Arme Linkspartei
Auf dem Landesparteitag der Linkspartei Mecklenburg-Vorpommerns in Stralsund, der - natürlich rein zufällig - auf den 13. August gelegt wurde, liessen die Chefs des Landesverbands Holter und Bockhahn die Delegierten Männchen machen. Ohne vorherige Absprache sollten sie sich zu einer Schweigeminute erheben, im Gedenken an die "Mauer-Opfer". Die Delegierten machten brav, was die Obergurus anordneten, mit Ausnahme dreier Aufrechter, die sitzenblieben. Aufstehen wäre schon richtig gewesen - um Holter und Bockhahn vom Podium zu jagen. Aber man stand nicht deswegen auf, sondern um sich zu unterwerfen. Ein kollektiver Kotau wäre ehrlicher gewesen: Ja, auch wir verurteilen die DDR, distanzieren uns vom eigenen Leben und dem der vorangegangenen DDR-Generation, schaut, wir sind doch koalitionsfähig und (darauf kommt es Herren wie Holter und Bockhahn noch viel mehr an) ministrabel. Für gewisse Teile der Linkspartei, die einmal angetreten ist, um die Verhältnisse in der BRD grundlegend zu ändern und zu diesem Thema auch immer noch umfangreiche Papiere verfasst, gibt es keine Schamgrenze mehr und keinen Minimal-Level an Selbstachtung und Achtung vor den historischen Leistungen der DDR.
Der Schande wird nachträglich noch eins draufgesetzt: Gegen Marianne Linke, eine der sitzengebliebenen Aufrechten, soll ein Parteiausschlussverfahren geführt werden, wg. parteischädigenden aufrechten Sitzenbleibens.
Noch Näheres zum demokratischen Sozialismus steht hier:
http://dierostigelaterne.wordpress.com/2011/09/25/die-linke-will-eine-linke-linken/