Hunger in Nordkorea, Hunger in den USA ...

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

460 000 Tonnen Lebensmittel"hilfe" aus dem Ausland benötigt Nordkorea im Jahr, damit nicht ein Teil der Bevölkerung verhungert. - So wird unisono in den bürgerlichen Medien "berichtet". Ich habe CathrinKa, die in Hanoi lebt und dort ein deutschsprachiges Blog betreibt ( http://cathrinka.blog.de/ ), vor zwei Jahren gefragt, ob sie das für möglich hält. Sie hatte damals gerade Nordkorea bereist. Sie empfand die Frage als Provokation. Ihre Reiseeindrücke können hier nachgelesen werden: (1) . Einen ebenfalls sehr andern Eindruck als das vom Westen gemalte Bild vermittelt ein Reisebericht, den ich heute schon einmal verlinkt habe. Er stammt von einem deutschen Ingenieur, der in China arbeitet und Nordkorea bereist hat: http://nordkoreainfo.files.wordpress.com/2010/09/nordkorea-ein-reisebericht-von-volker-muller.pdf 

 

Ich verfolge die "Berichterstattung im Westen über Nordkorea nun seit vielen Jahren. Mein Eindruck ist, dass von diesem Land ganz systematisch ein Bild erzeugt wird, das Hass und Abscheu erzeugen soll. Man lese die heutigen einschlägigen Artikel in der FAZ, der NNZ oder FDT. Die Gleichschaltung ist total. Es kommt nur und ausschliesslich, was die südkoreanischen und USamerikanischen Geheimdienste an "virtuellem Nordkoea" geschaffen haben. Das reicht von der völlig falschen Darstellung des Korea-Kriegs bis zu den Gerüchten über die Führung, in erster Linie natürlich die Kims. Kim Jong Il wird ein ausschweifender Lebensstil nachgesagt. Er habe Devisen in der Schweiz oder sonstwo gebunkert.

 

- Das erinnert sehr an ähnliche "Nachrichten" über Fidel Castro (irgendwo habe ich die lächerliche Behauptung gelesen, Fidel habe 600 Millionen Dollar "abgezweigt" - was für eine haltlose, dreiste und lächerliche Lüge !). Man erinnere sich an die wüsten Spekulationen nach Fidels Rücktritt von seinen offiziellen Ämtern - ein "verhasster" Führer, der nun endlich gehen muss, die angebliche Freude der Kubaner darüber. Wer sich auch nur ein wenig über Kuba informiert, wird finden, dass alles in diesem Zusammenhang erstunken und erlogen war.Fidel wird im Gegenteil von den meisten Kubanern hoch geachtet und geradezu verehrt. Das ist so offensichtlich, dass die Westpropaganda darüber zur Zeit eingestellt worden ist, weil sie sich nur noch blamieren könnte.

 

Ganz ähnlich wird mit Kim Jong Ils Bild verfahren; oder mit dem Gaddafis. Es ist immer das selbe Muster, wie aus einem Handbuch für Gräuelpropaganda. - Und ich vermute, aus einem solchen stammt das alles tatsächlich auch.

 

200 000 Menschen, steht heute in den Mainstreamblättern, seien in Nordkorea interniert.Ich weiss nicht, ob das stimmt. Aber wie ist es damit: In den USA sitzen mehr als 2 Millionen Menschen im Gefängnis. Gerade eben wird in jedem Bundesstaat die Einrichtung von Internierungslager "im Notfall" organisiert ( http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP24111_191211.pdf ).

 

Und "selbstverständlich" wird in Nordkorea gehungert. - Die Geschichte lebt wohl davon, dass es dort in den 1990er Jahren nach dem Wegfall der Wirtschaftsbeziehungen mit der Sowjetunion nach deren Untergang und mehreren Naturkatastropgen tatsächlich Hunger gab, ähnlich wie in Kuba aus den selben Gründen. Aber wie ist es damit:

USA: Millionen hungern

 

 

Von André Scheer
»Food Bank« in Los Angeles, vergleichbar den deutschen »Tafeln«. Auf die Hilfe dieser Einrichtungen sind der ­Organisation »Feeding America« zufolge 49 Millionen US-Bürger angewiesen Foto: Reuters
Die »Occupy«-Bewegung prägt weiter die öffentliche Diskussion in den USA. Das Magazin Time wählte die »Protestierenden« aus aller Welt – darunter ausdrücklich auch die spanischen und griechischen »Empörten« und ihre nordamerikanischen Ableger – zur »Person des Jahres 2011«. Auch der den Widerstand gegen die reichsten ein Prozent der Bevölkerung symbolisierende Slogan der »Occupy«-Bewegung »We are the 99 percent« (Wir sind die 99 Prozent) wurde von der Yale University jetzt zum »Zitat des Jahres« erklärt, wie die Nachrichtenagentur AP in der Nacht zum Montag meldete.
Hunger in den Metropolen


