Brief von Egon Krenz an den Bundespräsidenten

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Egon Krenz Dierhagen, den 23. August 2011

An den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

Herrn Christian Wulff

Schloss Bellevue

Spreeweg 1

10557 Berlin


Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

nachdem Ihr Vorgänger im Amt 2009 wahrheitswidrig behauptete, die DDR-Führung habe im Oktober 1989 in Leipzig Panzer auffahren lassen und Schießbefehl erteilt, nennen Sie in Ihrer Rede zum 13. August die Politik der DDR „verbrecherisch“. Dass Sie als Staatsoberhaupt der Bundesrepublik der ostdeutschen Bevölkerung bescheinigen möchten, in einem Verbrecherstaat gelebt zu haben, mag Ihnen aus manchen Richtungen Beifall bringen. Ob Sie auf diese Art die noch unvollendete innere deutsche Einheit voran bringen, wage ich zu bezweifeln. Mich beunruhigt, dass in den drei zurückliegenden sogenannten Erinnerungsjahren von 2009 bis 2011 Worte wie „Versöhnung“ und „Aussöhnung“ die Ausnahme waren. Die offiziellen Erinnerungen waren eher politisch einseitig und rückwärtsgewandt, nicht dazu angetan, die komplizierten Probleme der Gegenwart und Zukunft zu lösen.

Seit 1990 erklären Personen, die nie in der DDR gelebt haben, den Ostdeutschen permanent, wie ihr Leben in der DDR gewesen sein soll. Das empfinden immer mehr von ihnen nicht nur als Hochmut, sondern auch als bedrückend und beleidigend. Es verletzt zweifellos das Selbstwertgefühl all derer, für die die DDR Heimat war. Wenn - wie soziologische Untersuchungen belegen – noch immer fast zwei Drittel der Ostdeutschen sich als Bürger zweiter Klasse fühlen, hat dies natürlich viel damit zu tun, dass es für sie in der Bundesrepublik weder gleichen Lohn für gleiche Arbeit noch gleiche Renten für gleiche Lebensleistungen gibt. Der Unmut wird aber gleichzeitig genährt durch den Umgang der Bundesrepublik Deutschland mit der Geschichte der DDR und den Biografien vieler ihrer Bürger. Sie empfinden die Art und Weise der Propaganda über die DDR-Vergangenheit demütigend und zunehmend auch als ein Gemisch aus Wahrheit, Halbwahrheit und Lüge. Ich frage mich, wären in einer so komplexen Angelegenheit wie der Beurteilung der Geschichte des 20. Jahrhunderts nicht größere politische Souveränität, Objektivität und Sensibilität auch des Bundespräsidenten angebracht?

Sensibilität vermisst man auch an einem anderen Punkt: Wenige Wochen vor dem 13. August jährte sich zum 70. Mal der Tag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion. Meines Wissens hat die Bundesrepublik an dieses Ereignis nur sehr bescheiden erinnert. Das ist bedauerlich, weil es zwischen dem 22. Juni 1941 und dem 13. August 1961 einen geschichtlichen Zusammenhang gibt. Weil die Westmächte und die Bundesregierung 1952 die sogenannte Stalinnote für freie Wahlen in ganz Deutschland ablehnten, verlegte die sowjetische Regierung die erste Verteidigungslinie ihrer Streitkräfte an Elbe und Werra. Ihre Überlegung war: Nie wieder sollten deutsche Truppen so dicht an sowjetischen Grenzen stehen wie in jenem Kriegsjuni 1941. Das gehörte zu dem Preis, den wir für den verlorenen Krieg an das Land zahlten, das durch deutsche Schuld 28 Millionen Tote zu beklagen hatte. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass die ökonomischen Lasten, die damit verbunden waren, auf deutschem Boden allein die DDR getragen hat.

Damals hieß es in dem Staat, aus dem Sie kommen: Die DDR sei der „Kettenhund Moskaus“, der „verlängerte Arm des Kreml“ oder einfach die „Sowjetzone“. Heute hört man solches offiziell nicht mehr. Jetzt soll die DDR das Böse, das Verbrecherische schlechthin gewesen sein. Ihr wird sogar unterschoben, Stalin und Chruschtschow gedrängt, überredet und verführt zu haben, gegen den eigenen Willen die Grenze quer durch Deutschland gezogen und eine Mauer gebaut zu haben. Nach dieser Theorie hätte sich die Sowjetunion ohne Ulbricht natürlich ganz anders entschieden. Sie hätte freiwillig die Resultate des Zweiten Weltkrieges, zu denen auch die DDR gehörte, zu Gunsten des Westens korrigiert. Welch ein irrsinniges Geschichtsbild! Wer aber heutzutage von diesem abweicht und auch nur vage versucht, das Verhalten der DDR in historische Zusammenhänge zu stellen, wird als „Ewiggestriger“, als „Verklärer“, als „Nostalgiker“, als „Stalinist“, als „Schänder des Andenkens der Opfer“ oder als „Täter“ diffamiert, der nichts gelernt habe. Was ist das nur für eine Gesprächskultur, die sich in diesem Lande entwickelt hat?

