Das Prinzip Einmischung

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Seit der Zerstoerung der Sowjetunion und damit der Aufloesung der Nachkriegsordnung befinden wir uns in einer Phase der weltweiten Neuaufteilung der Macht- und Einflussgebiete. Die USA als dominierende Macht und einige westeuropaeische Staaten, allen voran Deutschland, erheben den Anspruch, dass die uebrigen um die zweihundert Staaten sich dem unbeschraenkten Zugriff der grossen monopolistischen Kapitale auf ihre Volkswirtschaften oeffnen, sich bedingungslos dem Weltmarkt unterwerfen, ihre innere Ordnung unter die Aufsicht und Kontrolle der "internationalen Gemeinschaft" (der imperialistischen Staaten) stellen lassen. Diejenigen, die sich straeuben oder auch nur zoegern oder gar Widerstand leisten, droht die Menschenrechtung, die Friedensmission, die Invasion, die bunte Revolution, der Putsch, die Destabilisierung, der von aussen finanzierte und organisierte Buergerkrieg, die Aufstueckelung des Staatsgebiets, der Untergang als Staat, Besetzung und "nation-building" (das moderne Wort fuer die Installierung von Marionetten-Regimes); - Jugoslawien, Albanien, Somalia, Jemen, Sudan, Irak, Afghanistan, Ukraine, Georgien, Honduras, die Staaten mit Linksregierungen in Lateinamerika, das sozialistische Kuba, Nordkorea, Iran ... Jeder innere Konflikt wird sofort als Gelegenheit zur Einmischung benutzt, wobei es oft nahezu egal ist, welche Konflktpartei man unter seinen Einfluss stellt und zu Quislingen macht, weil es nicht um den Inhalt des Konflikts geht, sondern um die Einmischung.

In dieser schoenen neuen Welt laeuft aber nicht alles so, wie die freedom&democracy- und Kapitalexporteure es sich wuenschen. Das faengt schon damit an, dass sie zwar alle mehr oder weniger die selben zu erschliessenden Maerkte und Ressourcen im Auge haben, aber bei jedem moeglichen Beutestueck jedesmal die Frage steht, wer denn den groessten Teil und die Filetstuecke schnappen kann. Jede Beute kann nur einmal verschlungen werden - aber wer verschlingt ?! Das fuehrt zu komplizierten Koalitionen zwischen den Raeubern, zu egoistischen Alleingaengen, wo immer das moeglich ist, zu voruebergehenden, umkaempft bleibenden, instabilen Aufteilungen wie z.B. in den ehemaligen sozialistischen Staaten Osteuropas und auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien, wo die USA und Deutschland als Hauptrivalen, aber auch Grossbritanien, Frankreich, Italien und Spanien seit mittlerweile zwei Jahrzehnten darum ringen, wer wo was kriegt und wieviel davon.

Es laeuft auch deswegen nicht so problemlos in der schoenen neuen Welt, weil in der Staatenkonkurrenz neue Maechte herufkommen, allen voran die VR China. Welchen Einfluss China auf die aktuelle Staatenkonkurrenz nimmt und wie sich das auf die Expansionsstrategien der reedom&democracy-Staaten auswirkt, beleuchtet ein lesenswerter Artikel von  German foreign policy
www.german-foreign-policy.com/ , den secarts auf seine Seite gestellt hat: http://www.secarts.com . Titel:

Das Prinzip Einmischung 

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Veröffentlicht in Vom Besten im Westen

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