Die Aktivisten der Bewegung, die Mitte September mit einem Aufruf, die New Yorker Wall Street zu besetzen, ihren Ausgang nahm, können sich nun auch von offiziellen Zahlen der US-amerikanischen Behörden bestätigt fühlen. Eine von den nordamerikanischen Medien in den vergangenen Tagen heftig diskutierte Studie der dem Handelsministerium angegliederten Statistikbehörde U.S. Census Bureau kommt zu dem Schluß, daß nicht weniger als 48 Prozent der US-Amerikaner – insgesamt fast 150 Millionen Menschen – mittlerweile als arm gelten können, weil sie mit ihren Gehältern unter die offizielle Armutsgrenze gerutscht sind oder zu der nur knapp darüber liegenden Schicht mit »geringen Einkommen« gehören. 57 Prozent der Kinder in den USA leben in dieser Klasse. Das Durchschnittseinkommen aller Familien ist seit 2007 inflationsbereinigt um 6,7 Prozent gesunken.

 

In der vergangenen Woche warnte zudem die Konferenz der Bürgermeister US-amerikanischer Städte bei einer Pressekonferenz in Washington, daß aufgrund der wachsenden Arbeitslosigkeit immer mehr Familien ihre Unterkunft verlieren und Hunger leiden. Das Problem sei so groß wie nie zuvor in den vergangenen 25 Jahren. Die Zahl der Nothilfeanträge sei in den zwölf Monaten bis September 2011 um 15 Prozent gestiegen. Selbst Berufstätige seien nicht mehr vor Hunger geschützt: 26 Prozent derjenigen, die auf Lebensmittelspenden angewiesen seien, hätten einen Arbeitsplatz.

 

Sheldon Danziger, ein auf Armutsforschung spezialisierter Professor der Universität von Michigan, zeichnete gegenüber AP ein trübes Bild: »Die Realität ist, daß die Aussichten für die Armen und die fast Armen trostlos sind.« Wenn der Kongreß und die Bundesstaaten ihre Kürzungspolitik im sozialen Bereich fortsetzten, werde die Zahl der armen Familien in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Bisher hätten Hilfsprogramme wie Lebensmittelmarken und Steuerstundungen einen noch höheren Anstieg verhindert, aber bereits jetzt hätten viele Bedürftige zu diesen keinen Zugang mehr. So würden Familien, deren Einkommen knapp über der Bemessungsgrenze liegt, die aber berufs- oder gesundheitsbedingt höhere Ausgaben haben, leer ausgehen.

 

Solidarität mit diesen Menschen kommt auch in diesem Jahr aus Venezuela. Zum siebten Mal in Folge hat das in venezolanischem Staatsbesitz befindliche Ölunternehmen CITGO in der vergangenen Woche erneut die Lieferung von kostenlosem Heizöl an mehr als 400000 Menschen in 25 US-Bundesstaaten, darunter den Bewohnern von 250 Obdachlosenheimen, begonnen. Seit 2005 habe CITGO für dieses Programm mehr als 400 Millionen US-Dollar ausgegeben, sagte CITGO-Präsident Alejandro Granado.

 

junge Welt

 

(1) CathrinKa hat in diesen Blogeinträgen ihre Reise beschrieben. Sie berichtet durchaus nicht unkritisch, aber was sie gesehen hat, ergibt ein ganz anderes Bild als das, das man aus der westlichen Gräuelpropaganda gewinnt. Hier ihre Blogeinträge:

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/06/sommerreise-2009-abenteuer-nordkorea-beginnt-6903821/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/06/sommerreise-2009-hotel-koryo-pyongyang-6905239/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/07/sommerreise-2009-strassen-pyongyang-6912970/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/08/sommerreise-2009-bischen-propaganda-6922593/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/09/sommerreise-2009-kim-il-sung-juche-ideologie-groessenwahn-6931843/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/10/sommerreise-2009-kim-il-sung-juche-ideologie-groessenwahn-6938060/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/12/sommerreise-2009-geschichte-kultur-ausflug-erde-6948781/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/13/nordkorea-2009-hafenstadt-nampo-6952550/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/14/nordkorea-2009-unterwgs-kaesong-6960828/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/16/nordkorea-2009-stadt-kaesong-6976984/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/17/nordkorea-2009-umgebung-kaesong-6984574/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/18/nordkorea-2009-letzte-relikt-kalten-krieges-6990801/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/19/nordkorea-2009-mythen-legenden-6995689/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/20/nordkorea-2009-spektakel-ganz-besonderen-art-7001745/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/21/nordkorea-2009-gebirge-geheimnisvollen-wohlgerueche-7009331/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/22/nordkorea-2009-zauberhaftes-myohyang-7015640/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/23/nordkorea-2009-souvenirs-souvenirs-7023617/

 

http://cathrinka.blog.de/2009/09/23/nordkorea-2009-souvenirs-souvenirs-7023617/ 

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Veröffentlicht in Nordkorea

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