Island: Souveränität statt EU-Protektorat
Island beweist, dass die Devise "There is no Alternative", nach der Staaten wie Griechneland und Portugal dem EU-Diktat unterworfen und faktisch zu Dominions gemacht werden, nicht stimmt. Wenn das Volk entscheidet, gibt es einen Weg aus der Finanzkrise ohne und gegen die EU. In Island hat das Volk zweimal entschieden - gegen das ausländische Diktat, für die eigenen Interessen. Das Resultat: Damit fährt es sich besser.
| Souveränität statt EU-Protektorat: Der isländische Weg aus der Krise | | |
Souveränität statt EU-Protektorat
Souveränität statt EU-Protektorat.
Das Nicht-EU-Land Island ging einen anderen Weg. Im Oktober 2008 gingen 85 Prozent des isländischen Bankensystems bankrott. Viele SparerInnen verloren ihre Ersparnisse, da nur max. 20.000 Euro erstattet wurden. Da viele KundInnen bei isländischen Banken aus Großbritannien und den Niederlanden nach den dort geltenden viel höheren Vorschriften entschädigt wurden, erhoben Großbritannien und die Niederlande horrende Entschädigungsforderungen in der Höhe von vielen Milliarden: Plus Zinsen von 5,55%. Das isländische Parlament beugte sich zwar diesen Forderungen, doch es hatte die Rechnung ohne die Bevölkerung gemacht. Eine Massenbewegung erzwang eine Volksabstimmung. 93% stimmten gegen die Zahlungen an Großbritannien und die Niederlande. Darauf handelte die Regierung ein Abkommen aus, das bereits weitaus bessere Bedingungen für Island vorsah. Doch auch dieses wurde in einer Volksabstimmung von 60% zu Fall gebracht.
Als EU-Mitglied hätte sich Island des Drucks Großbritanniens und der Niederland nicht erwehren können. Aber auch darüber hinaus erwies sich die Nicht-EU-Mitgliedschaft als Segen: Die isländische Krone hat zwar durch Abwertung knapp die Hälfte ihres Werts gegenüber dem Euro verloren. Doch zugleich stärkte das die Konkurrenzfähigkeit einheimischer Produzenten, es profitierte der Export des Landes, vor allem die Fischindustrie und die Landwirtschaft. Betrug der Rückgang des BIP in 2009 noch 6,8, so waren es 2010 nur noch 1,1 Prozent. Für 2011 wird bereits wieder ein Wachstum von 2,3–2,5 Prozent erwartet. Das Finanzierungssaldo des Staatshaushalts belief sich 2008 auf ein Minus von 13,5 Prozent. Es verringerte sich 2009 auf 9,3 und in 2010 auf minus 5,7 Prozent. Für 2011 wird nur noch ein Defizit von 2,5 bis drei Prozent erwartet. Damit würde es sogar die Defizitkriterien der EU erfüllen.
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