Andere Nachrichten: Coca Cola und Nestle in Kolumbien

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

In der kolumbianischen Gemeinde Bugalagrande will die Gewerkschaft Sinaltrainal bei Coca Cola und Nestle einen Tarifvertrag durchsetzen. Dazu hatte sie am 18. Maerz einen Forderungskatalog praesentiert. Am 1. Mai kam die Antwort. Die paramilitaerische Organisation "Schwarze Adler von Kolumbien" droht auf heimlich ausgelegten Zetteln:

"Guerilleros, ihr Hurensoehne, die ihr euch bei Sinaltrainal versteckt. Wir erklaeren den direkten und frontalen Krieg mit dem Ziel, diese Organisation und ihre Funktionaere ... auszuloeschen." Die auszuloeschenden Funktionaere werden namentlich aufgefuehrt. Es sind die Mitglieder der Kommission, die die Gewerkschaft fuer die Verhandlungen mit Coca Cola und Nestle eingesetzt hat.

Es handelt sich keineswegs um leere Drohungen. In der Amtszeit des gegenwaertigen Praesidenten Uribe, der sich der besonderen Geneigtheit der "westlichen Demokratien" erfreut, wurden bereits 480 Gewerkschafter ermordet. Uribe gilt im "Westen" als Verteidiger der "westlichen Werte", im Gegensatz zu den benachbarten Regierungen in Bolivien und Venezuela, wo die "Populisten" Morales und Chavez  freiheitsfeindliche sozialistische Ambitionen pflegen. Bei diesen beiden demokratisch anruechigen Laendern darf man nicht einmal mehr Gewerkschafter straflos umbringen lassen.

Nach einem Bericht, den Bruno Ruetsche zusammengesetllt hat, wurden in Kolumbien in den vergangenen 23 Jahren 9 900 Gewaltaten gegen Gewerkschafter veruebt, darunter 2694 Morde. In nur 1104 Mordfaellen wurden ueberhaupt Ermittlungen aufgenommen. In nur 90 Faellen wurden die Taeter verurteilt - "jedoch nur ... die materiellen Taeter, nicht die ... Drahtzieher", wie es in Ruetsches Bericht heisst.

(nach: http://visions-of-labor.org und www.labournet.de )
Werbung

Veröffentlicht in Lateinamerika

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post