Haiti: Eine Marionette mehr
Michel Martelly wird am 14. Mai 2011 das Amt des Präsidenten übernehmen. Er ist ein Sänger. Und er heult mit den Wölfen des grossen Nachbarn USA. Den von den USA lancierten Sturz des Präsidenten Aristide 2004 (1991 hatten ihn die Yankees schon einmal aus dem Amt vetrieben) feierte Michel Martelly. Befreundet war er mit dem Führer der Tonton Macoutes(1), die, gegründet von dem berüchtigten US-Bluthund Duvalier, nach 1991 erneut als die Schläger und Folterknechte des Regimes ihren Dienst verrichteten.
Hier ein Artikel in junge welt zu Martelly:
Während Martelly die Einladung dieser Verbrecher als Teil eines von ihm angestrebten »Versöhnungsprozesses« verstanden haben will, werfen ihm Menschenrechtsvereinigungen vor, tatsächlich eine Rehabilitierung der Diktatoren und Putschisten anzustreben. Für solche Vermutungen hatte Martelly selbst gesorgt, als er im April gegenüber der kanadischen Tageszeitung La Presse eine Amnestie für Duvalier nicht ausschließen wollte. Gegen den einstigen »Präsidenten auf Lebenszeit« wird derzeit ein Prozeß wegen der Tausenden Todesopfer und schweren Menschenrechtsverletzungen seiner Diktatur vorbereitet. Seit seiner Rückkehr nach Haiti im Januar steht Duvalier unter Hausarrest – und genau dieser Umstand könnte seine Teilnahme an der Amtseinführungsfete noch verhindern.
Aber vielleicht findet Martelly doch noch einen Weg, schon aus alter Verbundenheit. So war er mit Joseph Michel François befreundet, dem Chef der Todesschwadronen der Militärdiktatur nach dem ersten Sturz Aristides 1991. Als dieser 2004 zum zweiten Mal mit Waffengewalt aus dem Amt gejagt wurde, feierte Martelly den erneuten Staatsstreich mit einer Reihe von Konzerten.
Die Tontons Macoutes waren dafür bekannt, sich paramilitärisch zu kleiden, vergleichbar den italienischen Faschisten und den deutschen Nationalsozialisten. Sie waren auch für das Tragen dunkler Sonnenbrillen bekannt, für die Benutzung von Macheten und für das Zurschaustellen ihrer Opfer an öffentlichen Plätzen oder in Bäumen, aufgehängt zur Abschreckung. Sie kultivierten ein Image, dass sie Voodoo-Dämonen oder Zombies seien. Sie waren oft im Besitz von Feuerwaffen, aber zogen es vor, mit Macheten und Messern ihre Opfer zu traktieren, um ihnen schwere Verletzungen zuzufügen.
(Wikipedia)