Wie kommen warum welche Ansichten in unsere Köpfe ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

Wie kommt in unsere Köpfe, was drin ist ? Jedenfalls kommt es aus ziemlich obskuren Quellen, möcht man oft meinen. Und daran ist auch etwas. Es hat mit Ware und Geld zu tun. Diese zunächst scheinbar harmlosen "Dinge" haben damit zu tun, dass in unseren Köpfen Ideologie entsteht - Ideologie im Sinn von "falschem Bewusstsein", von falscher Abbildung der Realität in unseren Köpfen. Zuletzt ist die Quintessenz von Ideologie immer: Alles ist, wie es eben ist, und anders kann es nicht werden, jedenfalls nicht von uns selbst gemacht werden. Hinter der Ecke lauert die "ewige Natur des Menschen" und stellt jedem das Bein, der irgendwie dunkel ahnt, dass dem vielleicht doch nicht so ist, dass wir vielleicht doch keine Hamster im Laufrad sein müssen.

 

Ideologie, falsches Bewusstsein, beherrscht unser Denken und Fühlen, so dass Kritik an der Gesellschaft nicht weit kommt, wenn sie nicht auch das eigene Denken und Fühlen in Frage stellt. "Ideologiekritik (und die ihr zugrunde liegende Ideologietheorie) sind tragende Säulen eines kritischen Gesellschaftsverständnisses." - Das ist der erste Satz in dem hier gespiegelten Text von Werner Seppmann. Darin geht es um das marxistische Verständnis von Ideologie, das auch zwischen den Leuten, die sich auf Marx berufen, nicht unumstritten ist.

Zur Aktualität Marxscher Ideologietheorie
Bewußtseinsinhalte entwickeln sich aus den konkreten Lebensverhältnissen heraus, nicht primär durch Machtverhältnisse von oben nach unten

 

Von Werner Seppmann

 

Ideologiekritik (und die ihr zugrunde liegende Ideologietheorie) sind tragende Säulen eines kritischen Gesellschaftsverständnisses. Ihr Ausgangspunkt ist die Frage, weshalb es dem Kapitalismus als einem System permanenter Krisen und tiefgreifender Widersprüche immer wieder gelingt, Massenloyalität zu sichern und die Menschen geistig und emotional an sich zu binden.

 

Ideologiekritische Denkmittel (deren theoretischer und politischer Wert unter dem Einfluß eines postmodernen Denkens bis in die marxistischen Diskurse hinein in Frage gestellt werden) sind also unverzichtbar, wenn begriffen werden soll, wie der gegenwärtige Kapitalismus sich als Machtsystem reproduziert und stabilisiert – aber dennoch kann von einem Konsens in der Marxismus-Diskussion über das Problemfeld »Ideologie« keine Rede sein.



Vergesellschaftung von oben?

 

Einen problematischen Einfluß auf das Ideologie-Verständnis eines an Marx orientierten Denkens hat eine von Wolfgang Fritz Haug begründete Theorieschule, die für sich immerhin eine »Neufundierung historisch-materialistischer Ideologieforschung« reklamiert. Dies sei ihr – dem eigenen Selbstverständnis nach – gelungen, weil sie das Ideologische als eine gegenüber dem gesellschaftlichen Geschehen äußere Anordnung begreife. Explizit wird vom Ideologischen als »Grundstruktur ideologischer Mächte ›über‹ der Gesellschaft« gesprochen, wie es in einer Veröffentlichung des von Haug geleiteteten »Projekts Ideologietheorie« heißt.

 

In einem ähnlichen Sinne hat auch Louis Althusser die neo-mechanistische Theorie der »Ideologischen Staatsapparate« konzipiert, in deren Kontext er »Ideologie als ein theoretisches Gebilde« charakterisiert, »das in das praktische Leben der Menschen eindringt«.1 Auf Kosten theoretischer Produktivität und philologischer Verläßlichkeit prägen solche Auffassungen auch die umfangreichen Ausführungen zur Ideologie-Problematik in einem »Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus« (Herausgegeben von Haug).

 

Was ist daran problematisch, wenn »Ideologie« vorrangig als das Geschäft von personellen und institutionellen Vermittlern verstanden wird, die der Gesellschaft eine interessendominierte und herrschaftsadäquate Sichtweise aufdrängen? Warum ist ein großes Fragezeichen zu setzen, wenn Jan Rehmann, der eines der umfangreichen Ideologie-Stichworte im »Historisch-kritischen Wörterbuch« verfaßt hat, als Entstehungszentren des Ideologischen eine »aus der Gesellschaft ausgelagerte, von ihr entfremdeten ideologische Instanz« bezeichnet, die durch »Ideologen« repräsentiert werde?

 

Zunächst muß konstatiert werden, daß es diese beschworene Instanz gibt und sie innerhalb der Prozesse geistiger Formierung eine wichtige Rolle spielen. Aber die »Apparate« und ihr intellektuelles Personal sind nicht das primäre Entstehungsfeld des Ideologischen – jedenfalls nicht nach dem Verständnis von Marx und Engels, wie sie es in der »Deutschen Ideologie« entwickelt haben und wie Marx es in einschlägigen Passagen des »Kapital« noch einmal bestätigt hat.

