Bundestagswahlen 2009, Nachtrag

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die amtliche Statistik schluesselt die Bundestagsmitglieder u.a. nach ihrer Berufszugehoerigkeit auf. Fuer die 2009 gewaehlten Mandatare ergibt sich: unter die Kategorie "administrativ entscheidende Berufstaetige" fallen:

99 Abgeordnete der SPD (von 146)
107 Abgeordnete der CDU (von 194)
37 Abgeordnete der CSU (von 45)
27 Abgeordnete der Gruenen (von 68)
35 Abgeordnete der Linken (von 76)

Insgesamt also 305 Abgeordnete von 622.

Dazu kommen insgesamt, ueber alle Parteien verteilt, 28 Abgeordnete, deren Beruf unter die Kategorie "Unternehmensleitung und -beratung" faellt. Eine etwas groessere Gruppe stellen noch Akademiker aus wissenschaftlich-technischen Berufen.

Insgesamt sind etwa zwei Drittel der Mitglieder des Bundestags "Fuehrungskraefte" und/oder Angestellte mit Akademiker-Grad.

Es ist daher durchaus keine linksradikale Floskel, wenn man vom buergerlichen Parlament spricht. Es sind tatsaechlich die "hoeheren Kreise", die die Bevoelkerung repraesentieren. Vertreter der Normalbevoelkerung gibt es im Bundestag so gut wie nicht.

Man braucht sich also nicht zu wundern, wenn die Politik aus der "Sicht von oben" gemacht wird und nicht aus der Sicht der einfachen Arbeiter, Angestellten, Selbstaendigen und Arbeitslosen. Wie sollte aus deren Blickwinkel Politik gemacht werden, wenn sie so gut wie nicht im Bundetag vertreten sind ?!

Die soziale Zusammensetzung des Bundestags vermittelt auch einen Eindruck davon, wer in den Parteien das Sagen hat. Es sind die naemlichen "hoeheren Kreise", und zwar beinahe unabhaengig davon, um welche Partei es sich handelt.

Solange die "Normalos" das nicht aendern, aendert sich nichts.
Werbung

Veröffentlicht in Deutschland

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post