Vor 70 Jahren überfiel Nazideutschland die Sowjetunion
Die KPD ist eine kleine kommunistische Partei in Deutschland, die nach dem Anschluss der DDR an die BRD und die Umwandlung der SED in die PDS gegründet wurde. Sie versucht, das Erbe der alten KPD fortzuführen und strebt ein Zusammengehen mit der DKP und anderen Kommunisten an. Auch Erich Honecker war nach dem Untergang der SED in dieser Partei organisiert.
Zum 70 Jahrestag des Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion hat die KPD die folgende Erklärung herausgebracht. Auf der Internetseite der DKP gibt es leider kein Statement zu diesem bedeutenden Jahrestag.
Erklärung des ZK der KPD zum
70. Jahrestag des faschistischen Überfalls auf die Sowjetunion
Am 22. Juni 1941 überfiel das faschistische Deutschland die sozialistische Sowjetunion. Mit 153 deutschen Divisionen, das waren 70% der Hitlerwehrmacht, 37 Divisionen der faschistischen Verbündeten, 3.700 Panzern, 4.900 Flugzeugen sowie 50.000 Geschützen und Granatwerfern sollte die faschistische Wehrmacht jenes Ziel verwirklichen, das sich der deutsche Faschismus im Auftrage der deutschen Monopole und Banken von Beginn an auf seine Fahnen geschrieben hatte: Im Zuge der Neuaufteilung der Welt zugunsten Deutschlands das Kernland des Sozialismus, die UdSSR, zu vernichten.
Die sowjetische Staatsführung und die Führung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion hatten im Vorfeld versucht, auf diplomatischem Wege Zeit zu gewinnen für den weiteren Aufbau der sowjetischen Volkswirtschaft und der Roten Armee. Insbesondere versuchte sie 1938/39 mit Polen, England und Frankreich Verteidigungsbündnisse gegen die Aggressionsbestrebungen Hitlerdeutschlands zu erreichen, die abgelehnt wurden bzw. durch deren Hinhaltetaktik nicht zustande kamen. Es bestand die Gefahr der gemeinsamen Allianz der Westmächte mit dem faschistischen Deutschland und der völligen Isolierung der Sowjetunion. Aus all diesen Gründen wurde ein Angebot Deutschlands zum Abschluß eines Nichtangriffspaktes angenommen. Dieser wurde völkerrechtswidrig von Deutschland gebrochen, wobei sich die Faschisten diesmal nicht einmal die Mühe machten, einen Grund zu präsentieren, wie noch 1939 mit dem Vorfall im Sender Gleiwitz.
Möglich wurde dieser Krieg nicht zuletzt durch die Hilfestellung der Westmächte, die Deutschland als Speerspitze gegen den Sozialismus gebrauchen wollten. Sie verfolgten 2 Ziele: Zerstörung des Sozialismus und entscheidende Schwächung des deutschen Konkurrenten.
Die Sowjetunion mußte nun gegen einen grausamen und technisch hoch ausgerüsteten Aggressor bestehen. Es ging um die Verteidigung des Lebens der Menschen, der Völker, des Vaterlandes. Der Große Vaterländische Krieg verlangte die völlige Unterordnung aller gesellschaftlichen Bereiche unter die Interessen der Landesverteidigung.
Ohne die große Leistungsbereitschaft und Opferbereitschaft der Arbeiterklasse, der Bauern und der Intelligenz in der UdSSR wäre der Sieg über den Hitlerfaschismus nicht möglich gewesen. Als die Faschisten sich auf dem Vormarsch bis vor Moskau befanden, verlagerte die Sowjetunion große Teile der Industrie aus dem westlichen Teil der Sowjetunion in das weite Hinterland und es wurde oft unter freiem Himmel, unter schwierigen Naturverhältnissen, unter außerordentlich schwierigen materiellen Bedingungen weiterproduziert, um die Rote Armee mit der notwendigen Ausrüstung zu versorgen.
Die Erfolge der Roten Armee und der Sieg im Großen Vaterländischen Krieg waren nur möglich durch den klugen, intelligenten Einsatz der Kommandeure aller Stufen und durch den unbedingten Willen der Soldaten und Unteroffiziere, Offiziere und Generale der Roten Armee, den Sieg über die faschistische Armee, über das faschistische Deutschland zu erreichen. Wir dürfen nie und niemals vergessen, daß von den fast 60 Millionen Toten, die der II. Weltkrieg die Völker gekostet hat, 28 Millionen tote Menschen auf die Sowjetunion entfielen, davon 14 Millionen Zivilisten. 17.000 Städte und 70.000 Ortschaften wurden zerstört, die Sowjetunion verlor mehr als 1/3 ihres Nationalvermögens.
Um die faschistische Kriegsmaschinerie zu stoppen und zu zerschlagen, hatten alle Mitglieder der Antihitlerkoalition einen hohen Blutzoll zahlen müssen. Den entscheidenden Anteil im Kampf gegen das barbarischste System, das die Menschheit bisher kannte, trugen jedoch die Sowjetunion, die Völker der UdSSR und die Rote Armee. Dieser Sieg war ein Akt der Befreiung nicht nur der Antifaschisten, sondern objektiv auch jener Deutschen, die sich von der Nazi-Propaganda verführen ließen und dem „Führer“ hinterher gelaufen waren. Noch immer gilt, daß ein Volk nicht frei sein kann, solange es andere Völker unterdrückt.
Wer heute nur von der Niederlage Deutschlands im zweiten Weltkrieg redet und nichts von einer Befreiungstat der Alliierten wissen will, hat aus der Geschichte nichts gelernt und besorgt objektiv die Geschäfte der gleichen Kreise, in deren Interesse dieser Raubkrieg begonnen wurde.
Von welcher Seite man es auch immer sieht: die Befreiung vom Faschismus ist engstens verbunden mit der Antihitlerkoalition als Ganzem, ihren Völkern und ihren Repräsentanten, insbesondere mit dem Namen J.W. Stalin. Selbst von ranghöchsten Staatsmännern der USA, Großbritanniens und Frankreichs ist seine herausragende Rolle anerkannt worden.
Nun forderte jedoch das EU-Parlament am 9. April 2009 auf, den 23. August 1939, den Tag der Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes, als Gedenktag für die „Opfer“ aller totalitären und autoritären Regimes zu begehen. Deshalb ist stets an die geschichtliche Wahrheit zu erinnern und sie zu verbreiten, als eine der wichtigsten Aufgaben, die wir Kommunisten heute haben. Nur einen Moment zu vergessen, wer den grausamen Krieg begann, heißt der gegenwärtig stattfindenden Geschichtsfälschung auf den Leim zu gehen.
Unser Dank gehört für immer den Völkern der Sowjetunion und allen Antifaschisten, die in der Antihitlerkoalition, in Deutschland, den okkupierten Staaten sowie in der Emigration Widerstand leisteten und den Sieg über das faschistische Deutschland errangen.
via http://kommunistische-initiative.org/2011/06/20/