Es ist doch widersinnig, so zu tun, als wäre die alte Bundesrepublik der Hort alles Guten und Schönen der deutschen Geschichte und die DDR das Werk von Verbrechern. Ich will nur daran erinnern, dass sich in diesem Monat zum 55. Mal jener Tag jährt, an dem 1956 in der Bundesrepublik die KPD verboten wurde. Gegen mehr als 250 000 Andersdenkende wurden Ermittelungsverfahren eingeleitet. Über 10 000 von ihnen erhielten erhebliche Zuchthaus- und Gefängnisstrafen. Rehabilitiert ist bis heute niemand. Auch die vielen Berufsverbote sind Menschenrechtsverletzungen. Mir liegt es fern, Unrecht gegeneinander aufzurechnen. Aber: Dass es Unrecht nur in der DDR gegeben haben soll, ist doch ein Schönreden der alten und der neuen Bundesrepublik. Ehrliche Geschichtsschreibung kommt zwangsläufig zu dem Schluss, dass das Unglücksdatum der Deutschen nicht der 13. August 1961, sondern der Machtantritt Hitlers am 30. Januar 1933 war. Ohne ihn hätte es keinen Krieg, keine Besatzungszonen, keine zwei Währungen, keine zwei deutsche Staaten und folglich auch keine Grenze zwischen ihnen gegeben. Auf diesen Zusammenhang hat übrigens der in Ost und West geachtete Altbundespräsident Richard von Weizsäcker schon vor Jahren hingewiesen.

„Keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg“ soll bekanntlich US-Präsident Kennedy den Mauerbau kommentiert haben. Und genau das ist der Punkt, an dem sich noch heute die Geister scheiden: Akzeptiere ich, dass es 1961 eine reale Kriegsgefahr gab oder unterstelle ich bösartig, dass die Führungen in Moskau und in der DDR-Hauptstadt kriminelle Vereinigungen waren, die sich nur damit beschäftigten, ihren Völkern Ungemach zu bereiten. Dass man 1961 in Moskau und Berlin mit einem möglichen Krieg gerechnet hat, belegen nicht nur Dokumente aus DDR- und UdSSR-Archiven, sondern auch Zeitzeugnisse westlicher Politiker. Franz-Joseph Strauß, damals Bundesverteidigungsminister, zum Beispiel erinnerte sich: „Für den Fall, dass der von den Amerikanern geplante Vorstoß zu Lande nach Berlin von der Sowjetunion aufgrund ihrer Überlegenheit aufgehalten werde, hätten die USA die Absicht, bevor es zum großen Schlag gegen die Sowjetunion komme, eine Atombombe zu werfen und zwar im Gebiet der DDR...“ („Erinnerungen“, Seite 388). Dass die Grenze zwischen zwei gesellschaftlichen Weltsystemen und zwei sich feindlich gegenüberstehenden Militärblöcken, an der auch sowjetische Atomwaffen stationiert waren, heutzutage als „innerdeutsch“ verharmlost wird, sei nur der Korrektheit wegen erwähnt. Dass es an dieser Grenze zivile und militärische Opfer gab, ist bedauerlich. Ich kenne keinen Verantwortlichen aus der DDR- Führung, für den nicht jeder Tote und Verletzte an der Grenze einer zu viel war. In Anwesenheit von Angehörigen von Opfern habe ich schon 1997 in meiner Erklärung vor dem Berliner Landgericht ausführlich darüber gesprochen.

