Von den Franzosen lernen heisst kämpfen lernen

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Die Mobilisierung der Arbeiter und Angestellten, Schüler und Studenten, Arbeitslosen und kleinen Gewerbetreibenden hat ein Stadium erreicht, in dem sich entscheiden wird, ob sich die Volksbewegung durchsetzt oder ob die Regierung sie mit Repression niederschlagen kann. Wie das ausgeht, ist wichtig für ganz Europa. Es wird in den übrigen Ländern entweder den Widerstand gegen die sozialreäktionären Massnahmen beflügeln oder die Regierungen frecher machen. Der folgende Link vermittelt einen Eindruck von der Atmosphäre:

 

http://rote-predigt.over-blog.com/article-zur-lage-in-frankreich-59460314.html

 

 

 

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Veröffentlicht in Frankreich

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G
<br /> <br /> Wenn Du schon so "praxisorientiert" und für Revolution bist, könntest Du ja wenigstens mal erklären, was so ein "fairer Lohn" eigentlich sein soll, denn Du hier schon verschiedentlich beschworen<br /> hast. Und wie irgend jemand von der Forderung nach einem "fairen Lohn" in seinen Gedanken diese Welt einreißen kann. Oder ein "Einlenken der Geldsäcke" (beide Zitate siehe Beitrag http://kritische-massen.over-blog.de/article-lohndumping-in-deutschland-59458830.html). Warum gibt es für den<br /> Staat und sein Kapital im Umgang mit Löhnen eigentlich als alleiniges Erfolgsmittel "Lohndumping" - das wäre mal was zu lernen für die Blog-Gemeinde! Stattdessen kommt Eure/Deine Beschimpfung des<br /> Lohndumpings so daher, als gäbe es irgend eine zuträgliche Form von Lohnarbeit (jaja, ganz ohne Lohn würden die armen Proleten verhungern, ich weiß schon). Von Marx könnt ihr das mit dem "fairen<br /> Lohn" nicht haben, soviel weiß ich von ihm. Wie kommt man denn dann drauf?<br /> <br /> <br /> Ob Sarkozy oder Lohn-Dumping - so wie Du argumentierst, wird immer der aktuelle Skandal zum Lob des sonstigen Betriebs (die angeblichen Errungenschaften der 50er, 60er und 70er und so weiter) .<br /> Da kommt nichts bei rum, außer ein Glaube an den "Erfolg". Und so bewertest Du dann ja auch ein potentielles Ergebnis eines Kampfes in Frankreich: Wenn die Gegenseite irgendwo einlenkt (hast Du<br /> das je erlebt?), dann soll man was über die Verhältnisse und die eigene Rolle lernen können? Und sonst nicht? Also nur so?<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Nein, nicht nur so. Man kann aus allem Denkbaren was lernen. Aber aus der Praxis lernen hat schon was. Bei unserem Thema gehts auch nicht nur um Welterkenntnis, sondern um Essen und<br /> Wohnen etc. . Und für Kommunisten gehts darum, den Kampf "ums Teewasser", wie Lenin sagt, mit dem um Sozialismus zu verbinden.<br /> <br /> <br /> Du weisst doch recht gut, dass ich weiss, dass es keinen "fairen Lohn" gibt. Die Frage, warum ich dann derlei Vokabular gelegentlich verwende, kannst Du Dir, glaub ich, selbst beantworten.<br /> <br /> <br /> Ich wüsste nicht, wo ich die jüngere Vergangenheit glorifiziert hätte. Es war einfach so, dass die Löhne ein paar Jahrzehnte lang höher waren und dass sie seit ungefaähr zwei Jahrzehnten nach<br /> unten gedrückt werden. Daraus kann man allerdingfs was lernen. Du auch.<br /> <br /> <br /> <br />
G
<br /> <br /> Womit sollen sie sich denn durchsetzen? Damit, dass sich die Regierung dazu belehren lässt, Sachen zu tun, die ein ordentlicher "Arbeitnehmer" und sein Vertreter als Verhalten einer Regierung als<br /> angemessen empfinden? Oder damit, dass "ihre Lebensleistungen" weiter fair und gerecht von der Regierung gewürdigt werden? Dass auf jeden Fall die Regierung ordentlich und annehmbar regiert? Was<br /> man so liest, haben vor allem die Franzosen was zu lernen: nämlich dass ihre Regierung nicht "frech" ist, sondern dass sie halt einfach regiert.<br /> <br /> <br /> Und "wichtig für ganz Europa". Wenn ich solche Floskeln schon lese oder höre. Warum soll, was für Europa wichtig ist, für mich gut sein? Was wird denn in dem "Europa" schon wieder so vielsagend<br /> zusammengefasst?<br /> <br /> <br /> Natürlich freut man sich irgendwie, wenn sich die Kämpfe ergeben, die einfach unausweichlich sind beim ständigen Niederbügeln der Leute. Für Kommunisten ginge es aber darum, die Forderungen zu<br /> kritisieren, in denen der ganz persönliche Friedensschluss der Leute mit den Verhältnissen (trotz brennender Barrikaden) liegt. Und nicht, ihnen für ihre - immerhin militante - Unterwürfigkeit<br /> auf die Schultern zu klopfen.<br /> <br /> <br /> Das könnten auch der Veranstalter dieses Blogs und seine treuesten Kommentatoren noch lernen - leider bislang nicht von den Franzosen.<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> 1. Die Regierung wird sich, wenn, nicht "belehren" lassen, sondern wird gezwungen werden.<br /> <br /> <br /> 2. Falls es so kommt, werden die Schlussfolgerungen der Leute, die das dann erzwungen haben würden, unterschiedlich sein: Die einen sind vielleicht zufrieden, dass man unter demokratischen<br /> Verhältnissen seine Anliegen durchsetzen oder Angriffe auf solche abwehren kann. Vielleicht werden sogar welche Sarkozy (wieder ?) wählen, weil er halt doch ein Herz für Bürger hat. Anderen wird<br /> erstens wohler sein, wenn sie an ihr Rentenalter denken, weil sie von der Denunzierung "ihrer Lebensleistungen" nichts zu essen kaufen können. Wieder anderen wird die Hauptsache sein, dass sich<br /> die Arbeiterklasse und verbündete Schichten im Kampf besser organsiert und was gelernt haben.<br /> <br /> <br /> 3. Es stimmt schon, dass Regierungen einfach regieren, wie der Name schon sagt. Aber wie sie es tun und was genau sie sich den Proleten zuzumuten trauen, hängt von den Umständen ab. Da fährt<br /> Sarkozy an der Grenze des Möglichen. Deswegen nenne ich ihn frech und hoffe, dass er auf die Nase kriegt.<br /> <br /> <br /> 4. Wie meinen sonstigen Einlassungen leicht zu entnehmen ist, meine ich, wenn ich in dem Zusammenhang von Europa schreibe, natürlich die Proleten, die da leben. Tatsächlich wär es ein gutes<br /> Beispiel für die in Deutschland, Italien usw.. Man hört nämlich z.B. oft "Gegen die da oben kann man eh nichts machen", und im Erfolgsfall in Frankreich wäre an einem kleinen Beispiel bewiésen,<br /> dass das nicht stimmt.<br /> <br /> <br /> 5. Militant unterwürfig bin ich eher nicht, und einige meiner "treuesten Kommentatoren" auch nicht. Es ist eher so, dass für die Revolution eine gewisse Anzahl Leute, eine gute Organisation und<br /> klare Köpfe vonnöten sind. Da solche nicht in hinreichender Zahl vorhanden sind, geht es darum, dass es mehr solche werden. Wie Du selbst gut weisst, ist deren Vermehrung nicht so<br /> einfach. Ich sehe nicht, dass Euereins dabei erfolgreicher ist als unsereins. Das hängt aber ja auch nicht nur von uns ab, weder von Euereins noch von unserseins.<br /> <br /> <br /> <br />