2 Wiedervereinigungsgedichte

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner



Und sie fuellten die Plaetze,
Wo man Weiber hat und Wein,
Und sie fuehrten die Gesetze
Von ganz frueher wieder ein,
Stahlen auch mit langen Fingern
Land und Haeuser, Vieh und Brei,
Und ein Heer von Peitschenschwingern
Brachte uns Gehorsam bei.

Peter Hacks (aus: Die dreissig Tyrannen)

 
Verlockung

Die Tuer stand offen, doch das Haus
war fremd.
Beim Eintritt bemerkt`ich, dass die Tuere
klemmt.
Wohl dennoch drinnen, welch ein
Selbstgefall`n !
Da hoert ich seltsames Gelaechter
schall`n ...
Die Tuer war schon zu, verschlossen,
In einem fremden Haus voll fremder
Zeitgenossen.

Was bot ich feil ? Was hatte ich zu
bieten ?
In diesem Haus mit den fremden
Riten ?
So teuer nun bezahl ich, sitze drin.
Und die Gefangenschaft, sie ist mein
Hauptgewinn.
Geh nie durch fremde, offene, grosse
Tueren.
Sie sind als Grenze spaet, zu spaet
zu spueren.

E. Rasmus


geklaut bei: http://www.rotfuchs.net/Zeitung/Aktuell/RF-142-11-09.pdf   

 

__________________

update 6. Juli 2011:

 

E. Rasmus hat mich gerügt, weil ich den Wortlaut seines Gedichts nichtk orrekt wiedergegeben habe. Sorry. Der  von ihm übermittelte richtige Wortlaut steht jetzt oben, der fehlerhafte ist getiltet. 

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Veröffentlicht in DDR

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E
<br /> <br /> Ich habe überhaupt nichts gegen anderweitige Veröffentlichung meiner Gedichte, aber bitte korrekt! In der 5.Zeile steht im Original "Türe". Das<br /> hier nun fehlende e am Wortende führt zu einem Versmaßbruch, der sicher ungewollt infolge des verwendeten Umlaut-e, jedoch eine Qualitätsverstümmelung nach sich zieht.<br /> <br /> <br /> Hier noch einmal der auch im RotFuchs richtige Text:<br /> <br /> <br /> Verlockung<br /> <br /> <br /> Die Tür stand offen, doch das Haus<br /> <br /> <br /> war fremd.<br /> <br /> <br /> Beim Eintritt merkt’ ich, daß die Türe<br /> <br /> <br /> klemmt.<br /> <br /> <br /> Wohl dennoch drinnen. Welch ein<br /> <br /> <br /> Selbstgefall’n!<br /> <br /> <br /> Da hört ich seltsames Gelächter<br /> <br /> <br /> schall’n ...<br /> <br /> <br /> Die Türe war schon zu, verschlossen,<br /> <br /> <br /> In einem fremden Haus voll fremder<br /> <br /> <br /> Zeitgenossen.<br /> <br /> <br /> Was bot ich feil? Was hatte ich zu<br /> <br /> <br /> bieten<br /> <br /> <br /> In diesem Hause mit den fremden<br /> <br /> <br /> Riten?<br /> <br /> <br /> So teuer nun bezahl ich, sitze drin.<br /> <br /> <br /> Und die Gefangenschaft, sie ist mein<br /> <br /> <br /> Hauptgewinn.<br /> <br /> <br /> Geh nie durch fremde, offne, große<br /> <br /> <br /> Türen.<br /> <br /> <br /> Sie sind als Grenzen spät, zu spät<br /> <br /> <br /> zu spüren.<br /> <br /> <br /> E. Rasmus<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Sorry. Ich korrigiere das. Was die Umlaute betrifft,lag das an der damaligen Tastatur, auf der es keine gab. Das ändere ich bei der Gelegenheit auch.<br /> <br /> <br /> <br />