Sie, Herr Bundespräsident, haben den Anspruch, Präsident aller Deutschen zu sein. Man kann die DDR-Gesellschaft nicht nur in „Täter und Opfer“ teilen. Es gab nicht nur Oppositionelle. Viel mehr Menschen haben sich aus Überzeugung für die DDR eingesetzt und gern in ihr gelebt. Man kann den Staat DDR nicht willkürlich von den Menschen trennen, die ihn getragen haben. Viele von ihnen wollen es nicht mehr hinnehmen, dass ihr einstiges Land auf „Mauer, Stacheldraht und Staatssicherheit“ reduziert wird. Sie wissen wie ich: Recht und Rache sind gleichzeitig nicht zu haben. Wer, wenn nicht der Bundespräsident, sollte damit beginnen, zu einen - statt auszugrenzen? Einen „Schlussstrich“ unter die Geschichte

will auch ich nicht. Eine sachliche, historisch wahrheitsgetreue Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte beider deutscher Staaten steht erst noch aus. Die DDR-Geschichte kann nur im Kontext mit der bundesdeutschen Geschichte bewertet werden. Nicht im Vergleich oder gar im Gleichsetzen mit dem verbrecherischen Naziregime.

Ich bin mir nicht sicher, ob Ihnen Ihre Mitarbeiter diesen Brief vorlegen und Sie ihn lesen. Wenn ich dennoch schreibe, hängt dies damit zusammen, dass ich kürzlich die kleine Schrift des über 90jährigen Franzosen Stèphane Hessel „Empört Euch!“ gelesen habe. Er erinnert an die Botschaft von Nelson Mandela, der auf Aussöhnung statt auf ideologische Konfrontation setzte. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass dies auch in Deutschland gelingen könnte. Sie, Herr Bundespräsident, haben es in der Hand, dies zu befördern.


Hochachtungsvoll


Egon Krenz

 

Quelle: http://ddr-kabinett-bochum.blogspot.com/

 

 

