Gläubiger der griechischen Staatsschulden

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Stand: Juni 2011

 

Die Zahlen verändern sich rasch, so dass es sich bei der folgenden Aufstellung nur um eine Augenblicksaufnahme handelt, die zum Teil bereits wieder überholt ist, weil einige Zahlen noch von Ende März sind. Die privaten Gläubiger - Banken, Versicherungen und andere private "Finanzinvestoren" - werden in grossem Umfang von hauptsächlich der EZB "freigekauft", die deren praktisch wertlose griechische Staatsanleihen zu fiktiven Preisen übernimmt, um sie schadlos zu halten. Das Argument dafür ist die angebliche "Systemrelevanz" dieser Privaten, die ihrerseits angeblich pleite gehen könnten, wenn sie auf den Papieren "sitzenbleiben" würden. Dieser Freikauf läuft bereits seit längerem. Die privaten "Investoren" haben einen grossen Teil ihrer Bestände bereits abgestossen und damit ihr privates Risiko auf die Staaten bzw. Zentralbanken überwälzt. In dem Mass, in dem das passiert, verwandeln sich uneinbringliche Forderungen letzten Endes in Staatsschulden. Die privaten "Finanzinvestoren" - also Banken, Versicherungen, private Fonds - sind bereits so weit "freigekauft" worden, dass das Argument, sie könnten ihrerseits fallieren, inzwischen lächerlich ist. Sie sollen auf Kosten der Staatshaushalte und der öffentlichen Hand einfach gänzlich schadlos gehalten werden. Selbst eine freiwillige Beteiligung am Rettungsfond - also eine gerinfügige Übernahme der Risiken, die sie eingegangen sind - ist umstritten. Faktisch wird ihnen das gesamte Risiko abgenommen und auf Staat(en) und öffentliche Hand überwälzt.

 

Hier die Zahlen:

 

Die Gesamtverschuldung des griechischen Staates liegt bei 340 Milliarden Euro.

 

Davon halten

 

- griechische Banken                            48 Mia E

 

- Griech. "öffentl. Hand" (1)                   30

 

- EZB                                                     50

 

- Nat. Zentralbanken Euro-Zone            13

 

- IWF                                                      30

 

- Staaten Eurozone   (2)                         38

 

- Staatsfonds ausserhalb Europas         25

 

- Deutsche Banken/Versicherungen (3) 19

 

- Franz. Banken (4)                                19

 

 

 

(1) hauptsächlich die gesetzlichen Renten- und Sozialkassen

 

(2) davon deutscher Anteil: 8 Mia E

     Die Garantiesumme der Staaten der Euro-Zone beträgt bisher insgesamt 110 Mia E, die in mehreren Tranchen innerhalb der nächsten drei Jahre ausgezahlt werden sollen: Der deutsche Anteil an dieser Garantiesumme ist 22 Mia E.

 

Bei den Beträgen, die zur Zeit verhandelt werden, handelt es sich zum einen Teil um die Beträge, die als nächste Tranche innerhalb dieses Garantierahmens ausgezahlt werden sollen (noch im Juni), zum Teil um eine Erweiterung dieses Garantierahmens, wobei es bei dieser Erweiterung um einen Betrag vom bis zu mehr als dem Dreifachen der bisherigen Summe geht.

 

(3) davon

 

- Commerzbank 2,9

- FMS ("Badbank" der HRE - praktisch staatlich - 6,3

Deutsche Banken insgesamt 10

Deutsche Versicherungskonzerne insgesamt 2,8

 

(4) davon

 

BNP 5  

 

Zahlen nach http://www.ftd.de/finanzen/:euro-krise-die-groessten-griechenland-glaeubiger/60066259.html

 

update:

 

Schulden in Griechenland und Gläubiger:

http://www.faz.net/s/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF/Doc~E017CF0C09D844B04AD7C859FEA28EF0F~ATpl~Ecommon~SMed.html#B354C78BBC56492088159A104C5F9F0F

 

 

   Geplanter Asuverkauf des griechischen Staatsbesitzes.

http://www.faz.net/s/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF/Doc~E017CF0C09D844B04AD7C859FEA28EF0F~ATpl~Ecommon~SMed.html#D93E74931B5E4990AF74F0E2AC543A1A 

 

Werbung

Veröffentlicht in Griechenland

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post