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Die soziale Mauer

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Ein kurzer und treffender Eintrag in Tejas Blog:

 

Die soziale Mauer.....

Zitat,
Die eigentliche Mauer, die heutzutage durch Deutschland geht, ist eine Mauer zwischen Arm und Reich, die sich immer weniger zu sagen haben. Das Erstarken der politischen Klientelparteien und die Schwäche der SPD sind ein Zeichen hierfür.
Ein zukunftssicherer Umbau der sozialen Sicherung kann sich heute nicht mehr auf das Normalarbeitsverhältnis stützen, auch nicht hinsichtlich seiner Finanzierung, sondern muß von der Prekarität ausgehen und diese soweit wie möglich arbeits- und sozialrechtlich beseitigen beziehungsweise, wo das nicht möglich ist, ihre Folgen mildern.
Man darf sich ziemlich sicher sein, daß sich die DDR-Bürger auch deshalb 1989/1990 mehrheitlich für die deutsche Einheit entschieden, weil sie Vertrauen in den deutschen Sozialstaat hatten. Man darf auch annehmen, daß sie sich ganz anders in den politischen Prozeß eingebracht haben würden, wenn der vorstehend beschriebene Sozialabbau von Anfang an absehbar gewesen wäre.

 

  http://teja552.blog.de/2010/10/05/soziale-mauer-9524951/

 

 

 

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Veröffentlicht in Deutschland