 

Gesellschaftliches Bewußtsein

 

Jede Beschäftigung mit der Marxschen Ideologietheorie muß zunächst in Rechnung stellen, daß sie in eine allgemeine Theorie des gesellschaftlichen Bewußtseins eingebettet ist. Gleichermaßen ist zu beachten, daß die Ideologieauffassung, ebenso wie alle anderen Marxschen Theoreme, in ein umfassendes Verständnis des Sozialen integriert ist. In dessen Mittelpunkt steht die Erkenntnis, daß die historischen Subjekte gleichermaßen aktive und passive Momente des gesellschaftlichen Geschehens sind: Im Verständnis des Historischen Materialismus werden die Menschen zwar als abhängig von den gesellschaftlichen Verhältnissen begriffen, jedoch gleichzeitig betont, daß es sich dabei um eine Abhängigkeit besonderer Art handelt. Denn diese gesellschaftlichen Verhältnisse, in die die Menschen integriert sind, haben sie durch ihr Handeln selbst geschaffen: »Wie die Gesellschaft den Menschen als Menschen produziert, ist sie durch ihn produziert.« (Marx).

 

Auf der Grundlage eines wechselseitigen Bedingungsverhältnisses stehen gesellschaftliches Sein und Denken in keinem hierarchischen Verhältnis zueinander (wie es sich ein bürgerlicher Materialismus vorgestellt hat, den Marx in seinen »Thesen über Feuerbach« prägnant kritisiert hat). Das eine ist aus dem anderen nicht abzuleiten: Die Menschen reagieren auf Vorgegebenes, antizipieren dessen Bearbeitung, um sie dann mit Bewußtsein (wenn auch nicht zwangsläufig mit Bewußtheit) praktisch zu vollziehen.

 

Die geistige Aktivität folgt nicht der materiellen Vermittlungsleistung, sondern ist ihr irreversibler Bestandteil: »Basis« und »Überbau« sind nur theoretische Fixpunkte eines gleichzeitigen Prozesses, dessen Grundlage die materielle Verankerung und die spezifische Objektivität des Sozialen ist.

 

Praxis und Ideologie

 

Dieses Verständnis von Gesellschaft und Geschichte als Resultat der tätigen Weltverhältnisse der Menschen fundiert das Ideologiekonzept des Historischen Materialismus: Der »Deutschen Ideologie« von Marx und Engels gelten auf dieser Grundlage Bewußtseinsinhalte nicht mehr als Gedanken über ein Objekt, sondern sie werden als Gedanken des »Objekts«, also als Bestandteile von Praxisverhältnissen verstanden. Klaus Holzkamp hat die Dialektik der gesellschaftliche Gedankenformen durch den Hinweis konkretisiert, »daß der Mensch, wenn er sich erkennend auf die gesellschaftliche Realität bezieht, als gesellschaftliches Individuum immer schon Teil dessen ist, was erkannt werden soll«. Auf soziale Verhältnisse bezogenes Wissen ist somit eine Form gesellschaftlicher Selbstreflexion und in ihrer gelungenen Form auch Selbsterkenntnis.

 

Der Begründungsschwerpunkt einer historisch-materialistischen Ideologietheorie wird schon durch den berühmtesten Satz der »Deutschen Ideologie« deutlich – wenn er denn ganz zur Kenntnis genommen wird: »Das Sein bestimmt das Bewußtsein«, heißt es bekanntermaßen zunächst apodiktisch. Aber gleich danach kommt die entscheidende sozialtheoretische Präzisierung: »Das Sein ist der wirkliche Lebensprozeß der Menschen.«

 

Die inhaltliche Dimension des Bewußtseins entwickelt sich gemäß dieser Auffassung aus den konkreten Lebensverhältnissen heraus, die neben den Alltagsideologien auch eine Vielzahl ideologischer Orientierungssysteme umfassen: Religiöse Einstellungen und politische Orientierungen ebenso wie kulturelle Interpretationsmuster und Mentalitätsformen.

 

In diesen »wirklichen Lebensprozeß« wirken natürlich auch die Interventionen ideologischer Apparate hinein, aber sie sind nur ein Aspekt unter anderen – und vor allem können sie ihre Wirkung in der Regel auch nur dann entfalten, wenn sie an jene Orientierungsmuster anschließen, die innerhalb der alltagspraktischen Konstellationen schon existieren. Gerade Ideologie, die unmittelbar das Interesse der Herrschenden vertritt, würde ins Leere laufen, wenn sie nicht mit den alltäglichen Vorstellungswelten und Bewußtseinspräformierungen, also mit dem Warenfetisch, den Idolen des Marktes und den Fetischen des Alltags korrespondieren würden: »Als ideologische Elementarmächte fungieren sie in Konjunktion. Sie fundieren und ergänzen als Prozesse der ideologischen Vergesellschaftung die Arbeit des ideologischen Überbaus.« (Thomas Metscher)

 

Repressives Menschenbild

 

Das System der ideologischer Herrschaftsreproduktion kann jedoch nur deshalb in seiner offensichtlichen Reibungslosigkeit funktionieren, weil diesen aus der unmittelbaren Praxis entstammenden Bewußtseinsverzerrungen und Selbsttäuschungen mehrschichtige Strukturen »abgelagerter« und »ungleichzeitiger« Bewußtseinsebenen mit vorrangig repressiver Funktionalität vorgelagert sind.

