Europa: Frieden oder Krieg

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

 

"Die Idee der europaeischen Einigung ist heute noch eine Frage von Krieg und Frieden." Das sagte Kanzlerin Merkel 2007. Wenn europaeische Eingung - dann Frieden. Wenn keine europaeische Einigung - dann Krieg. Anders kann der Satz nicht verstanden werden.

 

2010 sagt Kanzlerin Merkel, die Euro-Zone muesse "in der Fianzpolitik naeher zusammenrueck(en)", und zwar duerften dabei "nicht die Schwaechsten" bestimmen, "sondern die Staerksten".

 

Wer sind die Staerksten ? Deutschland und Frankreich. Aber auch im Vergleich mit Frankreich ist Deutschland staerker. Deutschland ist "der Staerkste". Der Euro muss jetzt gerettet werden, damit die EU gerettet wird; und zwar dadurch, dass "die Staerksten" dabei den Ton angeben, genauer gesagt: "der Staerkste", Deutschland.

 

Ist die Erwaehnung der Moeglichkeit Krieg irgendwie gleichnishaft gemeint ? Ist das bloss ein Bild, so wie man bei Familienstreitigkeiten auch von Familienkrieg sprechen mag, obwohl gar nicht geschossen wird ? Oder war der Redenschreiber von 2007 und der von 2010 mal zu einem Gag aufgelegt, und die Chefin hat es nicht gemerkt und brav vom Blatt abgelesen ?

 

Nein, so redet eine Kanzlerin nicht. Da ist jedes Wort geprueft und gewogen, gegengelesen und abgesegnet. Sie redet mit voller Absicht so. In vielen Faellen sagt die Kanzlerin nicht, was sie meint, sondern das Gegenteil, oder sie schweigt. In diesem Fall spricht sie aus, was Sache ist. Sie haelt es also fuer zweckdienlich, von der Alternative Krieg oder Frieden zu sprechen.

 

Das Thema ist: Konkurrenz. Bei dieser alltaeglichen Erscheinung des Geschaeftslebens kennen die Unternehmer zwei Haupt-Taktiken: a) die Konkurrenten in Grund und Boden konkurrieren, ruinieren, vernichten; oder b) die Kapitale zusammenlegen, nach Moeglichkeit die Partner im Gemeinschaftsgeschaeft in die schwaechere Position zwingen - und gemeinsam gegen andere Konkurrenten antreten. Diese beiden Taktiken sind auch im Umgang zwischen den Staaten USus.

 

Hitler zum Beispiel war Taktik a). Die ist schiefgegangen.

 

Adenauer und Erben war/ist Taktik b). Damit ist man viel weiter gekommen. Deutschland ist ueber das "Projekt" europaeische Einigung zur staerksten europaeischen Macht aufgestiegen. Sie kann damit nicht zufrieden sein, nicht zuletzt deswegen, weil es den vorlaeufig allen uebergeordneten Konkurrenten, die Freunde jenseits des Atlantik gibt.

 

Aber im Moment ist erst einmal das Erreichte gefaehrdet. Sollte die bisher so erfolgreiche Taktik b) scheitern, "muss" Taktik a) wieder ins Auge gefasst werden.

 

Nicht, dass das neu waere. Taktik a) wird schon aktiv betrieben, und nicht erst seit gestern. Sie ist  die "zweite Linie" der deutschen Aussenpolitik, mit der im Schatten der Hauptlinie beharrlich daran gearbeitet wird, die schwaecheren Staaten deutschem Einfluss zu unterwerfen, Ost- und Suedost-Europa in abhaengige Kleinstaaten zu zerteilen, uberall "Ethnien" aufzuspueren (eine Spezialitaet der halbstaatlichen FUEV und der Olivgruenen), um die inneren Konflikte anderer Staaten zu schueren, die Ansprueche der "Vertriebenen"-Mafia zu sponsern.

 

Wenn die nach dem II. Weltkrieg verfolgte Hauptlinie scheitert, wird die "zweite Linie" zur Auffanglinie deutscher Vormachtspolitik. Das meint die Kanzlerin, wenn sie droht, der Euro, die EU, die europaeische Einigung sei eine Frage von Frieden oder Krieg.

 

 

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