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Q
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K
<br /> <br /> Nun Sepp, dem gewählten Bild vom Graben, Mauer zwischen Arm und Reich, hatte ich zugestimmt und natürlich auch der sich daraus ergebenden Konsequenzen, also das Aufzeigen der eigentlichen<br /> Widersprüche in der Gesellschaft. Somit habe ich den ersten Satz des Zitats nicht kritisiert, sondern zugestimmt, was für den Rest des Zitates begründeter Weise nicht zutrifft.<br /> <br /> <br /> In diesem Zusammenhang sei auch angemerkt, dass Gegenstand meiner Betrachtung das Zitat war und nicht der Text, welchen es entnommen wurde. Den Text selbst habe ich nur überflogen, werde ihn mir aber noch mal zu gemühte<br /> ziehen. Was ich jetzt allerdings schon feststellen kann, ist, dass er durchaus interessante Aspekte enthält, der Hauptgegenstand sind aber die verschiedensten Gesichtspunkte praktizierten<br /> Sozialabbaus. Dabei wird die Rolle des Untergangs der DDR aber nicht richtig eingeschätzt.<br /> <br /> <br /> Es ist übrigens sekundär, wo der Autor seine geographische Heimat hatte, oder hat.  <br /> <br /> <br /> Und Sepp, Du hast Recht, soziale Sicherheit plus Bananen schien durchaus verlockend zu sein und so sind die Menschen, weil sie es eigentlich gar nicht anders kannten, freudig mit ihrem Geld in<br /> die Tempel des Konsum gestürmt, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wann das nächste Geld zur Verfügung stand. Einmal davon abgesehen, dass die meisten DDR Bürger durchaus einige Ersparnisse<br /> hatten, waren sie es auch gewöhnt über ein sicheres, wiederkehrendes Einkommen zu verfügen. So wurde eins und eins zusammengezählt, in der Hoffnung das sich zwei ergibt. Warum nur so wenig Bürger<br /> der DDR das einfache gesellschaftliche Einmaleins berücksichtigt haben, hat durchaus seine Ursachen, dass sie es durchaus beherrschten, konnte später festgestellt werden, als oft zu hören war,<br /> dass man das ja eigentlich alles in der Schule gelernt hatte. Theorie und Praxis und gelegentlich bedarf es eben des praktischen Beweises, damit Theorie nicht Theorie bleibt. Es war ein Fehler<br /> Menschen eigene Erfahrungen zu verweigern, mit den Konsequenzen müssen wir alle heute leben.<br /> <br /> <br /> Im Grunde handelt es sich dabei um ein sehr komplexes Thema, was mich aber hauptsächlich am Zitat stört, aber auch am ursprünglichen Text, dass Ursachen für fortschreitenden Sozialabbau zwar auch<br /> als Folge der deutschen Einheit gesehen werden, aber in den vorgegeben Kosten der Einheit und nicht im verschwinden des Sozialismus in der DDR, als Gegenpol zur kapitalistischen BRD. Der<br /> Sozialismus in der DDR hat nur durch seine Existenz einen nicht zu unterschätzenden Anteil am „Sozialstaat“ BRD hatte. Der Untergang der DDR, läutete den Untergang des „Sozialstaats“<br /> bundesdeutscher Prägung ein, da er einfach zum Erhalt der Macht nicht mehr nötig war.   <br /> <br /> <br /> Angemerkt sei vielleicht noch, dass Marx sich nicht ohne Grund im erste Kapitel des Kapitals der Ware zuwendet und mit dem Satz: „Der<br /> Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine "ungeheure Warensammlung", die einzelne Ware als seine<br /> Elementarform.“ beginnt.  <br /> <br /> <br /> Gruß<br /> <br /> <br /> Eine Anmerkung noch: Die Verhältnisse in der DDR, das Bildungssystem, die soziale Sicherheit, etc. haben ganze Arbeit geleistet und einen Menschen hervorgebracht, für den die gegebenen<br /> Möglichkeiten in der Gesellschaft zu eng geworden waren. Anders ausgedrückt, die entwickelten Produktivkräfte rebellierten gegen die bestehenden Produktionsverhältnisse. Menschen streben nach<br /> Befriedigung ihrer Bedürfnisse, egal welcher Art diese sind, und auch in diesem Streben stießen sie auf immer engere Grenzen. Damit meine ich nicht nur den Konsum, sondern vor allen Formen der<br /> Persönlichkeitsentfaltung.<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> "vorgegebene Kosten der Einheit": Die Behauptung, die Einverleibung der DDR habe "der BRD" Kosten verursacht, gehört zum Standard-Repertoire der Propaganda. In der Rechnung wird stets übergangen,<br /> dass die Kapitalisten der BRD das Volkseigentum der DDR so gut wie geschenkt unter den nagel gerissen haben, und dass sie es dann vielfach auch noch zerstört haben, um die eigenen<br /> Absatzmöglichkeiten zu befördern. Das waren nicht Kosten, sondern (gestohlenes) Vermögen. Die Verdauung der DDR hat den BRD-Kapitalisten eine Sonderkonjunktur beschert, ohn die die sogeannten<br /> Wachstumsraten in den 1990er Jahren noch viel bescheidener ausgesehen hätten. <br /> <br /> <br /> <br />
