Margot Honecker: Darüber sollten wir reden

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Margot Honecker lebt in Chile. Sie hat in einem Land Aufnahme gefunden, in dem viele Menschen sichmit der ehemaligen DDR verbunden fühlen, weil sie dort Zuflucht vor dem Pinochet-Regime gefunden haben und die DDR sich mit grossem Engagement an der Solidarität mit den chilenischen Antifaschisten beteiligt hat.

 

Im Juli 2011 veröffentlichten die Marxistischen Blätter ein Interview mit Margot Honecker. Einen Teil davon hat das DDR-Kabinett-Bochum http://ddr-kabinett-bochum.blogspot.com/ auf seine Site gestellt. Von dort habe ich den folgenden Text geklaut:

 

Kann die Erinnerung an die Leistungen der DDR dazu inspirieren.......
......den Kampf um eine gesellschaftliche Alternative aufzunehmen?
Vielleicht sollten wir hier an die eigene Adresse gerichtet fragen, ob wir genügend dafür getan haben und tun, dies den Arbeitern bewusst zu machen. Wenn der Arbeitsplatz verloren geht, stehen die Sorgen um die Familie vor der Tür. Die Medienkampagne konnte nicht ohne Wirkung bleiben.
Der Kapitalismus tut einiges dafür, dass ein solcher Zusammenhang im Denken so niedrig wie möglich gehalten wird. Zudem ist inzwischen auch im Osten eine Generation herangewachsen, die keine DDR-Erfahrungen sammeln konnte, im Westen gilt das für die Generation, die ohne den „Nachbarn" DDR aufwuchs, auf den die BRD jahrzehntelang „soziale Rücksicht" nehmen musste, wenn sie ihre antisozialen Entscheidungen traf und Gesetze erließ.
Die Ende der 80er Jahre den Kapitalismus erschütternde Krise konnte sie aus diesem Grund nicht restlos auf die Schultern der Arbeiter abwälzen. Mit dem Wegfall der Systemkonkurrenz kann nun der Kapitalismus operieren, wie sich das gerade in der gegenwärtigen Krise zeigt.
Ja, wenn man den Kampf für eine gesellschaftliche Alternative aufnimmt, muss man über die Leistungen, die im Sozialismus mit dem Volk für das Volk geschaffen wurden, sprechen. Ich meine, es genügt jedoch nicht, nur über die sozialen Leistungen zu sprechen, sondern es ist notwendig, mehr auch darüber zu reden, was die Voraussetzungen dafür waren, dass der Sozialismus sich solche sozialen Leistungen „leisten" konnte.
Die Voraussetzung dafür, den Sozialismus zu errichten, war die Lösung der Eigentumsfrage und damit die Überwindung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse. Ohne die Errichtung der politischen Macht – das ist nun mal unumstößliche Wahrheit – , ohne die Schaffung eines Staates der Arbeiter und Bauern lassen sich jedoch weder die Eigentumsfrage noch die Schaffung neuer Produktionsverhältnisse lösen.
Und wenn von der DDR die Rede ist, so ist auch daran zu erinnern, dass das nicht in einem Spaziergang zu machen ist, sondern im harten Klassenkampf errungen werden musste. Und das alles unter den Bedingungen der faschistischen Hinterlassenschaften, einer durch den Krieg zerstörten Wirtschaft und einer faschistisch verseuchten Ideologie. Und wir waren ein Land ohne Rohstoffe. Wenn wir in der Lausitz statt Braunkohle Erdölfelder gefunden hätten, wäre manches leichter gewesen.
Heute, wo wir mit Arbeitslosigkeit, zunehmender Leiharbeit, Lohndrückerei, Verlängerung der Arbeitszeit konfrontiert sind, sollten wir wohl daran erinnern, dass das Recht auf Arbeit, der gesicherte Arbeitsplatz in der DDR
 
