Luftterror über Libyen bis zum Ende des Jahres - welchen Jahres ?
Die NATO hat beschlossen, den Bombenterror gegen Libyen bis zum Jahresende zu verlängern. Andererseits behauptet sie, Gaddafi sei so gut wie geschlagen. Es gebe nur noch ein paar Städte, die sich noch nicht ergeben haben. - Ein seltsamer Widerspruch ! Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist das eine unnötig oder das andere ist gelogen. Einen unnötigen Beschluss wird die NATO nicht gefällt haben. Also ist das andere gelogen.
Der Beschluss kann nur bedeuten, dass der "Übergangsrat" nach wie vor nicht in der Lage ist, den loyalen libyschen Truppen und Milizen aus eigener Kraft standzuhalten; - dies nach mehr als einem halben Jahr Aufrüstung durch die NATO, dem freien Einsatz schwerer Waffen - während den Regierungskräften jeder Panzer und jedes Geschütz, das zum Einsatz kommt, sofort zerbombt wird -, unausgesetztem Bombenterror gegen die Bevölkerung mit dem Ziel, sie mürbe zu machen und den Willen zum Widerstand zu brechen.
Den Mainstream-Medien fällt der Widerspruch zwischen ihren Behauptungen und dem Kriegsverlauf scheinbar nicht auf. Wie peinlich muss es sein, die eigenen Propagandalügen jeden Tag von der Realität widerlegt zu sehen ! Zur Erinnerung: Im Februar haben sie behauptet, Gaddafi sei völlig isoliert, habe nur noch 300 Anhänger, die auch untereinander zerstritten seien, Gaddafi vollständig zu besiegen, sei nicht eine Frage von Wochen, sondern von Tagen ... Unbekümmert um die Bilder von den Millionen, die für Gaddafi demonstrierten, behaupteten sie Monate später weiter, die NATO beschütze die Zivilbevölkerung vor Gaddafi ... Die libysche Regierung hat die Volksbewaffnung durchgeführt, jeder, der wollte - und es wollten Hunderttausende - erhielt ein Gewehr. - Das tat eine Regierung, die völlig isoliert ist und von der die Bevölkerung nichts anderes wünscht, als dass sie sich trollt ...
Zur Zeit schweigen sich die freien und demokratischen Medien aus. Was geschieht denn zur Zeit in Libyen ? Warum dürfen denn die "eingebetteten" "Journalisten" nichts "berichten" ? Warum darf das Publikum nichts wissen ? - So machen sie es seit Beginn des Krieges immer, wenn es für die NATO und ihre Quislinge shlecht läuft. Dann macht die "Informationspflicht" Urlaub. Das Schweigen der Hurenjournaille ist auch eine Nachricht. Es passt zum NATO-Beschluss über die Fortsetzung der Bombenangriffe.
Die in der Bevölkerung verhasste und isolierte "Regierung", deren wenige Anhänger sich auch noch untereinander streiten (und totschiessen) ist - der "Übergangsrat". Sein Vorsitzender, der CIA-Agent Jibril, hat nach der Besetzung von Tripolis in den Siegestaumel hinein gesagt, der Krieg sei noch nicht vorbei, während er gleichzeitig behauptete, Gaddafi sei nun entgültig besiegt. Jetzt sagt er, sein Haufen werde innerhalb spätestens zehn Tagen eine Regierung bilden. Aber ob ihm die Halsabschneider, die aus Afghanistan eingeflogen worden sind und jetzt Tripolis und Misurata kontrollieren, das erlauben ? Und wenn ja, welche Machtpositionen werden sie in dieser "Regierung" durchsetzen ? Deja vu: Die USA haben einst die Taliban erschaffen, um Afghanistan unter Kontrolle zu bringen. Zehn Jahre später kämpft die US-Armee immer noch in Afghanistan - gegen die Taliban. Auch in Libyen hat der Kampf zwischen den Quislingen schon längst begonnen. Wenn Gaddafi wirklich besiegt werden könnte, stünde der nächste Krieg an.
Die direkt von den NATO-Mächten abhängigen Quislinge sind weder imstande, Gaddafi zu besiegen, noch die gefährlichen "islamistischen" Verbündeten zu kontrollieren. Weder für das eine noch das andere reichen die bisher verdeckt operierenden Spezial-Bodentruppen der NATO hin. Der unvermeidliche nächste Schritt wird sein, dass die NATO mit grossen Truppenmassen in Libyen einrücken "muss". - Deja vu, siehe Afghanistan.
Das ist wohl der Hintergrund für das gegenwärtige Schweigen der freien demokratischen Medien. Man hofft noch, die Gaddafi-Kräfte zu besiegen und gleichzeitig, die "Islamisten" unter Kontrolle halten zu können. Die Ankündigung Jibrils, man werde eine Regierung bilden, ist ein verzweifelter Versuch, dieses Drehbuch zu realisieren. Wenn das scheitert, kommen die Bodentruppen der NATO. Die werden allerdings den Schutz ihrer Luftwaffen brauchen. Der Beschluss, deren Einsatz "bis zum Jahresende" zu verlängern (man hat ja schliesslich nicht gesagt, bis zum Ende welchen Jahres ...), bekommt so seinen Sinn.