Darf Alfred Grosser nicht in der Paulskirche sprechen ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Ein offener Brieg von Volker Bräutigam an die Oberbürgermeisterin von Frankfurt/Main:

 

Volker Bräutigam

Gedenken an die "Reichspogromnacht" in der Frankfurter Paulskirche

Offener Brief an die

Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt
Frau Dr. Petra Roth

 

Sehr verehrte Frau Oberbürgermeisterin Dr. Roth,

 

der vielfach ausgezeichnete Prof. Alfred Grosser wurde gebeten, bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung an die "Reichspogromnacht" in der Frankfurter Paulskirche zu sprechen. Die Wahl der Veranstalter fiel auf einen eindrucksvoll überzeugenden, unabhängigen und kritischen Mitmenschen, der sich seit langem für friedlichen Ausgleich einsetzt, unter anderem auch zwischen Juden und Moslems, Israelis und Palästinensern: auf Herrn Professor Alfred Grosser.

Einer inzwischen nicht mehr zu überblickenden Zahl von Meldungen in den Massenmedien zufolge haben die Paulskirchen-Veranstalter es offenbar versäumt, das mittlerweile unabdingbar scheinende Plazet des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie dessen Generalsekretärs Stephan Kramer einzuholen, ehe Prof. Grosser eingeladen wurde. Das reicht dem Zentralrat offenkundig, das geplante Gedenken einem Eklat auszusetzen und für einen prozionistischen Showdown zu nutzen.

Kramers unsägliche Kritik an Grossers vermeintlich antijüdischen, tatsächlich jedoch nur zionismus-kritischen Positionen reiht sich ein in die Kette der Ausfälle gegen Reuven Cabelman (Neturei Karta) und andere "Friedensjuden", wie Evelyn Hecht-Galinski, Felicia Langer, Ilan Pappé, Norman Finkelstein, Hajo Meyer, Abi Melzer, Rolf Verleger und viele mehr. Kramer macht neuerlich offenkundig, dass das konfessionelle Institut Zentralrat der Juden als Lenkungsorgan der Jüdischen Kultusgemeinde längst nicht mehr nur religiös-konfessionell und gemeindebezogen handelt, sondern politisch-bellizistisch agitiert.

Der Zentralrat gefährdet absichtsvoll die tragende Idee der Paulskirchen-Veranstaltung: Er verwirft den Versöhnungsgedanken, noch ehe der große jüdische Humanist Grosser sagen konnte, was sein Herz zu dieser Stunde bewegt.

Der Zentralrat bzw. dessen Generalsekretär versuchen, Grosser als Paulskirchen-Redner unmöglich zu machen und die Paulskirchen-Veranstalter, voran die Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt, unter Druck zu setzen. Das sollte jeden Demokraten empören, jeden Menschen, der sich dem friedlichen Miteinander verpflichtet weiß. Prof. Grosser in die Paulskirche gebeten zu haben, zeichnet die Veranstalter aus, allen voran die oberste Repräsentantin Frankfurts: Frau Dr. Roth.

Ich wünsche Ihnen deshalb von Herzen die Kraft und Entschlossenheit, Kramers dreistes Ansinnen zurückzuweisen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Volker Bräutigam

 

Nachschrift: Des öffentlichen Interesses an dem Vorgang wegen und in der Absicht, weitere Unterstützung für Herrn Prof. Grosser und für Sie zu mobilisieren, gebe ich dieses Schreiben als Offenen Brief weiter - mit der Bitte um Verständnis.

 

T:I:S, 1. November 2010. Leicht redigierte Fassung. Siehe auch Zentralrat der Juden in Deutschland

 

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/08braeutigam.htm#Grosser  





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Veröffentlicht in Gegen Rechts

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H
<br /> <br /> Wer Alfred Grosser nicht in der Paulskirche reden lassen will und Straßen nicht nach Wilhelm Pfannmüller<br /> benennen will, weil er kommunistischer Widerstandskämpfer war, sollte unbedingt Roland Kochs Rede anlässlich der Verleihung der Leuschner-Medaille  an Grosser im Jahre 2004<br /> lesen<br /> <br /> <br /> 1. November 2010<br /> <br /> <br /> Ich möchte diesen Beitrag mit einem Zitat eines berühmten hessischen Nachkriegspolitikers beginnen:<br /> “Ob es Sozialdemokraten, Kommunisten, Bürgerliche oder Konservative, Kirchenvertreter, Atheisten, Einzeltäter, Verschwörergruppen waren, durch diese Menschen gab es in Deutschland, trotz<br /> allen Leidens, ein Stück der Besinnung und der Courage, den die Nationalsozialisten nicht brechen konnten.”<br /> <br /> <br /> aus der Laudatio des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch anlässlich der Verleihung der Wilhelm Leuschner-Medaille an<br /> die beiden Widerstandskämpfer Alfred Grosser und  den italienischen Politiker Dante Cruicchi 2004 im Schloss Biebrich.http://www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC946F5BB438374CCC294CC/Doc~EB8603EBC49784F4D9BE0FCD35CF1D3F5~ATpl~Ecommon~Scontent.html<br /> <br /> <br /> Dass der Widerstandskämpfer und Vorkämpfer für Versöhnung zwischen Deutschen und Franzosen, Christen und Juden, zwischen<br /> Israelis und Palästinensern erst mit dem höchsten hessischen Orden geehrt und jetzt wegen seiner Kritik an Israels Besatzungspolitik als Redner in der Paulskirche zum Jahrestag der<br /> “Reichspogromnacht” wieder ausgeladen werden soll, ist ein kaum überbietbarer Skandal. Man muss jetzt der einladenden Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth und Alfred Grosser den Rücken<br /> stärken. Gegen solche Kriegstreiber wie Micha Brumlik und die derzeitige ebenfalls kriegstreibende und prozionistische Mehrheit im Zentralrats der Juden in Deutschland mit seinem<br /> Vorsitzenden Stefan Kramer, der wohl meint, sich als konvertierter Christ als besonders “jüdisch” hervortun zu müssen.<br /> Diese Vorgänge sind vielleicht in den Zentren wie Frankfurt die Ausnahme.  Das ist zu hoffen. Und die Offenen Unterstützungs-Briefe des ehemaligen Tagesschau-Redakteurs Volker Bräutigam,<br /> von Frau Hecht-Galinski und dem deutsch-brasilianischen Journalisten Wolf Gauer an Frau Dr. Roth nähren auch diese Hoffnung: (zur Lage in der Provinz komme ich weiter unten)<br />  Den ganzen Beitrag lesen » <br /> <br /> <br /> http://www.barth-engelbart.de/?p=739<br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br />
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A
<br /> <br /> Der Zionismus ist zwar ein fatales, veraltetes nationalistisches Konzept des neunzehnten Jahrhunderts, aber selbst der ist nicht statisch sondern entwickelt sich in verschiedene Richtungen und in<br /> enormer Bandbreite. Da gibt es Ziofaschisten ebenso wie Uri Avnery, die sich als Zionisten bezeichnen. Man muss also selbst dabei konkrete Aspekte kritisieren und nicht einmal den Zionismus in<br /> seiner Gesamtheit. <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Stimmt. Der übergang ist wohl da, wo aus einer Ideologie, die sich verfolgte und unterdrückte Leute gemacht haben, um sich wehren zu können, zu einer Herrschaftsideologie wird, mit deren Hilfe<br /> unterdrückt wird. Aber auch Letzteres nimmt wohl nicht zwangsläufig die Form an, die sie bei den zionistischen Faschisten angenommen hat. Man kann ja z.B. Zionist sein und trotzdem<br /> anerkennen, dass die Palästinenser einen eigenen Staat haben wollen. <br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Die Rolle des Zentralrates in Deutschland ist genau die, die ihm unsere Politiker zugestehen! Freiwillig beschränken wird er sich nicht. Die gefühlte Allzuständigkeit müssen die Deutschen ja<br /> nicht unbedingt nachvollziehen. Für Fragen zu Israel gibt es schließlich die Botschaft. Da ist die Zuständigkeit offenkundig. Herr Kramer ist ein Funktionär für die Angelegenheiten der Juden in<br /> Deutschland und nicht selbsternannter Schiedsrichter, Moralapostel und handelnder Akteur in Personalunion.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Mir ist jedesmal ein wenig mulmig, wenn in Deutschland der Zionismus kritisiert wird, weil ich fürchte, dass diese rassistische Ideologie und jüdische Religion/Kultur nicht<br /> auseinandergeahlten werden könnten und weil es deutsche Rassisten gibt, die ihre Feindschaft gegenüber Juden hinter Zionsimuskritik verstecken. Aber dazu schweigen geht auch nicht, weil die<br /> Instrumentalisierung des Judentums durch den Zionismus ständig dem Antisemitismus Nahrung gibt. <br /> <br /> <br /> <br />