alltägliche Selbstverständlichkeit war und das bei gleichem Lohn für gleiche Arbeitsleistung für Männer und Frauen. Die Frauen wurden ökonomisch unabhängig – eine entscheidende Voraussetzung für die verwirklichte Gleichberechtigung der Frau.
Da ist man schon bewegt, wenn man über die Lebensgeschichte eines Arbeiters aus dem volkseigenen Obertrikotagenwerk Apolda liest, der nach der Treuhand-Attacke erst seine Arbeit, dann seine Wohnung und schließlich auch seine Familie verlor und nun sein Leben als Bettler in Aachen fristet.
Kürzlich las ich in einer Berliner Zeitung, dass jedes zwölfte Kind bereits Privatschüler ist, in Deutschland stieg die Zahl von 1992 bis 2010 um 55 Prozent, besagt eine Untersuchung der „Friedrich-Ebert-Stiftung".
Noch alarmierender fand ich das Ergebnis, dass mehr als die Hälfte aller deutscher Eltern ihre Kinder auf Privatschulen schicken würden, wenn sie das nötige Geld hätten. Den Kapitalismus tangieren die Missstände im Schulsystem nicht, denn der Nachwuchs der „Elite" ist gesichert.
Soll man da nicht an das in der DDR verwirklichte Recht auf Bildung erinnern? Mit der Brechung des Bildungsprivilegs wurde der Weg frei für eine solide wissenschaftliche Bildung für alle Kinder ohne soziale Unterschiede in Stadt und Land. Und allen war nach Abschluss der Schule ein Berufsausbildungsplatz sicher.
Auch darüber sollten wir reden – gerade weil es immer wieder geleugnet wird: das Mitbestimmungsrecht in den volkseigenen Betrieben bei der Erarbeitung der Produktionsziele, beim Arbeitsschutz, zu Fragen des Erholungswesens, der Kultur im Betrieb wurde von den Arbeitern, den Brigaden, den Gewerkschaften entschieden genutzt.
Da die bürgerliche Propaganda alles tut, Wahrheiten zu unterdrücken, müssen wir über diese Wahrheiten sprechen und ich meine, wir sollten es viel offensiver tun.
Margot Honecker
(Aus einem im Juli 2011 in den „Marxistischen Blättern" veröffentlichten Interview)
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R
<br /> <br /> Auch ich habe 30 Jahre in der DDR gelebt und verstehe nicht, was die Hasstiraden von Matthias bedeuten. Frau Honecker ist wirklich die letzte, die ich für Missstände in der DDR verantwortlich<br /> machen würde. Was war denn in ihrem Veranwortungsbereich, an den Schulen, so schlimm? Es gab den üblichen Unterricht, Klassenarbeiten, Zeugnisse, Wandertage, Ferienlager usw. Die meisten Lehrer<br /> gaben sich Mühe, waren objektiv und haben allerhand Spaß vertragen. Obwohl ich ein fauler und aufmüpfiger Schüler war, konnte ich Abitur machen, studieren und promovieren, weil Lehrer meine<br /> Fähigkeiten erkannten und sich für mich einsetzten - ganz uneigennützig und ohne politische Vorgaben. Dafür bin ich ihnen und dem Bildungssystem der DDR dankbar!<br /> <br /> <br /> Gruß Rainer<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Als "Westler" kenne ich das nur aus Erzählungen von DDR-Bürgern und Büchern. Was Du schreibst, betsätigt die Eindrücke, die ich daraus erhalten habe.<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Ergänzung Sepp:Diese Frau Feist hat Ehebruch betrieben und dann im Fahrwasser von<br /> <br /> <br /> Honecker Politkarriere gemacht.Sie war meine Bildungsministerin,wahrscheinlich so ge-<br /> <br /> <br /> bildet wie Frau Ceaucescu,nämliche ließ wissenschaftliche Werke unter Ihrem Namen pub-<br /> <br /> <br /> lizieren,obwohl Sie einen Sechs-Klassen-Abschluß besaß.Nur mal am Rande erwähnt.<br /> <br /> <br /> Matthias<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Also, die Eheprobleme der Honeckers hallte ich für deren Privatsache. Und ich kenne entliche Kommunisten, die sich über die Parteiarbeit ein profundes Wissen angeeignet haben, obwohl sie als<br /> formalen Schulabschluss nur die "Volksschule" vorweisen konnten, und mancher hat auch qualifizierte Bücher geschrieben. Die Bildungspolitik in der DDR, an der Margot Honecker ja einigen Anteil<br /> hatte, sieht mir nicht nach unqualifizierter Arbeit aus, sondern nach dem Gegenteil.