Der Eifelphilosoph und die Wirkungen der zionistischen Propaganda
Nach dem Piratenakt der israelischen Armee gegen den Hilfskonvoi fuer Gaza schrieb der Eifelphilosoph zwei Beitraege, die auf seinem Blog eine ziemlich heftige Diskussion ausloesten. Ich habe sie verfolgt, wiel ich in Eifels Blog gern lese. Oft bin ich nicht mit ihm einverstanden, aber seine Scharfzuengigkeit und seine demokratisch-humanistische Haltung gefallen mir. Bei diesem Thema hat aber er einen Standpunkt eingenommen, der sich im wesentlichen das Bild zum Ausgangspunkt macht, das die israelischen Chauvinisten und die deutsche Rechtspresse von den Konflikten zwischen Israel/Palaestina/Nachbarstaaten Israels zeichnen. Dafuer gab es zu einem kleineren Teil Zustimmung, zum groesseren heftigen Widerspruch aus der Leserschaft.
Wer das nachlesen will - hier sind die Beitraege:
Israels Piraterie und das grosse Geschrei
http://eifelphilosoph.blog.de/2010/05/21/israels-piraterie-grosse-geschrei-8704864/
und
Israels Piraterie und das grosse Geschrei - Teil 2
http://eifelphilosoph.blog.de/2010/06/01/israel-grosse-geschrei-teil-8711301/#c13222500
Heute geht die Diskussion weiter mit einem neuen Beitrag des Eifelphilosophen:
In welcher Welt lebe ich eigentlich ?
http://eifelphilosoph.blog.de/2010/06/02/welt-lebe-eigentlich-871881/
Das Folgende bezieht sich auf diesen Beitrag. Ich "springe damit mitten hinein" in die Diskussion (wer sich den Zusammenhang erschliessen will, muss die Links anklicken) und gehe nur auf wenige Aspekte ein, die mir aber wichtig zu sein scheinen:
Der Eifelphilosoph schreibt: "Ich kann nicht Menschen aus ihrer Heimat vetreiben, bloss weil deren Grosseltern das Land gewaltsam genommen haben."
Der Meinung bin ich auch. Wie auch immer eine humane Loesung aussehen mag - die die Menschen in Israel und Palaestina selbst finden muessen, niemand kann das von aussen aufzwingen -, kann sie nur darin bestehen, dass alle in der Region lebenden Menschen dort leben bleiben koennen.
Das stellt ausser nationalistischen Fanatikern auch niemand in Frage. Die israelischen Chauvinisten zeichnen ein Bild, das nicht der Wirklichkeit entspricht. (Die gaengigen Klischees: Die Araber/Palaestinenser wollen die Israelis ins Meer treiben. Der Iran will Israel vernichten. etc.) Nicht, dass es das nicht gaebe. Auf arabisch/palaestiensisher Seite gibt es natuerlich - wie koennte es auch anders sein - auch Hass und Rachegedanken. Aber die Quintessenz ist das nicht. Das ist vielmehr der Popanz, der aufgebaut wird, um jedwede Schweinerei der israelischen Chauvinisten als Verzweiflungstat von Leuten zu verkaufen, die gegen die Vernichtung ihrer Existenz kaempfen und denen daher jedes Mittel recht ist und sein "muss".
In Wirklichkeit wuerde die Mehrheit der Palaestinenser akzeptieren, dass ihnen nur die Westbank und Gaza bleibt, wenn Israel endlich einen souveraenen palaestinensischen Staat akzeptieren wuerde (nicht ein Bantustan von Gnaden Israels). Andere, wie orthodoxe Juden und Palaestinenser, die israelische Staatsbuerger sind, befuerworten einen gemeinsamen Staat, in dem alle, unabhaengig von Religion und nationaler Zugehoerigkeit, gleichberechtigt zusammenleben koennen.
All das wollen die tonangebenden politischen Kraefte in Israel nicht. Sie setzen anstatt auf friedliches Zusammenleben mit ihren Nachbran auf die militaerische Staerke Israels und die Verbindung mit den USA (assistiert von den EU-Staaten). Sie lassen sich von den USA als Pfahl im Fleisch der arabischen Nachbarn missbrauchen. Vom Interessensstandpunkt der USA aus darf der Konflikt gar nicht geloest werden. Er ist naemlich ein zentraler Berufungstitel fuer die "Notwendigkeit" ihrer Einmischung und die Anwesenheit ihrer Armee im Nahen Osten. Auf diese falschen Freunde zu setzen, ist fuer Israel fatal, der Weg in immer groesseres Desaster. Diese Verstrickung ist so eng geflochten, dass sie als schier unentrinnbar erscheint. Aber nichts untergraebt die Sicherheit und Existenz Israels mehr als eben das, und es gibt fuer Israel keinen anderen Ausweg, als diese Verstrickung aufzuloesen.
Noch zum "Recht auf Heimat": Es geht doch heute gar nicht darum, dass die Palaestinenser Israel das geraubte Land streitig machen. Es ist genau umgekehrt: Die israelischen Kolonisten sind dabei, den Palaestinenser auch noch das Land zu rauben, das ihnen verbleiben ist. Sie haben die besten Teile der Westbank schon geraubt, besetzen immer noch mehr Land, zwingen die Palaestinenser in winzige eingemauerte Bantustans zusammen, auf dem schlechtesten Boden, in der Wasserversorgung abhaengig von der Willkuer Israels. Sie terrorisieren und demuetigen die Palaestinenser absichtlich und systamatisch, um sie dazu zu bringen, "endlich abzuhauen".
In dem Zusammenhang steht die Solidaritaet mit den Palaestinensern, z.B: der Hilfskonvoi, den die israelische Armee ueberfallen hat. Sie hat nichts mit einer Parteinahme gegen Israel als solchem zu tun. Es handelt sich um eine gerechte Parteinahme fuer ein von den israelischen Chauvinisten geschundenes Volk - und fuer eine Zukunft, in der auch Israel gutnachbarschaftlich in sicheren und ruhigen Grenzen leben kann.