Berlin: Linke Linke in der Linkspartei.

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Die Linkspartei in Berlin veranschaulicht mit ihrer Regierungspolitik, dass es mit dem Linkssein nicht weit her ist oder, anders gesagt, dass es sich um ein Linkssein handelt, das der Sozialdemokratie zum Verwechseln ähnlich sieht - und zwar einer Sozialdemokratie nicht einmal im traditionellen Sinn des Reformismus, sondern einer "neoliberal" forgeschrittenen. Der vielfach formulierte Anspruch der Linkspartei, man wolle die parlamentarische Vertretung der Interessen der "kleinen Leute" - im Falle Berlins auch Beteiligung an einer Regierung - mit der Organisierung von sozialen Bewegungen verbinden und dies Letztere habe sogar Vorrang, wird in der Berliner Praxis - und nicht nur dort - als  papierenes Versprechen vorgeführt. Die Rolle der Linkspartei-Regierungskoalitionäre in der Kampagne für die Rekommunalisierung der Wasserversorgung ist ein Beispiel dafür, dass eine Linkspartei an der Regierung unter den gegebenen Verhältnissen den Interessen der Masse der Bevölkerung nicht nur nichts nützt, sondern ihnen sogar schadet, weil es Menschen davon abhält, ihre Interessen zu verfolgen oder sie darin zögerlich macht - mit Rücksicht auf "unsere Leute in der Regierung". Die Taktierereien und die Verwirrspielchen der Linkspartei-Regierungsfunktionäre sind dabei nicht weniger windig und auf Täuschung und Demobilisierung sozialer Bewegungen gerichtet, als die gewöhnlicher sozialdemokratischer Funktionäre, die unter dem Label SPD firmieren.

 

Jetzt stehen in Berlin Wahlen an. Die Rechnung für die kapitalfromme und sich der SPD unterordnende Poltik der Linkspartei-Vertreter kann fällig gestellt werden. Der Linkspartei kann von ihrer bisherigen Wählerschaft gezeigt werden, dass als Linkspartei firmieren und SPD-Politik machen bestraft wird. Das ist die Stunde der "linken Linken in der Linkspartei". Vielleicht lässt sich ja ein Teil der Entäuschten damit bei der Stange halten, dass man "fordert", so könne es nicht weitergehen ? ( http://www.leipziger-kritiken.de/2011/03/kein-weiter-so/ ) Die Logik des "kleineren Übels" soll die Prozente sichern. Das ist die haargenau die selbe "Logik", mit der die SPD die Wählerinnen und Wähler jahrzehntelang gefoppt hat. Ach, es ist ja irgendwie doch Linkspartei, es gibt ja in der Partei Leute, die ehrlich für "Systemveränderung" sind, das ist ja immer noch besser als gleich SPD (Im Fall der SPD war und ist das: "Das ist ja immer noch besser als CDU".)

 

In diesem Sinn konsequent, formieren sich jetzt "linke Linke in der Linkspartei" zu einer "linken Strömung". Eine "linke Strömung" in einer Linkspartei ist für sich genommen schon unfreiwillige Komik. Und nach dem Wahltag hat diese "linke Strömung" wieder ausgedient, die alten Karrieristen und Ankömmlinge (und vielleicht ein paar noch nicht zum Zug gekommene Neue) besorgen im Erfolgsfall wieder das Alltagsgeschäft.

 

Die Wählerinnen und Wähler, die diese Spielchen nicht mitmachen und den Trend der Linkspartei zu einer gewöhnlichen sozialdemokratischen Partei aufhalten wollen, haben jetzt einen Trumpf in der Hand. Sie können DKP wählen. Ein paarzehntausend Stimmen für die Kommunisten wären ein weite wirksameres Stoppsignal, als sich von einer "linken Linken in der Linksparte" wieder einmal trotz allen Würgens für das Kreuzchen bei der Linkspartei ködern zu lassen. Das wäre nicht nur für Berlin von Bedeutung, sondern ein bundesweites Signal. Und im Unterschied zu den Postenjägern in der Linkspartei ist auf die Kommunisten Verlass.

 

 

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J
<br /> <br /> Genau, lasst uns die paar linken Wähler geschickt auf mehrere Parteien verteilen, so dass am besten gar keine von ihnen ins Parlament kommt und nicht mal mehr jemand was gegen das Imperium SAGT.<br /> Hat für die Volksfront von Judäa auch gut geklappt.<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Besteht wirklich die Gefahr, dass die Linkspartei in Berlin rausfliegt ? Und wenn nicht, ist es dann nicht vernünftig, eine KONSEQUENTE linke Partei wie die DKP stärker zu machen - auch als Hilfe<br /> für diejenigen in der Linkspartei, die ein noch weiteres Abdriften in Richtung SPD aufhalten wollen ?<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Tja Sepp, abgesehen davon dass die Linke auch nicht mehr das ist, was sie nie war, muss leider richtig konstatiert werden, dass der neoliberale Mainstream ALLE Parteien als gefährliche<br /> Unterströmung unterspült! Wer was werden will, wie der SPD-Kanzlerkandidat 2012(?) Steinbrück, der steht auf einem wirtschaftspolitischen Standpunkt von dem aus gesehen der Seeheimer-Kreis einen<br /> linksradikalen Chaotenhaufen darstellt ;-))<br /> <br /> <br /> Egal, wie's verpackt wird: Es ist immer Neocon drin!<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> "Egal, wie's verpackt wird: Es ist immer Neocon drin!" . So ist es. <br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />