Über die innerparteiliche Demokratie in der SED

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Es ist nicht verwunderlich, dass nach einer Niederlage wie der von 1990 das Konzept Kommunistische Partei in Frage gestellt wird. In einer Reihe von Staaten erwiesen sich die regierenden kommunistischen Parteien nicht nur als unfähig, die sozialistische Gesellschaftsorndnung zu verteidigen. Die Konterrevolution rekrutierte einen Teil ihres Personals aus diesen Parteien selbst. Ehemalige führende kommunistische Kader verwandelten sich z.B. in der SU in "Oligarchen", in Räuber am Volskeigentum.

 

Wenn man für die kommunistischen Parteien eine Bilanz ziehen will, gibt es aber nicht nur eine Soll-Seite, auf der dieser Posten des Versagens und des Verrats steht. Auf der Haben-Seite steht, dass in den vergangenen hundert Jahren unter der politischen Führung kommunistischer Parteien eine ganze Reihe von Revolutionen gelang und zum ersten Mal sozialistische Gesellschaftsordnungen errichtet werden konnten. Auf der Habenseite steht auch, dass die Kommunisten in den kapitalistischen Staaten heute wie gestern für die Verteidigung der Interessen der Arbeiterklasse und der Volksschichten stehen und dass diese um so erfolgreicher ist, je stärker die kommunistische Partei ist.

 

Die SED ist ein Beispiel für die Windungen und Wendungen in der Geschichte der revolutionären Bewegung. Für einige Jahrzehnte war sie die erfolgreichste Partei der deutschen Geschichte. Das Ende war schmählich. Einen Blick darauf, wie es so gekommen ist, wirft dieser bei T+P, Heft 29 link erschienene Artikel von Ernst Heinz. Heinz war bis 1989 Sekretär der Bezirksleitung Berlin der SED. Heute ist er Vorsitzender der Berliner Regionalgruppe des RotFuchs- Fördervereins.

 

http://theoriepraxis.wordpress.com/2012/07/31/uber-die-innerparteiliche-demokratie-der-sed/

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Veröffentlicht in Kommunisten

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K
<br /> Ich meine, die Niederlage der DDR 1989 kann nur im Zusammenhang der historischen Niederlagen der Sozialisten/Kommunisten verstanden werden. In diesem Sinne haben wir also nicht nur "einen Kampf<br /> verloren". Um nur wenige zu nennen: <br /> <br /> <br /> - die Sozialdemokratisierung der deutschen Arbeiterbewegung, 1914 und 1. Weltkrieg<br /> <br /> <br /> - die Liquidierung des Leninschen Weges des Aufbaus des Sozialismus im Laufe der Jahre 1923 bis 1930<br /> <br /> <br /> - der Sieg des Faschismus ab 1933, 2. Weltkrieg<br /> <br /> <br /> - der Untergang des Realsozialismus 1989-1991<br /> <br /> <br /> Der Realsozialismus stand im Systemkampf, und natürlich wirkten innere und äußere faktoren. Aber wesentlich brach er aus inneren Gründen zusammen. Der Realsozialismus, in der sowjetischen<br /> Literatur oft als administratives Kommandosystem bezeichnet (ganz treffend, wie ich meine) hat aus sich heraus keine lebensfähige und zukunftsfähige Gesellschaft hervorgebracht und reifte in<br /> einem längerem Prozeß für den Untergang heran. <br /> <br /> <br /> Dieser Realsozialismus war eine Form des Sozialismus und brachte, trotz seiner Schwäche und Deformation, riesige Errungenschaften. Dazu zähle ich:<br /> <br /> <br /> - die Enteigung des großen Privateigentums (die leider nicht mit einer gesellschaftlichen Aneignung einherging)<br /> <br /> <br /> - eine grundsätzlich (wenn auch nicht ohne Inkonsequenzen) auf Fireden gerichtete Politik<br /> <br /> <br /> - ein historisch einmaliges Programm (und Praxis) der Volksaufklärung und Volksbildung (in diesem Sinne der Volksermächtigung). <br /> <br /> <br /> Lenin hatte aus der ersten großen Krise des Sozialismus (Sozialdemokratisierung) gründliche Schlußfolgerungen gezogen. Diese erlaubten in dem sich spontan bzw. elemtar entwickelnden<br /> gesellschaftlichen Prozeß bis 1917 den Sieg (und dann die Behauptung) der sozialistischen Revolution. Auch Lenin hatte keine ausgearbeitetes Konzept des Aufbaus der neuen Gesellschaft. Doch er<br /> entwickelte genügend Ansätze, die die Möglichkeit einer erfolgreichen Entwicklung eröffneten. Ich glaube aber, daß auch Lenin sich hätte "neu erfinden müssen".<br />
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S
<br /> <br /> Das hier http://www.triller-online.de/Geschichtskorr%208_2012.pdf halte ich in dem Zusammenhang für lesenswert.<br /> <br /> <br /> <br />
R
<br /> @kranich05: "Als erstes die sog. historische Mission des Proletariats."<br /> <br /> <br /> Diese historische Mission ist doch keine Marotte, sondern eine objektive Tatsache, die sich aus dem antagonistischen Widerspruch im Kapitalismus zwischen Kapital und Arbeit ergibt. Die<br /> gesellschaftlichen Bewegungsgesetze wirken unabhängig davon, ob den handelnden Menschen das nun bewusst ist oder nicht.<br /> <br /> <br /> Um mal eine Parallele zu bringen: Die historische Mission der Bourgeoisie wurde ja auch nicht ad acta gelegt, nur weil 1818 die feudale Reaktion in Mitteleuropa einen zeitweiligen Sieg über die<br /> voranschreitende bürgerliche Klasse erzielen konnte. Der Sieg der Bourgeoisie konnte damit letztlich auch nicht aufgehalten werden, hat halt nur etwas länger gebraucht.<br />
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K
<br /> Ich habe viele Jahre Parteileben in der SED genossen, fast immer auch in ehrenamtlichen, basisnahen Parteifunktionen. Daneben habe ich mich auch viele Jahre als IM für die DDR engagiert. Der<br /> Beitrag von Ernst Heinz ist für mich ein Paradebeispiel der völligen Unfähigkeit von ehemaligen SED-Genossen zu radikaler Selbstkritik (und natürlich damit auch der völligen Unfähigkeit, eine<br /> neue. künftige sozialistische Perspektive gedanklich zu eröffnen).<br /> <br /> <br /> Leider komme ich um die Auffassung nicht herum, daß wir auch klassische Bestandteile unseres historischen Materialismus radikal überprüfen müssen. Als erstes die sog. historische Mission des<br /> Proletariats. <br />
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S
<br /> <br /> Ihr habt einen Kampf verloren, u.a. - aber nur u.a. - auch wegen eigener Fehler. Wird deswegen falsch, was Ihr gemacht habt ?<br /> <br /> <br /> <br />