Öl und Erdgas und Deutschland

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Aspekte zum Nato-Rohstoffkrieg in der arabisch-afrikanischen Welt


Bildmontage: HF

25.09.11
WirtschaftWirtschaft, Internationales

 

von Reinhold Schramm

 

Ökonomische Aspekte zur geopolitischen und militärischen, ökonomischen, ideologischen und gesellschaftspolitischen Anpassung, - zum modifizierten ‘Umbruch’ in den Klassengesellschaften der arabisch-afrikanischen Welt. Zu deren Anpassung an die ökonomischen und gesellschaftspolitischen Interessen der imperialistischen NATO-Staatengemeinschaft; - vor allem an die Zukunftsinteressen der europäischen Monopolbourgeoisie und deren Administration, - an deren Europäischen Union bzw. (künftigen) ‘Vereinigten Staaten von Europa’, - unter ökonomischer und politischer ‘Führung’ der Deutschland AG.

 

[Ein Auszug]

 

Die MENA-Region erstreckt sich von Marokko im Westen bis zum Iran im Osten und ist die bedeutendste Kohlenwasserstoff-Provinz der Welt. Hier befinden sich 70 % der Welterdölreserven und 44 % der Welterdgasreserven. 36 % der globalen Erdölförderung und 19 % der Erdgasförderung stammen aus dieser Region.

 

Die MENA-Region ist für die zukünftige Versorgung der Welt mit Erdöl und Erdgas von zentraler Bedeutung.

 

Saudi-Arabien liegt in der Rangliste der Erdölreserven und der Erdölförderung an der Spitze der Region. Die mit Abstand größten Erdgasreserven liegen im Iran und in Katar. Unter den nordafrikanischen Ländern besitzt Algerien die größten Reserven, gefolgt von Ägypten und Libyen. Das meiste Erdgas fördern der Iran, Katar und Algerien.

 

Mit Iran, Irak, Katar, Kuweit, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Nahen Osten sowie Algerien und Libyen in Nordafrika befindet sich ein Großteil der OPEC-Mitglieder in der MENA-Region.

 

Von den Welterdölreserven in Höhe von 161 Mrd. Tonnen entfallen 109 Mrd. t auf die OPEC-Länder der Region, das entspricht 68 % der weltweiten Reserven. Saudi-Arabien verfügt über 22 % der globalen Erdölreserven.

 

Im Jahr 2009 stammten 32 % der Welterdölförderung aus den OPEC-Staaten der MENA-Region. Insgesamt entfallen 26 % der Weltressourcen an Erdöl auf die MENA-Region, 21 % davon auf die OPEC-Staaten.

 

Die MENA-Region ist über Transportrouten per Schiff und Pipeline an den Weltmarkt angeschlossen. Der europäische Raum ist aufgrund seiner geographischen Lage gut an die Rohstoffvorkommen der MENA-Staaten angebunden.

 

Wichtige Verladeterminals liegen an den Küsten Algeriens, Libyens, Ägyptens und den Ländern am Persischen Golf. Ägypten ist durch den Suez Kanal ein wichtiges Transitland für Erdöl aus dem Nahen Osten. Zudem verläuft zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer die Sumed-Entlastungspipeline. Über beide Transportsysteme wurden 2010 nach Angaben der U.S. Energy Administration ca. 78 Millionen Tonnen Erdöl transportiert, ein großer Teil davon nach Europa. Diese Menge entspricht mehr als 12 % der europäischen Erdölimporte.

 

Ein bedeutender Transportweg ist die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer verbindet. Durch diese Meerenge wurden 2009 etwa 770 Millionen Tonnen transportiert, etwa ein Fünftel der Weltproduktion. Im Jahr 2011 soll die Abu Dhabi Crude Oil Pipeline (ADCOP) mit einer Kapazität von rund 75 Mt die Straße von Hormus umgehen können.

 

Für die Versorgung Südeuropas mit Erdgas verlaufen Pipelines von Algerien nach Spanien, über Marokko nach Spanien und über Tunesien nach Sizilien und Italien. Zudem existiert eine Erdgaspipeline von Libyen nach Sizilien. Mehrere Erdgas-LNG-Verladeanlagen befinden sich in Algerien, Libyen, Ägypten und in Katar, von denen aus Europa versorgt wird.

 

Die Deutschland AG und die arabisch-afrikanische MENA-Region

 

»Deutschland führte 2010 insgesamt gut 93 Millionen Tonnen (Mt) Rohöl ein, das sind etwa 97 % des deutschen Erdölbedarfs. Die Liste der Lieferländer war regional breit gefächert und bestand aus über 30 Ländern {...}. Dabei kamen rund 60 % des Erdöls aus nur drei Ländern, der Russischen Förderation, Großbritannien und Norwegen. Rund 15 Mt oder 16 % der insgesamt eingeführten Erdölmenge importierte Deutschland aus der MENA-Region. Davon kamen gut ein Drittel aus dem Nahen Osten und zwei Drittel aus Nordafrika. Wichtigstes Lieferland war Libyen mit 7,3 Mt (7,7 %), gefolgt von Syrien (2,7 Mt, 3 %) und dem Iran (1,5 Mt, 1,6 %). Ägypten, Algerien und Tunesien leisteten einen verhältnismäßig kleinen Beitrag von insgesamt 2,5 Mt. Mit 0,7 Mt stand Saudi-Arabien 2010 als Rohöllieferland für Deutschland nur an 15. Stelle {...}.

 

»Deutsche Erdöl- und Erdgasfirmen sind in der Region aktiv, insbesondere in Nordafrika. Sowohl die RWE Dea AG als auch Wintershall fördern einen Großteil ihres Erdöls in Ägypten und Libyen.«

 

[Quellenauszug]

 

Quelle vgl.: News 34 (2011): MENA. Der Nahe Osten und Nordafrika - eine Schlüsselregion für die Erdölversorgung der Welt. Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Hannover, 03.03.2011.

 

Siehe u.a.: Erdöl & Erdgas in Libyen: www.bgr.bund.de ...



Quelle: http://www.scharf-links.de/43.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=18698&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=0484e57355





 

 

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