Werbung

Veröffentlicht in Deutschland

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
G
<br /> <br /> Sie haben natürlich einen Vorteil, sie kennen sich mit den marxistischen Fachtermini besser aus und können diese auch korrekt einordnen.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Ich habe nichts gegen die Entwicklung der Pk, ich finde sehr wohl dass die derzeitigen politischen Verhältnisse dieser Entwicklung in Kuba entgegenstehen. Nur war mir auf dem ersten Blick ihr<br /> Vergleich nicht klar...<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Das sich C ökonomisch prächtig entwickelt ist mir nicht entgangen, ich kann dort nur hoffen, dass die Belange der Ökologie endlich befolgt werden. C eigene Technologien entwickelt und sich nicht<br /> mehr mit Schadstoffen aus der Elektronikindustrie, siehe Apple, selbst zu müllt. Denn die machen satte Gewinne... Das die Menschen pro c. Regierung sind, weil die Wirtschaft funktioniert muss<br /> nicht unbedingt ein Plus sein, denn das ist bürgerliches Denken.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Wenn ich mir den SPIEGEL so ansehe, dann lauten die Informationen dort etwas anders. Der Dalai Lama ist mir völlig gleich und die Uiguren eigentlich auch. Ich sage: Wer zusammen lebt, kann auch<br /> zusammen arbeiten, man kann es auch rumdrehen. Nur: Wo wird denn in sozialistischen Ländern wirklich zusammengearbeitet? Wo ist sie denn, diese neue politisch-ökonomische Kultur? Nur so kann man<br /> auf lange Sicht das bürgerliche System knacken, durch Partizipation, nicht durch Bevormundung.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Zusammengefasst macht es für mich keinen Sinn mit Marx an die Verhältnisse in China ranzugehen, weil ich das Land zu wenig kenne und die wichtigen Informationen meistens fehlen. Zumal ich mich<br /> eher frage wieso man das überhaupt so machen muss, ich verstehe es ja, aber ich glaube, dass die politische Ökonomie und der hdM nur ein Teil der "Warnehmung" sein können, wenn auch ein ganz<br /> wichtiger.<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> China: Ich trau mir nicht zu zu beurteilen, ob das, was da gemacht wird, unabdingbar notwendig ist, obwohl die kapitalistischenEntwicklungselemente ja eine zerstörerische Wirkung aufdas<br /> kulturelle und gesellschaftliche Leben haben. Ich konstatiere, dass das versucht wird und hoffe, dass dabei herauskommt, was beabsichtigt ist - eine sozialistischen gesellschaftlichenBeziehungen<br /> adaquateBasis an Produktivkräften. OB das herauskommt halte ich für noch nicht ausgemacht. Die nächsten Jahrzehnte werden die Antwort geben.<br /> <br /> <br /> <br />
G
<br /> <br /> Ich behaupte nicht, dass Lenin vom Tisch ist, dass sagt die Linke (anonym) im allgemeinen. Finde ich persönlich auch nicht richtig, denn seine Imperialismustheorie ist gnadenlos stringent. Kann<br /> man nicht anders sagen.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Ja, man hätte auch annehmen können, dass der Imp. im Rückzug ist. Nur saugt der fleißig die Mrd. aus der 3. Welt ab und finanziert seine Abenteuer, damit sie später von den befreiten<br /> Bevölkerungen beglichen werden. Hat im Irak nicht so richtig funktioniert.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Eigentlich war die USA schon tod, da musste China Mrd. in den Topf des IWFs stecken, klar, die wollen Einfluss. Aber China glaubt doch nicht im Ernst, dass das so eintreten wird, oder?<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> China nach meinem Geschmack? Oh ja, am liebsten Apfelkuchen mit Puddingfüllung. Nein, mal im Ernst, ich bin wieder etwas verblüfft!<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Ich glaube China ist nicht unbedingt mein Fachgebiet, ich lese zwar viel, aber die asiatische Kultur des Lebens verstehe ich nun überhaupt nicht, ich bin ja ein Weißer. China ist schwierig und<br /> sehr widersprüchlich, ich denke einfach, dass das soz. Experiment dort an der Bürokratie und am Willen der Chinesen scheitern wird. Es wird eine starke Nomenklatura geben (die es schon jetzt<br /> gibt) die irgendwann das Ruder in die Hand bekommt um diesen Zentralstaat in ihrem Interesse gegen die Wand zu fahren. Zweitens kann ich mir sehr schwer vorstellen, wie Menschen aus einer<br /> aggressiv kapitalistischen Kultur kommend, nun eine sozialistische (Lebens-) Kultur entwickelt werden sollte. Die KP regiert ja, das ist ja ein riesiger Widerspruch in sich. Mag sein, dass bisher<br /> vieles nach Plan läuft, das auf dem Land aufgeholt wird, das die Pk sich weiterentwickeln, aber man kann eine Gesellschaft nicht in ein so geplantes Korsett zwingen. Die Entwicklungsphase um in<br /> den Sozialismus hineinzuwachsen dauert viel zu lang, mag sein, dass das objektiv so ein muss.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Aber ich finde, dass organisierte Kommunisten immer das Persönliche Wirken, Handlungs- und Lebensweisen der Menschen oder der Gesellschaft und Kulturen minder bewerten. Es wird immer von einem<br /> abstrakten Plan ausgegangen, dem entsprochen werden muss.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Es gibt in China so unglaublich viel Korruption, brennende Polizeiwachen und Parteibüros, dass ich mich echt wundere wie dort Macht wahrgenommen wird. Ich meine von beiden Seiten. Wenn also dort<br /> nur irgendwo eine wirklich große Demo entsteht und Gründe dafür gibt es ja reichlich, dann sind die Millionen Menschen von der Polizei nicht mehr zu halten.