Flächendeckende Bespitzelung im Tal der Ahnungslosen

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Darüber, ob die DDR-Staatssicherheit im damaligen Bezirk Dresden weniger Leute brauchte, weil es sich hier um das "Tal der Ahnungslosen" handelte, das von der westlichen TV- und Radiopropaganda nicht erreichbar war, gibt es vermutlich keine Statistiken. Endlich zum freien Westen gehörig, können sich die Dresdener aber jedenfalls heutzutage nicht über mangelnde polizeiliche Aufmerksamkeit beklagen. Sie werden sehr gut beschützt, nämlich vor sich selber. Über eine Million Handydaten hat die nun bundesdeutsche Polizei gesammelt und gespeichert, angeblich innerhalb zwei Tagen. Ausgewertet wird noch immer.

 

http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/offenbar-ganz-dresden-ueberwacht/

 

Der zuständige Innenminister findet das ganz in Ordnung. Sein Ministerpräsident hat auch nichts dagegen, sondern mahnt seinen Ober-Sherrif bloss, seiner Informationspflicht eventuell besser nachzukommen. Die Opposition macht kleine Anfragen, vor denen sich die uniformierten und nicht uniformierten Datensammler jetzt bestimmt furchbar fürchten werden. - Alles geht seinen demokratischen Gang, im endlich freien Osten.

 

(Dank an Teja http://www.blog.de/user/Teja552/ für den Hinweis.)

 

___

update 27. Juni 2011:

 

Im Rahmen der sächsischen Handydaten-Affäre, bei der die Polizei massenhaft Mobilfunkdaten sammelte, ist der Dresdner Polizeipräsident Dieter Hanitsch abberufen worden. (http://www.dernewsticker.de/)

 

Zu weit vorgewagt und dummerweise an die Öffentlichkeit gekommen. Aber für Herrn Hanitsch wird noch Verwendung sein. Guter Mann, das. Zupackend.

 

 

Werbung

Veröffentlicht in Deutschland

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post