Libyen: Es ist fast vorbei
Der Aufstand liegt offenbar in den letzten Zügen. Gaddafis Truppen scheinen vor der letzten Hochburg Bengasi zu stehen. Sogar im weiter östlich, nahe der ägyptischen Grenze, gelegenen Tobruk soll schon gekämpft werden. Die Rebellen melden, diese Stadt zurückerobert zu haben, bestätigen damit also indirekt, dass auch sie schon in der Hand der Regierung war - oder ist. Denn die Meldungen aus Bengasi erweisen sich regelmässig als falsch. So war auch mehrfach die Widergewinnung von Ras Lanuf und Brega behauptet worden - ebenfalls, wie sich erwies, eine Propaganda-Behauptung. Das neueste Gerücht, das von den westlichen Medien willig, aber etwas kleinlaut kolportiert wird, ist, 8000 Mann der Armee seien mit schweren Waffen und Flugzeugen zu den Aufständischen übergelaufen - eine äusserst unwahrscheinliche Geschichte in einer Lage, in der Gaddafis Truppen kurz vor dem Sieg stehen.Wahrscheinlicher ist, dass in Wirklichkeit die Truppen der Aufständischen in Auflösung sind. Gaddafi hat allen,die die Waffen niederlegen, Straffreiheit versprochen - ein Angebot,das wohl viele bedenken werden, ehe es zu spät ist, mit heiler Haut davon zu kommen. Nach den TV-Bildern haben sich die politischen Kundgebungen in Bengasi gelichtet. Der Wind hat sich gedreht, Binnen kurzem werden wohl die Truppen Gaddafis in der Stadt sein.
Das Geplärr von der "Notwendigkeit" einer Flugverbotszone "aus humanitären Gründen" ist so gut wie verstummt. Die beiden Maulhelden Sarkozy und Cameron meinen jetzt auch, ein "UN-Mandat" zu brauchen, das es wohl nicht mehr geben wird. Den imperialistischen Mächten ist es nicht gelungen, sich auf ein gemeinsames Fressen zu einigen. Jetzt verlassen die ersten Ratten, besorgt um künftige Geschäfte, das sinkende Kriegs-Schiff. Gaddafi hat die deutsche Regierung schon dafür gelobt, dass sie eine so realistische Haltung einnehme, und solche künftigen Geschäfte in Aussicht gestellt. Das wirft ein Licht darauf, was hinter den diplomatischen und propagandistischen Kulissen läuft.
Wenn es nicht noch zu einer unerwarteten Wendung kommt, ist der Regime Change von innen mit Waffengewalt und mit diplomatischer und verdeckter militärischer Unterstützung der Imperialisten misslungen. Es werden die einfachen Leute, die sich dafür gewinnen liessen, sein, die das auszubaden haben. Die Führer der von den westlichen Geheimdiensten ausgehaltenen Exilorganisationen werden sich wieder in ihre "Gastländer" trollen, aus denen sie eingeflogen wurden.
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Zur Erinnerung: So stellte sich die Lage vor drei Wochen nochdar:
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Der Abgesang der FAZ auf die nicht zuistande gekommene Friedensmission: