Woerter
In der FAZ von heute wird ueber einen Angriff des afghanischen Widerstands berichtet, bei dem vier deutsche Soldaten zu Schaden gekommen sein sollen. Die Soldaten wurden VERLETZT; und zwar von TAETERN; bei dem Angriff handelte es sich um eine TAT.
Na und ? Dieses und:
Im deutschen Sprachgebrauch werden Leute, die gegeneinander Krieg fuehren, gewoehnlich nicht TAETER genannt, sondern Kombattanten oder, wenn man sie konkreter benennt, z.B. "gegnerische Einheit", "Aufstaendische" etc. . Die Vokabeln TAETER und TAT stammen aus einem anderen Wortfeld - dem der Kriminalitaet. So wird der afghanische Widerstand verbal von einem politisch-militaerischen Gegner in einen Haufen Kriminelle verwandelt. Die "Opfer" dieser "Kriminellen", naemlich die deutschen Soldaten, verwandeln sich damit automatisch in eine Art "Ordnungshueter", die von diesen "Kriminellen" nicht etwa VERWUNDET werden, wie es in der Militaersprache, sondern "verletzt". Hier faellt mir ein, dass die deutschen Soldaten, die neulich bei einem Gefecht umkamen, weil ihr Schuetzenpanzer in einen Tuempel fiel, nicht GEFALLEN sind, wie man es gewoehnlich nennt, wenn Soldaten im Kampf ums Leben kommen, sondern bloss "gestorben" sind (So heisst es auch offiziell auf einem Erinnerungsstein, den die Bundeswehr fuer sie aufgestellt hat).
Kleinigkeiten, nicht der Rede wert ?
Nein, es handelt sich um einen zentralen Teil der Kriegsfuehrung - die Propaganda. Die Kriegspropaganda hat den Feind schlecht zu machen und die eigene Seite zu glorifizieren. Das ist der andere Teil des Krieges - der an der Heimatfront. Der Krieg kann nur gefuehrt werden, so lange genuegend Menschen der Kriegspropaganda glauben oder zumindest so weit von ihr beeinflusst werden koennen, dass sie den Krieg dulden und diejenigen, die ihn betreiben, nicht zum Teufel jagen. Ohne diese Zustimmung oder Hinnahme koennte der Krieg nicht gefuhert werden.
Wer genau liest und hinhoert, wird finden: Es handelt sich um einen umsichtig ausgetueftelten Komplex von Vokabeln, die alle darauf berechnet sind, die Menschen in diesem Sinn zu manipulieren. Anstatt Krieg - Friedensmission, anstatt Niederschlagung eines Aufstands - robustes Mandat, anstatt Besatzung - Aufbauhilfe. Die Medien traeufeln das Gift, das die Wirklichkeit in den Koepfen der Menschen in psychedelische Wahnvorstellungen verwandeln soll, jeden Tag. Wir sind alle Junkies des Neusprech. Wie der Alkoholiker irgendwann nicht mehr checkt, dass er staendig besoffen ist, checken wir nicht mehr, wie grotesk verdreht die Realitaet in unserm Kopf gespiegelt wird, unter anderem, weil wir sie mit Vokabeln assoziieren, die auf sie gar nicht passen. - Und das nicht nur im Fall des Afghanistankriegs.
Na und ? Dieses und:
Im deutschen Sprachgebrauch werden Leute, die gegeneinander Krieg fuehren, gewoehnlich nicht TAETER genannt, sondern Kombattanten oder, wenn man sie konkreter benennt, z.B. "gegnerische Einheit", "Aufstaendische" etc. . Die Vokabeln TAETER und TAT stammen aus einem anderen Wortfeld - dem der Kriminalitaet. So wird der afghanische Widerstand verbal von einem politisch-militaerischen Gegner in einen Haufen Kriminelle verwandelt. Die "Opfer" dieser "Kriminellen", naemlich die deutschen Soldaten, verwandeln sich damit automatisch in eine Art "Ordnungshueter", die von diesen "Kriminellen" nicht etwa VERWUNDET werden, wie es in der Militaersprache, sondern "verletzt". Hier faellt mir ein, dass die deutschen Soldaten, die neulich bei einem Gefecht umkamen, weil ihr Schuetzenpanzer in einen Tuempel fiel, nicht GEFALLEN sind, wie man es gewoehnlich nennt, wenn Soldaten im Kampf ums Leben kommen, sondern bloss "gestorben" sind (So heisst es auch offiziell auf einem Erinnerungsstein, den die Bundeswehr fuer sie aufgestellt hat).
Kleinigkeiten, nicht der Rede wert ?
Nein, es handelt sich um einen zentralen Teil der Kriegsfuehrung - die Propaganda. Die Kriegspropaganda hat den Feind schlecht zu machen und die eigene Seite zu glorifizieren. Das ist der andere Teil des Krieges - der an der Heimatfront. Der Krieg kann nur gefuehrt werden, so lange genuegend Menschen der Kriegspropaganda glauben oder zumindest so weit von ihr beeinflusst werden koennen, dass sie den Krieg dulden und diejenigen, die ihn betreiben, nicht zum Teufel jagen. Ohne diese Zustimmung oder Hinnahme koennte der Krieg nicht gefuhert werden.
Wer genau liest und hinhoert, wird finden: Es handelt sich um einen umsichtig ausgetueftelten Komplex von Vokabeln, die alle darauf berechnet sind, die Menschen in diesem Sinn zu manipulieren. Anstatt Krieg - Friedensmission, anstatt Niederschlagung eines Aufstands - robustes Mandat, anstatt Besatzung - Aufbauhilfe. Die Medien traeufeln das Gift, das die Wirklichkeit in den Koepfen der Menschen in psychedelische Wahnvorstellungen verwandeln soll, jeden Tag. Wir sind alle Junkies des Neusprech. Wie der Alkoholiker irgendwann nicht mehr checkt, dass er staendig besoffen ist, checken wir nicht mehr, wie grotesk verdreht die Realitaet in unserm Kopf gespiegelt wird, unter anderem, weil wir sie mit Vokabeln assoziieren, die auf sie gar nicht passen. - Und das nicht nur im Fall des Afghanistankriegs.
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