Libyen - Bahrein: Zweierlei Mass, aber die selben Betrüger
Die Parteien und Regierungen, TV-Redaktionen und Menschenrechts-NGOs beben vor Empörung über die Menschenrechtsverletzungen in Libyen, die sie dem Gaddafi-Regime unterstellen. Sogar von Völkermord war vereinzelt die Rede. Die angebliche moralische Empfindlichkeit treibt eine NATO-Kriegsflotte vor die libysche Küste. Mit der "Einrichtung einer Flugverbotszone", wie der Beginn eines Überfalls auf ein anderes Land in unseren modernen Zeiten heisst, wurde ins moralische Auge gefasst, ein paartausend oder paar zehntausend Menschen auf dem Altar der edlen Werte zu opfern, die perverserweise Freedom&Democracy genannt werden.
Das alles im Fall Libyen, ganz anders im Fall Bahrein. Im Fall Bahrein wird die Regierung, die auf Demonstranten schiessen lässt, vorscihtig ermahnt, sie möge doch noch mehr Demokratie einführen als sie ohnehin schon praktiziert. Da ist man bloss "besorgt". Da werden weder Flugverbotszone noch Einmarsch zum "Schutz" der Protestierenden überlegt. Und wenn das saudische Regime keineswegs der Opposition, sondern dem bahreinischen mit Truppen zu Hilfe kommt, gibt es auch nur sanfte Ermahnungen. Wie wäre das gewesen, wenn das algerische Regime dem libyschen mit Truppen zu Hilfe gekommen wäre ?!
Irgendwie ist der Kurswert der westlichen Moral für die verschiedenen Länder sehr verschieden.
Warum ?
Weil die Moralspekulanten Betrüger sind, ganz so wie in der Welt der Börsenspekulation auch. Schliesslich sind es ja auch die selben Leute. Die Merkel und Sarkozy, Obama und Cameron, sind ihre Büttel, die Medien ihre Hassprediger. Die Freedom&Democracy-Gläubigen sollen einmal den Kreuzzug bejubeln, ein andermal seufzen "so gehts halt zu in der schnöden Welt hinieden". Es scheint aber, dass es mehr und mehr Kirchenaustritte gibt. Die heiligen Hallen leeren sich. Die heiligen Altäre werden schon bluttriefende Schlachtbänke geheissen. Der Atheismus in Sachen westlichem Werteglauben greift um sich. In der französischen Revolution hat man übrigens die prassende und verlogene Bande zu Paaren gejagt und die Tempel zu nützlichen Pferdeställen und Scheunen umfunktioniert.
Heisst es übrigens nicht immer, man solle aus der Geschichte lernen ?
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update:
Werner Pirker zu Bahrein: http://www.kominform.at/article.php/20110315205259216