China: Null Sozialpartnerschaft der westlichen Konzerne. Schlusslicht ist Adidas

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

In China gab es Arbeitskraft fast kostenlos, als die westlichen Konzerne begannen, dort zu investieren. Das Paradies der Flexibilität trocknet aber langsam aus. Mehr und mehr wird das private Kapital unter Druck gesetzt, bei der Ausbeutung der Arbeitskraft wenigstens gewisse Standards nicht zu unterschreiten. Dazu gehört auch, öffentlich zu informieren, wie die Herrschaften sich aufführen. Dazu hat die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften ein Blaubuch herausgebracht. Darin kommen die "globalen Wertschöpfungsketten" allgemein ziemlich schlecht weg, darunter auch so "renommierte" Konzerne wie Daimler und Adidads. Adidas ist sogar auf dem schlechtesten Platz gelandet.

 

 

Soziale Verantwortung von Adidas und Co. ist mangelhaft

Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften hat gestern das "Blaubuch über die Soziale Verantwortung der Unternehmen in China 2011" veröffentlicht. Adidas stand mit einer peinlichen Note von -4 (minus vier) Punkten auf dem letzten Platz der Rangliste.

Gemäß dem Blaubuch haben die meisten Unternehmen in China ihre soziale Verantwortung nur "mangelhaft" erfüllt, 70 Prozent von ihnen wurden gar als "sehr verantwortungslos" bezeichnet. 26 Unternehmen bekamen eine Note von null Punkten oder sogar eine Wertung im negativen Bereich.

Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften hat 300 Unternehmen in Bezug auf die soziale Verantwortung bewertet und in fünf Kategorien eingeteilt, nämlich Elite, Führende, Verfolger, Anfänger sowie Beobachter. Zwar hat sich die durchschnittliche Note von 17,0 im vergangenen Jahr auf 19,7 erhöht, aber 205 Unternehmen wurden diesmal als "Beobachter" gekennzeichnet. Das heißt, dass 70 Prozent der untersuchten Unternehmen kaum soziale Verantwortung übernehmen.

Die chinesischen staatlichen Untenehmen bekamen im allgemeinen bessere Noten als die privaten und ausländischen Gesellschaften. Die China Ocean Shipping (Group) Company (COSCO) belegt den ersten Platz auf der Rangliste. "Private Unternehmen müssen dazu angehalten werden, mehr soziale Verantwortung zu übernehmen", sagte Zhong Hongwu, Leiter des Forschungszentrums für die soziale Verantwortung von Unternehmen.

Es gibt auf der Liste 26 Unternehmen, die eine Note von null oder sogar im Minusbereich bekamen. Darunter sind 19 ausländische Konzerne wie Daimler, Adidas und Coca Cola. Adidas steht mit einer peinlichen Note von -4 Punkten auf dem letzten Platz der Rangliste. Die Experten, die bei der Ausarbeitung des Blaubuchs mitgewirkt hatten, wiesen darauf hin, dass solche Unternehmen der Öffentlichkeit zu wenig Informationen über die Erfüllung ihrer sozialen Verantwortung, ihrer Maßnahmen gegen Korruption, ihres Beitrags zum Umweltschutz oder etwa über ihre Pläne zur Emissionsreduktion zukommen lassen.

Neben Adidas hätten auch 15 andere ausländische Unternehmen keinen Bericht über soziale Verantwortung herausgegeben. Einige dieser Unternehmen seien zudem wegen Skandalen negativ bewertet worden.

Auch die Unternehmen, die den Bericht über die soziale Verantwortung rechtzeitig abgegeben haben, müssten ihre Arbeit verbessern, so das Blaubuch. Zudem entsprächen 81,92 Prozent der insgesamt 531 abgegebenen Berichte nicht den dafür vorgeschriebenen Regeln.

Quelle: german.china.org.cn

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