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Ich würde mir viel mehr Mut zur Partizipation in den Staatsbetrieben wünschen. Mitsprache der einfachen Leute in der Kommune. Dann erledigt sich das von selbst mit dem demonstrieren auf der<br /> Straße. Niemand kann die Kommunisten davor bewahren diesen Schritt zur Volksdemokratie zu gehen, oder sie werden gegangen... Und das ist auch der Sinn des Experimentes!<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Aber höchstwahrscheinlich wollten sie etwas über Lenins Rolle in China wissen? Oder etwas anderes, aber dazu kann ich nichts sagen. Ich habe mich auch nicht mit Mao beschäftigt...<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Es sind viele Beiträge in der jW zu lesen, aber das ist nur Ökonomie. Wo ist denn die Gesellschaft? Der Mensch? Der Umweltschutz? jW...<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Dass China "nach Ihrem Geschmack" sein könnte, dachte ich dehalb, weil Sie im Fall Kubas mit der Notwendigkeit der Entwicklung der Produktivkräfte argumentiert haben, die von den dortigen<br /> politischen Verhältnissen angeblich behindert wird. Jetztweiss ich also, dass meine vermutung falsch war.<br /> <br /> <br /> "Wenn also dort nur irgendwo eine wirklich große Demo entsteht und Gründe dafür gibt es ja reichlich, dann sind die Millionen Menschen von der Polizei nicht mehr zu halten." - Ich glaube nicht,<br /> dass die Lage in China so ist. Die Politik der Partei hat durchaus breite Unterstützung. Das land kommt voran wie nie in seiner Geschichte. Ein Teil Unzufriedenheit, die sich politisch äussert<br /> und immer wieder auch gewaltsame Formen annimmt, ist berechtigt, und in diesen Fällen steht die Partei- und Staatsführung meistens auf der Seite der Protestierenden (s. jüngste Streikbewegung,<br /> Proteste gegen den Unterschleif von Entschädigungen für Umsiedlung etc.). Natürlich versuchen die vom Westen unterhaltenen Einflussorganisationen und chinesische "Kreise", denen am Umsturz<br /> gelegen ist, jedesmal, auf solche Bewegungen in ihrem Sinn Einfluss zu nehmen und sie zu benutzen. Der "Uigurische Weltkongress, Sitz Washington und München, scheint einen gewissen Einfluss<br /> zu haben; natürlich auch der exiltibetishe Lamaismus. Aber ihre Ausgangsbehauptungen - nationale Unterdrückung - sind propagandistischer Quatsch und sie werden damit nicht viel reissen, so<br /> lange es wirtschaftlich vorwärts geht.<br /> <br /> <br /> <br />
G
<br /> <br /> Mich hat irgendwie der Ausdruck "irrsinniges Geschichtsbild" irritiert, denn es war doch klar, dass die ihr Eigentum wiederhaben wollen. Und waren dabei doch sehr sehr konsequent, dass sich die<br /> DDR und auch die SU die Hochrüstung nicht leisten konnte war doch der SED und KPdSU völlig klar, aber sie haben weitergemacht, auch weil es schon unsinnig war weiter Atomraketen zu bauen. Sie<br /> haben sich den Entwicklungsweg aufzwingen lassen.<br /> <br /> <br /> Der Westen hat derweil die 3. Welt ausgesaugt und fleißig den Arbeiter Honig ums Maul geschmiert. Der Osten hatte nichts zu Erwidern. Und Roll-Back hat auch nur deshalb funktioniert, weil die<br /> Ostblockstaaten zu wenig zu bieten hatten, sie hätten Partizipation zu lassen können, in Schritten. Aber das Lenin-Thema hatten wir ja bereits...<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> "irrsinniges" Geschichtsbild: Ich gebe ihnen recht, irrsinnig ist das nicht gewesen. Schliesslich hat es ja auch zum Erfolg geführt. Auch das sich-totrüsten-lassen war so nicht zielführend -<br /> d.h., für den "Westen" schon. Vermutlich hängt das mit einer Unterschätzung ees Imperialismus zusammen. Es gab ja auch wirklich Entwicklungen, die zu dem Schluss führen konnten, er sei im Rückzug<br /> - Niederlage in Vietnam, Entkolonialisierung ...<br /> <br /> <br /> Lenin hatten wir schon, ja, aber das ist nicht vom Tisch. Ich verstehe ihn gerade andersherum. Was halten Sie eigentlich von China ? Das müsste doch nach ihrem Geschmack sein ?<br /> <br /> <br /> <br />
G
<br /> <br /> "Heute hört man solches offiziell nicht mehr. Jetzt soll die DDR das Böse, das Verbrecherische schlechthin gewesen sein. Ihr wird sogar unterschoben, Stalin und Chruschtschow gedrängt, überredet<br /> und verführt zu haben, gegen den eigenen Willen die Grenze quer durch Deutschland gezogen und eine Mauer gebaut zu haben. Nach dieser Theorie hätte sich die Sowjetunion ohne Ulbricht natürlich<br /> ganz anders entschieden. Sie hätte freiwillig die Resultate des Zweiten Weltkrieges, zu denen auch die DDR gehörte, zu Gunsten des Westens korrigiert. Welch ein irrsinniges Geschichtsbild!" Also,<br /> ich verstehe nicht was er damit meint?<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Ich verstehe ihn so: Die Befestigung der Grenze z.B. und andere harte Massnahmen der DDR waren Ausfluss der Blockkonfrontation und der Nichtanerkennung der Ergebnisse des II. Weltkriegs durch die<br /> BRD und die "Westmächte" (roll back).<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Und in der BRD hat der BND den mit internationalem Haftbefehl gesuchten Altnazi und Erfinder der mobilen Gaskammern als Agent gegen Kuba angeheuert und in der BRD ausgebildet...<br /> <br /> Nicht der einzige Kriegsverbrecher, der in Lateinamerika für den BND arbeitete. Der ließ die Nazis nicht verkommen...<br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
S
<br /> <br /> Die Gründergeneration der westdeutschen Geheimdienste besteht überhaupt zu einem Grossteil aus alten Nazis, die auch unter Hitler schon die selben Dienste versahen.<br /> <br /> <br /> <br />