Nicht nur Tunesien

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Im Moment steht die akute Krise des tunesischen Regimes im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die selben Ursachen, die in Tunesien für politische Unruhe sorgen, wirken auch in anderen arabischen Staaten. Auch das ägyptische Regime wankt. Alle Regimes, die sich dem Diktat des IWF unterworfen und zu HiWis imperialistischer Dominanzpolitik haben machen lassen, sind mit der wachsenden Unzufriedenheit der Massen konfrontiert. Die sogenannte Globalisierung ist nicht nur in den imperialistischen Staaten selbst ein Programm der Verarmung der unteren Klassen und Schichten, sondern auch in den sogenannten Entwicklungsländern der Weg in noch tieferes Elend.

 

Auch im Nachbarland Tunesiens, in Algerien, gärt es. Der folgende Text der algerischen PADS - Partei für Demokratie und Sozialismus - analysiert die Lage in Algerien und die Triebkräfte einer auch in Algerien anstehenden politischen Veränderung.

 

http://www.solidnet.org/index.php/algeria-algerian-party-for-democracy-and-socialismpads/957-pads-algeria-statement-on-the-situation-in-algeria-en-fr-

 

 

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Veröffentlicht in Afrika

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T
It is for this reason that our children should have plenty of positive […]
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A
<br /> <br /> Respekt, wenn Du den Text aus dem Französischen übersetzt hast! Es ist sicher zu früh abzuwägen, ob ein islamischer Sozialismus gerade jetzt eine Chance hat? Sicher aber dürfte sein, dass er vom<br /> Westen insgesamt mit allen Mitteln der Einflussnahme bekämpft werden würde.<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> "Sozialismus": Was ich meinte ist, dass die sogenannte Gloabalisierung in der Region in den Augen der Leute ziemlich abgewirtschaftet hat und bei der Umorinetierung auf neue Leitbilder eine<br /> gewisse Rückbesinnung auf die Phase vorher, eben die antikolonialen Revolutionen, eine Rolle spielt.<br /> <br /> <br /> Was Tunesien betrifft, bin ich nicht optimistisch. Dort gibt es nicht einmal eine ordentliche kommunistische Partei oder sonst eine politisch klare und verankerte Organisation. Ohne eine solche<br /> verlaufen aber Volksbewegungen wié die gegenwärtige erfahrungsgemäss im Sand. Ich würde mich freuen, wenn ich mich täusche. Aber einen Regime-Change mit unmbelasteterem Personal, vielleicht aus<br /> dem Offizierskorps, halte ich für wahrscheinlicher als einen echrten Wandel.<br /> <br /> <br /> Allerdings gewinnen solche Bewegungen manchmal auch eine Eigendynamik, in der sie "über sich selbst hinauswachsen" und die Leute innerhalb kürzester Zeit mehr lernen als sonst in Jahrzehnten.<br /> Viel wird dabei davon abhängen, ob die Gärung in anderen arabischen Staaten, besonders in Ägypten, zum Ausbruch kommt und es zu einer Bewegung in der ganzen Region kommt. <br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Mit Sicherheit wird gegenwärtig von allen interessierten Seiten von aussen in diese Länder hineingewirkt! Die Frage ist, mit welchem Ziel? Die korrupten Eliten gegen neue, unverbrauchte<br /> auszutauschen? Das könnte natürlich auch schief gehen! Eine, wie eine Fata Morgana, relativen Reichtum vorspiegelnde EU hat eine gewisse Attraktivität, aber es fehlen belastbare demokratische<br /> Traditionen. Der politische Islam könnte eine länderübergreifende Kraft werden, die wir uns in Europa nicht unbedingt wünschen würden?<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> "politischer Islam": Es ist fast in Vergessenheit geraten, dass eine Reihe arabischer Staatengründungen eine antikolonialistische/antiimperialistische Motivation hatte (Ägypten, Syrien, Irak,<br /> Jemen, Lybien, Algerien, Tunesien), Damals gab es die Vorstellung eines "nicht-kapitalistischen Entwicklungsweges zum Sozialismus". Die daraus hervorgegeangenen Regimes haben sich in einem<br /> längeren Prozess mehr oder weniger von diesem Gründungskonsens entfernt oder ihn sogar direkt ins Gegenteil verkehrt. Im Zerfall der "Blockfreien-Bewegung" kommt das z. B. zum Ausdruck.<br /> Jetzt besehen die arabischen Massen die Ergebnisse von ein paar Jahrzehnten neuer Unterwerfung unter die westliche Vorherrschaft. Die Frage ist jetzt, ob es zu einer neuen Wendung kommt, mit der<br /> diese verschüttete Linie wieder aufgenommen wird.<br /> <br /> <br /> Ein Teil dessen, was unter "politischer Islam" läuft, gehört m.E. zu dieser Wende-Tendenz. Ich hab mal einen Text uas Le Grand Soir übersetzt, bei dem es um "islamischen Sozialismus geht". Schau<br /> mal: http://kritische-massen.over-blog.de/15-categorie-11153509.html<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Die ganze Süd- und Ostküste des Mittelmeeres könnte politisch ins Wanken geraten. Dies wäre befreiend für die Menschen dort. Europa könnte sich unvorbereitet mit Flüchtlingsströmen nie gekannten<br /> Ausmaßes konfrontiert sehen. Aber Israels Netanyahu beeilte sich die Lage zu seinen Gunsten zu nutzen: Friedensgespräche bräuchten Garantien, weil die Partner ihre Zusagen womöglich nicht<br /> längerfristig einhalten könnten! Da lohnt es sich doch gar nicht erst mit den Verhandlungen überhaupt ernsthaft anzufangen...<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Eine Handvoll dieser west-hörigen Regimes ist nach jahrezehntelangem Verbrauch inzwischen so desavouiert, dass ein Garniturwechsel ansteht. Vermutlich wird es in den nächsten Jahren in einigen<br /> Ländern der Region zu politischen Veränderungen kommen, und es steht dabei jeweils die Frage, ob die Bevölkerung wirklich darauf Einfluss gewinnen kann oder ob es gelingt, die alten verbrauchten<br /> HiWis durch neue zu ersetzen, mit denen dann wieder ein oder zwei Jahrzehnte Zeit gewonnen wird.<br /> <br /> <br /> <br />