Heute, Berlin, 18 Uhr: Protestkundgebung gegen den chilenischen Präsidenten

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

 

Der chilenische Präsident Piñera besucht Berlin
 

“La gente nos dice que somos héroes y no, no somos héroes, somos

víctimas... Somos víctimas de los empresarios que no invierten en

seguridad”

„Die Menschen sagen uns, dass wir Helden sind, und nein, wir sind keine Helden. Wir sind Opfer der Unternehmer, die nicht in Sicherheit investieren.“

Der gerettete Bergmann Franklin Lobos in der Tageszeitung El Mercurio vom 18.10.2010


 

Der chilenische Präsident Piñera besucht Berlin

Protest-Kundgebung am Donnerstag, den 21.10.2010, 18:00

An Humboldt Universität Hauptgebäude, Audimax

(Piñera spricht wohl am morgigen Donnerstag um 19:15 zum Thema „Chile Bicentenario – Challenges, Innovation and Future“– Einlass nur mit Einladung)

Die 33 Bergleute der San José Mine sind gerettet und der neue chilenische Präsident Sebastián Piñera besucht Berlin. Gemeinsam mit Angela Merkel und deutschen UnternehmerInnen möchte er nach 20-Jahren Concertación (Regierungskoalition aus Christ- und Sozialdemokraten) die Rückkehr der Staatsgewalt in den Schoß seiner aus radikalen Marktliberalen und rechtsextremen Neopinochetisten bestehenden Regierung feiern.

Der glückliche Ausgang der hochtechnologisierten hypermedialen Rettung der Bergarbeiter darf jedoch nicht über die kollektive Tragödie des chilenischen Gesellschaftsmodells hinwegtäuschen, die das Grubenunglück von San José erst ermöglicht hat. Das von der Pinochet-Diktatur (1973-1990) gewaltsam durchgesetzte chilenische Politik-, Wirtschafts- und Sozialmodell wurde von 1990 bis 2010 von den Concertación-Regierungen fortgeführt, vertieft und demokratisch legitimiert und ist heute das Fundament eines Modells, dass auf der Ausbeutung von Mensch und Natur, auf Ungleichheit und Repression basiert. Die gegenwärtige chilenische Verfassung von 1980 ist die Verfassung der Diktatur, und das Antiterrorgesetz, dass die Regierung Pinera derzeit gegen Mapuche und soziale Bewegung anwendet, wurde ebenfalls von der Pinochet-Diktatur erlassen. Chile hat auch bis heute nicht die internationale Konvention über Sicherheit und Gesundheit im Bergbau ratifiziert (ILO-Konvention 176).

Die Mapuche-Solidaritätsgruppe im FDCL fordert
  • Die Freilassung aller politischen Gefangenen Mapuche und ChilenInnen
  • Entmilitarisierung der Mapuche-Gebiete
  • Die Abschaffung des Antiterrorgesetzes und der Verfassung von 1980
  • Wahrheit und Gerechtigkeit für die Opfer der Pinochet-Diktatur
  • Angemessene Löhne, Arbeitsverträge und Sicherheitsstandards
  • Bildung und soziale Gerechtigkeit für alle in Chile und anderswo

Die Mahnwache am 22.10. vor dem Regent Hotel, wo das deutsch-chilenische Unternehmertreffen stattfindet, wird von der Gesellschaft für bedrohte Völker organisiert und nicht vom FDCL.

Anfragen diesbezüglich bitte direkt an die GfbV richten.

FDCL e.V.:
Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V.
Centro de Investigación y Documentación Chile-América Latina
Centro de Pesquisa e Documentação Chile-América Latina
Center for Research and Documentation Chile-Latin America
Gneisenaustraße 2a
D-10961 Berlin
email: info'at'fdcl.org

Weitere Informationen unter:
http://www.fdcl-berlin.de

 

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Quelle: http://www.dkp-berlin.info/index.php?option=com_content&view=article&id=277:chilenische-praesident-pinera-besucht-berlin&catid=3&Itemid=3

 

 

 

 

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Veröffentlicht in Gegen Rechts

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