Bundeswehr: Sparen am Kanonenfutter

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - "Es entsteht mehr und mehr der Eindruck, dass Ihre zahlreichen öffentlichen Solidaritätsbekundungen gegenüber unseren Kameradinnen und Kameraden im Einsatz und zu Hause nur Lippenbekenntnisse waren", heißt es in einem Offenen Brief an die Kanzlerin, der der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe) vorliegt.

 

Anlass ist, dass das seit 2006 gekürzte Weihnachtsgeld trotz gegenteiliger Versprechungen der Merkel-Regierung auch Weihnachten 2010  wieder nicht in der ursprünglichen Höhe ausbezahlt worden ist. Der Bundeswehrverband hat aus Protest eine Postkartenaktion organisiert, deren Ergebnis die Unzufriedenheit der Truppe zeigt: 140 000 haben sich beteiligt.

 

Die Bundeswehr als attraktive Berufslaufbahn ... naja. Mit den Beschwörungen der angeblichen Wertschätzung der Soldaten scheint es nicht so weit her zu sein. Vielleicht ist es ja doch keine so attraktive Karriere, russisches Roulette mit dem eigenen Kopf zu spielen ?

 

Offensichtlich hängen eine aggressive Militärpolitik und die Höhe des Solds miteinander zusammen. Gigantische Stationierungskosten in Afghanistan, eine in entlegenen Gewässern operierende deutsche Marine, die bevorstehende gewaltige Aufstockung der Lufttransport-Kapazitäten für die ins Auge gefassten Out of Area-Einsätze, der HighTec-Kram, der vielleicht gefinkelt, aber auf jeden Fall teuer ist - da muss halt dann beim Personal gespart werden. Die jetzt auch offizielle Verwandlung der Bundeswehr von einer Armee, die die eigenen Grenzen schützt, zu einer Interventionsarmee mit immer grösserer Reichweite erhöht nicht nur das Todesrisiko, sondern tut auch dem Geldbeutel nicht gut. Die Zuschläge füer die Auslandseinsätze mögen attraktiv erscheinen. Aber wie attraktiv sind sie wirklich, wenn man von afghanischen "Kameraden" erschossen wird oder in eine Sprengfalle fährt ?

 

- Weihnachtsgeld hin oder her: Am schönsten feiert es sich Weihnachten zu Hause. Und da ist auch der einzige legitime Platz für deutsche Soldaten.

 

 

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