Chinesische Flotte operiert im Pazifik
Vor wenigen Tagen hat der Oberkommandierende der chinesischen Streitkräfte offiziell bestätigt, dass die Marine einen ersten Flugzeugträger erhält. Jetzt wird ein Marinemanöver im Pazifik gemeldet und ein weiteres, grösseres angekündigt. Für das aktuelle Manöver mussten die beteiligten elf Schiffe die japanische Inselgruppe queren, Sie taten das in internationalen Gewässern, wo die Schifffahrt frei ist. Aber Recht hin oder her - die japanische Rechte schlägt Alarm. Dass sie Alarm schlägt, wenn sich die US-Flotte im chinesisch-japanischen Meer tummelt, hat man dagegen noch nicht gehört.
Chinesische Kriegsflotte durchquert erstmals japanische Inselkette
Der Kalte Krieg ist Geschichte. Doch in den letzten zwei Tagen ist die chinesische Marine erstmals mit einer Flotte von elf Kriegsschiffen durch die japanische Inselkette gefahren. Während Chinas Staatsmedien martialisch vom "Durchbruch in die Hochsee" sprechen, werfen konservative japanische Medien der Kan-Regierung "Schwäche" vor.

Der "Durchbruch" der chinesischen Marine
Das japanische Verteidigungsministerium hat gestern bestätigt, in den vergangenen zwei Tagen seien insgesamt elf Kriegsschiffe der chinesischen Marine in Gruppen durch das offene Meer zwischen der Okinawa-Hauptinsel und der Miyako Insel in den Westpazifik gelaufen. Der Ausmaß der Flotte war so groß wie nie zuvor. Die japanischen Streitkräfte wurden alarmiert und die Küstenüberwachung verstärkt. Die chinesische Seite erklärte, dass die Schiffe zum regulären Training im Westpazifik gefahren seien.
Japans Tageszeitung Sankei Shimbun zitierte das Verteidigungsministerium mit den Worten, die ersten acht von elf Schiffen, darunter Raketenzerstörer und Rettungsschiffe für U-Boote, hätten Dienstag um 0 Uhr die Straße zwischen den obengenannten japanischen Inseln durchfahren. Zwar entdeckten die japanischen Kriegsschiffe kein chinesisches U-Boot, aber das Auftauchen eines Rettungsschiffe für U-Boote solle als Beweis dafür gelten, dass auch chinesische U-Boot bei der Aktion mitmachten, so der Zeitungsbericht.
Weiter kritisierte die rechtskonservative japanische Zeitung, dass das Außenministerium keine harte Position eingenommen, sondern im Gegenteil erklärt habe, keinen Protest gegen die den "internationalen Regeln entsprechende" Aktion der chinesische Marine einzulegen. Sankei Shimbun warnte, dass "Proteste" der chinesischen Seite wie die Schiffkollision im vergangenen September nun häufiger passieren würden, falls die Kan-Regierung weiterhin an ihrer "schwachen Politik" festhalte.
Chinas Verteidigungsministerium hat gestern gleich auf Japans Besorgnisse reagiert. Die chinesische Marine habe vor, so das Ministerium, Ende Juni ein gemeinsames Hochseemanöver im internationalen Gewässer des Westpazifiks zu veranstalten. Dies entspreche internationalen Gesetzen und Regeln und ziele auf niemanden ab. Chinas Staatsmedien sprachen jedoch martialisch von einem "Durchbruch in die Hochsee".
Admiral Wu Shengli, Befehlshaber der chinesischen Marine, sagte, dass das Training in der Hochsee tatsächlich im vergangen März hätte durchgeführt werden sollen. Wegen des Erdbebens im Pazifik sowie des dadurch verursachten Tsunamis und der Atomkrise in Japan musste das Flottenmanöver verschoben werden. Bis heute sei die Lage relativ stabiler. Zuletzt bekräftigte der Admiral, dass die japanische Marine die Überwachung entlang der chinesischen Küste nie unterbrochen habe, auch wenn sich das Land seit kurzem wegen Erdbeben und Atomkrise in einer Notsituation befinde.
Hintergrund. Der Begriff "erste Inselkette" stammt aus der Zeit des Kalten Krieges. Während dieser weltpolitisch gefährlichen Phase nutzten die USA und ihre Alliierten die natürlichen Inseln im Westpazifik, um die Flotten der Sowjetunion und Chinas am Fahren in die Hochsee zu hindern. Unter "erste Inselkette" versteht man die Route entlang der japanischen Kyushu-Insel, Taiwan und Philippinnen, die die chinesische Marine vom Westpazifik isoliert. Die Wasserstraße zwischen der Okinawa-Hauptinsel und der Miyako Insel gehört auch zu dieser Kette. Zuvor hatte die chinesische Marine bereits einige Male die Kette durchquert, dennoch handelte es sich bisher nur um einzelne Schiffe.
Quelle: german.china.org.cn