<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Apropos Sepp,ich biete Dir einen permanenten Dialog über die DDR an.Du kennst meine E-mail<br /> <br /> <br /> Adresse,ich suche den privaten Kontakt mit Dir.Ich mag es nicht,wenn irgendwelche Trolle Ihre<br /> <br /> <br /> unqualifizierten Kommentare absondern.Gruß und schönes Wochenende,unsere Positionen<br /> <br /> <br /> sind näher als Du denkst.Matthias<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Registriert.<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Ich verschlimmbessere Sepp,Sie wurde wohl eigentlich lila Drache genannt.Sepp Du sprichst<br /> <br /> <br /> mit einer westdeutschen Perspektive,bloß ich habe in der DDR 30 Jahre gelebt.Ja die DDR pro-<br /> <br /> <br /> klamierte den Frieden-sicher ernst gemeint-aber im Inneren verfolgte sie Andersdenkende die<br /> <br /> <br /> nachweislich nicht antikommunistisch konditioniert waren.Ich goutiere Deine Artikel meistens<br /> <br /> <br /> mit Wohlwollen,aber eine schönfärberische Sichtweise über die DDR werde ich nicht akzeptie-<br /> <br /> <br /> ren.Eure westlichliche linke Sozialromantik über die DDR ist fehl am Platze.The land of milk and<br /> <br /> <br /> honey war dieser Staat nicht,ich hatte Einblicke als underdog,und habe diesen Staat von ganz<br /> <br /> <br /> unten kennengelernt.Frustration.Alkoholismus,eine repressive Justiz welche geringe Zuwider-<br /> <br /> <br /> handlungen mit Haftstrafen ohne Bewährung ahndete.Eines konnten mir diese selbsternannten<br /> <br /> <br /> Enkel von Marx und Engels nicht rauben,meinen Glauben an den Antifaschismus und die Vision<br /> <br /> <br /> eines Tages eine humanistische Gesellschaft frei von jeder Indoktrination und Ismen zu ver-<br /> <br /> <br /> wirklichen.Ich habe mich entschieden und bleibe der anarchosyndikalen Idee treu.Matthias<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Wie aus vielen meiner Beiträge bzw. denen anderer, die ich in mein Blog stelle, (finde ich) hervorgeht, idealisiere ich die DDR nicht. Aber trotz aller Mängel und Schwächen - und sicher auch<br /> schlichten Gemeinheiten - halte ich die DDR allerdings für die bisher grösste Errungenschaft der deutschen Arbeiterbewegung und lasse INSOFERN nichts auf sie kommen.<br /> <br /> <br /> Mit Anarchosyndikalisten habe ich recht unterschiedliche Erfahrungen gemacht. In Andalusien habe ich welche kennengelernt, die gute Genossinnen und Genossen waren. Die Differenzen waren<br /> nichtauszuräumen, aber man zog trotzdem gemeinsam an einem Strang. Hier in Deutschland gibt es auch solche Anarchosyndikalisten, aber auch solche, die geifernd antikommunistisch sind und die<br /> ichnicht für ... sauber ... halte. Die Labels, mit denen man sich drapiert, sagen ja erstmal nicht so viel. Auf die Praxis kommt es an.  <br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Ich bin der Meinung Sepp,Frau Honecker steht es nicht zu über den Kapitalismus zu schwadro-<br /> <br /> <br /> nieren.Ihr Sozialismus und meine Vorstellung davon waren nie kongruent,da lagen antagonist-<br /> <br /> <br /> ische Welten dazwischen.Es ist eine ausgesprochene Sauerei,daß Du der lila Hexe ein Podium<br /> <br /> <br /> offerierst.Matthias<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Hallo Matthias.<br /> <br /> <br /> Das verstehe ich nicht. Wie passt die Tendenz Deiner sonstigen Äusserungen damit zusammen ? Was hat Margot Honecker so falsch gemacht, dáss Du sie eine "lila Hexe" nennst ?<br /> <br /> <br /> <br />