Chile: 24. Parteitag der KP für ein Bündnis gegen die Rechte

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die chilenischen Kommunisten sind von den Pinochet-Bluthunden schwer verfolgt worden. Eine grosse Zahl wurde gefoltert und ermordet, andere musstenten ins Exil oder überlebten die Diktatur in tiefster Illegalität. Brechen konnten die Faschisten die Partei nicht. Sie wirkte im Untergrund und organisierte sogar bewaffneten Widerstand.

 

Die heutige bürgerliche Demokratie in Chile steht immer noch im Schatten der Diktatur. Den Faschisten war es gelungen, ihr u.a. ein Wahlrecht aufzudrücken, das extrem undemokratisch ist und einen Grossteil der Bevölkerung faktisch von einer parlamentarischen Vertretung ausschliesst. So stellt die KP Chiles im Moment nur drei Abgeordnete, die sie bei den letzten Wahlen in Absprache mit den Sozialdemokraten und anderen Pareteien, die sich gegen die Rechte in der Pinochet-Nachfolge zusammengeschlossen haben, durchbrachte.

 

Trotz aller Behinderungen ist die KP in der Bevölkerung verankert. Auf ihrem 24. Parteitag entschied sie, sich um eine Allianz aller Parteien zu bemühen, die in Opposition zur Rechten stehen.

 

Unter den Gästen der Partei war übrigens auch Margot Honecker, die ehemalige Bildungsministerin der DDR, die in Chile im Exil lebt. Wie im nachfolgenden Bericht von Günter Pohl vermerkt ist, hat sie sich darüber gefreut, dass auch die DKP auf dem Parteitag vertreten war.

 

Hier der Bericht von Günter Pohl, Mitglied des Parteivorstands der DKP, der in der UZ dieser Woche erscheinen wird:

24. Parteitag der KP Chiles: Kommunisten für ein Linksbündnis | Drucken |  E-Mail
Chile
Montag, den 13. Dezember 2010 um 16:09 Uhr

Kommunistische Partei ChilesMit einer grossen Veranstaltung im berühmten Theater »Caupolicán« endete am Sonntag in Santiago de Chile der 24. Parteitag der Kommunistischen Partei Chiles. Mehr als viertausend Menschen sangen mit der Gruppe »Inti Illimani« Lieder wie »El Pueblo Unido«, und am Schluss dann die Internationale. Zuvor hatten vierhundert Delegierte zwei Tage lang über eine politische Erklärung und Änderungen am Statut entschieden. Die meisten Debatten verliefen in grosser Einmütigkeit.

Am ersten Tag hatten die verschiedenen Parteigliederungen Rechenschaftsberichte abgelegt; auch stand der Bericht des Vorstands durch Generalsekretär Lautaro Carmona und Parteipräsident Guillermo Teillier auf der Tagesordnung. Eine lebhafte Debatte ergab sich dann anhand der Frage, ob die KP Chiles in die folgende Wahlperiode in einem Bündnis mit den Parteien der »Concertación« (zentristisch-sozialdemokratische Vierparteienkoalition) gehen soll. So wie der Parteitag in der Vorortkommune San Miguel unter dem Motto »Einheit und Kampf für eine Regierung neuen Typs« stand, so hat sich die Partei dann auch mehrheitlich klar für den Versuch entschieden so zu einer Ablösung der Rechtsregierung beizutragen. Zwar verhindert das binominale Wahlsystem auf undemokratischste Weise einen Einzug der Kommunisten in das Parlament, das fastunabhängig von ihrer Stimmenzahl, aber vor einem Jahr gelang durch eine Absprache mit der Concertación wenigstens drei Parlamentariern der KP ein Mandat. Nun werden Gespräche mit den vier Parteien, aber auch mit anderen ausgegrenzten Gruppen geführt.

Insofern war die Teilnahme der Spitzenpolitiker der Concertación-Parteien, darunter des Chefs der Christdemokraten, Walker, bei der Abschlusskundgebung ein guter Schachzug, von dem auch die Fernsehanstalten gegen ihre Gewohnheit berichteten. Den ganzen Tag über hatte ansonsten nur das parteieigene Radio Nuevo Mundo vom Parteitag berichtet. Für 2011 sieht die Partei eine Konferenz vor, die sie für organisatorische und taktische Fragen anleiten soll. Am 4. Juni 2012 schliesslich begeht die KP Chiles ihr hundertstes Jubiläum: 1912 war die zwar als Sozialistische Arbeiterpartei gegründet worden, dann aber 1922 aus dieser zur Kommunistischen Partei geworden und nicht etwa aus einer Abspaltung der Sozialdemokratie entstanden.

An dem Parteitag nahmen 15 Bruderparteien teil, die meisten aus Südamerika, aber auch die Japanische KP, die KP Griechenlands, die KP Vietnams, die DKP und die FSLN entsandten Vertreter. Viel und herzlich begrüsster Gast war Margot Honecker, die dem Abschluss im Theater Caupolicán begeistert beiwohnte. Sie zeigte sich sehr erfreut über die Teilnahme eines Vertreters der DKP. Aus Chile verfolgte sie die Ergebnisse des jüngsten Parteitags der DKP mit grossem Interesse und drückte die Hoffnung auf eine damit verbundene Stärkung der kommunistischen Kräfte in Deutschland aus.

Günter Pohl, aus Santiago de Chile
(Vorabveröffentlichung aus der UZ - Wochenzeitung der DKP)

 

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geklaut von http://www.redglobe.de/amerika/chile/4193-24-parteitag-der-kp-chiles-kommunisten-fuer-ein-linksbuendnis

 

 

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Veröffentlicht in Kommunisten

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