich diese<br /> Antwort.)<br /> <br /> <br /> Es wird keine, bloß um gute Vorsätze angereicherte, Reanimierung von Lenins Erkentnissen, Strategie und Taktik geben.  <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Ich sehe die Sache in Griechenland so: Die KKE will mit allem, was ihr zu Gebote steht, einen Stimmungsumschwung zugunsten der Revolution herbeiführen, weil die Alternative dauerhaftes<br /> Massenelend ist. Es wird sich bald entscheiden, ob das gelingt. Ich bin  sehr besorgt, dass es nicht gelingt. Wenn nicht, werden die Karten anders gemischt. Dann ist geordneter Rückzug<br /> angesagt. Aber auf dem Stand ist die Sache nicht.<br /> <br /> <br /> Die KKE hat sich übrigens, ich glaube wie keine andere KP in Europa, in jahrelangen Diskussionen mit dem "realsozialismus" und den notwendigen Schlussfolgerungen aus seinem Scheitern<br /> auseinandergesetzt. Dazu gibt es viel zu lesen. Ich komme im Moment nicht dazu, das herauszusuchen. Kann sein, dass in meinem Blog unter der Rubrik Kommunisten was zu finden ist.<br /> <br /> <br /> In Österreich geht es um etwas ganz bescheidenes: Diejenigen Kommunisten, die meinen, die KPÖ sei keine kommunistische Partei mehr, versuchen offenbar Schritte, eine solche neu zu gründen. Dafür<br /> gibt es eine gewisse Basis - die KI (die mit den deutschen KIs nichts zu tun hat), den Kommunistischen Studentenverband und die Kommunistische Jugend. Viel wird davonabhängen, wie sich der<br /> KPÖ-Landesverband Steiermark dazu stellt, der in der KPÖ faktisch ein Eigenleben führt und der einzige Landesverband mit einem gewissen Masseneinfluss ist.<br /> <br /> <br /> <br />