Deutsche Einmischung in Venezuela

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Glücklicherweise ist die Bundeswehr noch nicht auf einem Stand, auf dem sie von der deutschen Regierung auf eigene Faust auf anderen Kontinenten operieren könnte. Aber die unverschämte Art, mit der sie die "weichen" Mittel des aussenpolitischen Instrumentariums z. B. in Venenzuela einsetzt , lässt erahnen, was "wäre wenn ..."  Ganz unverhohlen wird die venezolanische Oppisition gesponsert, beraten und angeleitet - systematisch und auf "langfristiges Engagement" angelegt. Diplomatische Gepflogenheiten und Rücksichten zählen nicht. Man hat es ja nur mit einem lateinamerikanischen Land zu tun. Was die konkurrierenden US-Freunde können, steht ja wohl auch grössten Demokratie Europas zu !?

 

So, wie die Friedrich-Naumann-Stiftung der FDP in Honduras bei der deutschen Einflussnahme federführend ist, ist es die Konrad-Adeneauer-Stiftung der CDU in Venezuela. Hilfe auf afghanische Art ist nicht möglich, aber um diesen Typ Hilfe geht es schon; - Selbstdarstellung der edlen KAS-Anliegen hier: http://www.kas.de/venezuela/ .

 

Die deutsche Einmischung in die venezolanische Wahlkampagne erreichte bereits im Februar 2011 einen ersten Höhepunkt. (amerika21 berichtete: http://amerika21.de/meldung/2011/01/22231/kas-venezuela-opposition ) Die Konrad-Adenauer-Stiftung führte die ehrenwerte venezolanische Opposition - genauer: die Opposition gegen die Souveränität und Unabhängigkeit Venezuelas - auf das Berliner und Brüsseler Parkett. Die Putschisten gegen die Volksegierung von 2002 - das sind für die deutsche Regierung die "Demokraten". Deutschland versucht so, ein Wort mitzusprechen in Venezuela, wo die USA in noch einmal anderen Grössenordnungen zugange ist ( http://amerika21.de/analyse/2838/finanzhilfen-opposition ); - und nicht nur in Venezuela, sondern überall in Lateinamerika, wo ein Fuss in die Tür zu kriegen ist ( http://amerika21.de/dossier/stiftungen ).

 

Dummerweise stehen die Chancen für die deutsch-gesponserte venezolanische Opposition schlecht. Vielleicht wird die venezolanische Regierung nachden Wahlen ja stark genug, die KAS-Bande aus dem Land zu werfen.

 

 

Frustrierte Opposition, stierstarker Chávez
Venezuela
Dienstag, den 22. Mai 2012 um 12:55 Uhr

 

Klare Worte im Oppositionsblatt

Klare Worte im Oppositionsblatt

Venezuelas Präsident Hugo Chávez will nach Abschluss seiner Krebstherapie nun »mit der Kraft eines Stieres« in den Wahlkampf um seine Bestätigung als Staatschef einsteigen. Das kündigte er am gestrigen Montag (Ortszeit) während der wöchentlichen Pressekonferenz der von ihm gegründeten Vereinten Sozialistischen Partei (PSUV) an. Telefonisch zugeschaltet sagte er, es gehe ihm von Tag zu Tag besser. Chávez war vor rund einer Woche aus Havanna zurückgekehrt, wo er sich erneut einer Strahlentherapie unterzogen hatte. In den folgenden Tagen war er zunächst nicht öffentlich aufgetreten.

Unterdessen liegt der Amtsinhaber weiter in allen seriösen Umfragen deutlich vor seinem Herausforderer Henrique Capriles Radonski. So prognostizierte International Consulting Services (ICS) am 11. Mai ein Ergebnis von 62,9 Prozent für Chávez gegenüber 25,6 Prozent. IVAD sah den Präsidenten fünf Tage zuvor bei 57,8 Prozent gegenüber 30,4 für den Herausforderer. Consultores 30-11 sagte am 15. Mai 56,8 Prozent für Chávez heraus, gegenüber 27,1 für Capriles. Aus der Reihe tanzen unbekannte Institute wie JDP Consultores und Predicmática, die jeweiles Capriles vorne sehen.

Auf solche Zahlen setzen aber immer weniger Oppositionsvertreter ihre Hoffnungen. Rafael Poleo, der Chefredakteur der scharf regierungsfeindlichen Tageszeitung »El Nuevo País« analysierte in der Montagausgabe seines Blattes die »traurigen« Umfrageergebnisse für Capriles und übte scharfe Kritik am Oppositionsbündnis MUD: »Der Capriles, den sie uns präsentieren, ist ein schwacher Kandidat mit falscher Strategie. Er ignoriert, dass in Venezuela aus dem Gefühl heraus gewählt wird und überall die Menschen aus Hoffnung heraus abstimmen. Sie haben ihm das Image einer Frucht verpasst, der jeder seinen eigenen Geschmack zuschreiben kann. Ein solches Image und das Auftreten als junger, bescheidener Mann wird im Osten von Caracas gewinnen. Aber der Rest sieht in ihm nicht den Mann der Stunde. Der Chavismus hat das Herz des Volkes erobert, das (die Oppositions- und früheren Regierungsparteien) AD und COPEI aufgegeben haben. Danach ist er ein taktisches Abkommen mit den vernachlässigten Mehrheiten eingegangen (...) Dieses Abkommen ist noch in Kraft. Wenn das so weitergeht, können wir die Ergebnisse bereits vorhersagen.«

Am Sonntag hatte der Journalist José Vicente Rangel in seiner wöchentlichen Fernsehsendung »José Vicente Hoy«, der beim Privatsender Televen ausgestrahlt wird, bereits Äußerungen des US-Amerikaners Peter Greenberg, einer der wichtigsten Berater des Oppositionskandidaten, enthüllt. Dieser hatte von Capriles eine Änderung seiner Wahlkampfstrategie gefordert, »weil etwas falsch läuft«. So sei das Bündnis der verschiedenen Oppositionskräfte zerrüttet, weil sich einige Organisationen »diskriminiert« fühlten. Die bis zum Termin der Abstimmung am 7. Oktober noch verbleibenden fünf Monate seien nicht ausreichend, um die derzeit für Chávez günstige Tendenz umzukehren, zitierte Vicente Rangel den US-Amerikaner.

 

Quelle: http://www.redglobe.de/amerika/venezuela/5217-frustrierte-opposition-stierstarker-chavez

 

 

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