K
<br /> <br /> Das die eigentliche Mauer zwischen Arm und Reich verläuft, ist wohl wahr, die anderen Aussagen hingegen verdienen es hinterfragt zu werden, und<br /> dass nicht nur weil Parteien prinzipiell die Interessen einer Klientel zu vertreten haben. Vom Kopf auf die Füße gestellt, bedeutet dieses, das eine bestimmte Klientel eine Partei gründet, um<br /> ihre Interessen zu vertreten, dabei ist sie unter Umständen durchaus geneigt sich einen neutralen Anstrich zu geben, um letztlich Menschen außerhalb dieser Klientel gegen ihre eigenen Interessen<br /> zu vereinnahmen.  <br /> <br /> <br /> Aber auch den Aussagen zum Sozialstaat und sozialer Sicherheit im Zusammenhang mit den Bürgern der DDR möchte ich folgendes<br /> entgegensetzen:<br /> <br /> <br /> Und weil die DDR Bürger vertrauen in den bundesdeutschen Sozialstaat hatten, haben sie ihre soziale Sicherheit aufgegeben und sind scharenweise<br /> in die Tempel des Kapitals geströmt, auf der Suche nach versprochener Glückseeligkeit. <br /> <br /> <br /> Willkommen in der Realität, aber einmal ehrlich, hat es so etwas wie einen Sozialstaat in der BRD überhaupt einmal gegeben? Auf deutschen Boden hat es bis jetzt nur einen Staat<br /> mit sozialem Anspruch gegeben und das war die DDR!<br /> <br /> <br /> Mann kann sich sicher sein, dass die DDR-Bürger sich nicht für die deutsche Einheit ausgesprochen haben, weil sie soziale Sicherheit wollten,<br /> dass sie diese hatten, war den meisten durchaus bewusst, es waren die Tempel des Mammon, welche sie magisch anzogen und in denen sie ihre soziale Sicherheit opferten.<br /> <br /> <br /> Ja Sepp, dass einzige gute an solchen Aussagen ist, dass den Menschen anscheinend der religiöse Glaube an Illusionsverbreitende<br /> Begrifflichkeiten ausgeht und ihnen somit langsam dämmert was gehauen und gestochen ist. Traurigerweise zeigen solche Aussagen aber auch, welche Vorstellungen vom Leben in der DDR noch<br /> existieren, und dass soziale Sicherheit oft an den Möglichkeiten einer qualifizierten Teilnahme am Gebet im Tempel des Mammon festgemacht wird.<br /> <br /> <br /> Gruß<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Ist die Bezeichnung Sozialstadt nicht auch dem Umstand zu verdenken, dass bürgerliche Ideologie, mittels dieses Begriffes, dem Kapital<br /> abgetrotzte Zugeständnisse, zum eigenen Vorteil interpretiert?<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Mal was anderes, mich würde Deine Meinung zu diesem Text interessieren.<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Teja schreibt m.E. das Wichtigste richtig hin. Das ist , wenn ich es richtig verstehe, was Du auch in Deinem Beitrag zur "Einheit Deutschlands" schreibst, den ich verlinkt habe: Teilungen, wo<br /> Einheit drüver steht. Dass das Bild der Mauer gewählt wird, finde ich erkenntnisfördernd, weil "die Mauer" ja in der bürgerlichen Propaganda für "DDR = Unrechtsstaat" steht, in Tejas Text<br /> jedoch für die Klassenspaltung in der kapitalistischen Gesellschaft.<br /> <br /> <br /> Was die verwendeten Begrifflichkeitenb betrifft, hast Du schon recht. Das ist die Sprache, die sie uns beibringen. Wir müssen tatsächlich wieder unsere eigene Sprache lernen. Eine Sprache lernen<br /> ist eh nicht einfach, und in dem Fall kommt dazu, dass es die Bourgeoisie geschafft hat, diese Sprache als verdächtig, ideologisch, veraltet etc. zu denunzieren. Wir müssen wohl Übergänge<br /> finden, die das Lernen erleichtern.<br /> <br /> <br /> Der Autor des Textes sieht die DDR übrigens, woweit ich weiss, nicht mit fremden Augen, sondern mit denen eines ehemaligen DDR-Bürgers.<br /> <br /> <br /> Zur "sozialen Sicherheit" noch: Zweifellos haben sich die Wünsche von DDR-Bürgern auf das grössere Angebot an Verbrauchsgütern (oder einfach auch Tineff) gerichtet. Aber ich glaube, dass das<br /> nicht so vermeintlich attraktiv gewesen wäre, wenn die BRD nicht AUCH das Inage eines "Sozialstaats" gehabt hatte. - Soziale Sicherheit PLUS Bananen erschein wohl als das Nonplusultra. Das war<br /> eine Fehleinschätzung. Das sehen ja auch viele mittlerweile mehr oder weniger ein.<br /> <br /> <br /> "andere Sache": Deinen Text dazu hatte ich schon gelesen, wollte auch kommentieren, aber habs (noch ?) nicht auf dem Punkt. Witholds Text finde ich interessant. Ob er in den Einzelheiten recht<br /> hat, kann ich nicht beurteilen. Aber die Herangehensweise, auch sozialistische Verhältnisse mit dem marxistischen Instrumentarium der Gesellschaftskritik zu untersuchen, finde ich richtig und ich<br /> glaube auch, dass Gossweiler, bei allen Verdiensten, die er sonst hat, auf dem Gebiet zu kurz greift.<br /> <br /> <br /> <br />