 

Alltagsvorstellungen, wie beispielsweise die, daß sich »jeder selbst der Nächste ist«, oder es »immer Herren und Knechte gegeben« habe, entsprechen zunächst den unmittelbaren Sozialerlebnissen der Menschen. Doch solche pseudoempirischen Feststellungen entfalten ihre vollständige Wirkung erst durch die Prägekraft der verinnerlichten Koordinaten eines »repressiven Menschenbildes« (Leo Kofler). Es besteht aus verschiedenen, teils tief verwurzelten Bewußtseinsebenen (die als kulturelle Gedächtnisstrukturen bezeichnet werden könnten), die auf die Interpretation aktueller Erlebnisse einen nachhaltigen Einfluß ausüben.

 

Das Gewicht der einzelnen Bewußtseinsschichten bei der Bewertung und Verarbeitung aktueller Erfahrungen ist dabei von den übrigen ideologischen Konstellationen (der Struktur des »Gegenwartsbewußtseins«), den weltanschaulichen Hegemonialverhältnissen, aber auch den Interpretationsbedürfnissen des Alltagsdenkens abhängig. Bewußtes vermengt sich dabei mit »Unbewußtem« (im ideologietheoretischen Kontext wäre sicherlich die Bezeichnung »Vorbewußtes« angemessener) und sie konstituieren in ihrer Gesamtheit die alltagspraktische Motivations- und Orientierungslage.

 

Wahrheit und Ideologie

 

Georg Lukács schließt in seinem Spätwerk »Zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins« substanziell an die in der »Deutschen Ideologie« entwickelten Vorstellungen an, wenn er Ideologie »vor allem als jene Form der gedanklichen Bearbeitung der Wirklichkeit (begreift), die dazu dient, die gesellschaftliche Praxis der Menschen bewußt und aktionsfähig zu machen«.

 

Eine solche Definition fungiert gleichzeitig als Antithese zur gewöhnlichen Identifizierung von Ideologie und falschem Bewußtsein. Sie spielt auf die implizite Doppelbödigkeit des Ideologiebegriffs an, die daraus resultiert, daß sich die Menschen unter den klassengesellschaftlichen Reproduktionsbedingungen aus einem Bewußtsein heraus verhalten müssen, das einen verzerrenden Charakter hat, aber dennoch einen praktischen Orientierungswert besitzt.

Wer in der bürgerlichen Gesellschaft existieren will, muß z. B. innerhalb seiner Alltagsverhältnisse den Geldfetisch akzeptieren, auch wenn er Gegner der Geldwirtschaft ist. Marx spricht in diesem Zusammenhang von »Kategorien« (kategoriellen Bewußtseinsformen) als gesellschaftlich objektive Gedankenformen. Diese, sich im Prozeß der individuellen Lebenstätigkeit spontan entwickelnden kategorialen Bewußtseinsformen, entsprechen den praktischen Erfordernissen des Alltags. Zwar wird die Realität selektiv wahrgenommen oder mit falschen Vorstellungsmustern interpretiert, aber in einer zur Bewältigung der praktischen Lebensprobleme ausreichenden Weise. Jedoch fehlt diesem Denken das Wissen um den Zusammenhang und die Einsicht in die Ursachen der Dinge. Aber diese reduktionistischen Reflexionsformen, können dennoch das »Rohmaterial« für einen Entwicklungsprozeß realistischen Denkens sein.

 

Waren- und Denkform

 

In seinen Analysen des fetischisierten Bewußtseins im ersten Band des »Kapital« hat Marx gezeigt, wie sich mittels des Warencharakters der sozialen Beziehungen und durch die verwertungsorientierte Prägung der gesellschaftlichen Arbeitsteilung Vorstellungen entwickeln, die das Bild von den (klassengesellschaftlich strukturierten) sozialen Zusammenhängen systematisch verzerren: »Das Geheimnisvolle der Warenform besteht … darin, daß sie den Menschen die gesellschaftlichen Charaktere ihrer eigenen Arbeitsprodukte selbst, als gesellschaftliche Natureigenschaften dieser Dinge zurückspiegelt« (Marx). Daraus resultiert u. a. der Eindruck einer irreversiblen Festgefügtheit der herrschenden Zustände oder (weil sich kapitalistisches Interesse hinter scheinbaren »Sachzwängen« verbirgt) ein unterentwickeltes Verständnis existierender Machtdominanz.

 

Mit Nachdruck arbeitet Marx heraus, daß den Menschen die desorientierenden Einstellungen nicht erst eingeredet werden müssen (wie die Haug-Schule unterstellt), sondern aus den Praxiskonstellationen resultieren. Der Dreh- und Angelpunkt des marxistischen Verständnisses ist, daß Ideologie von den Menschen nicht »empfangen«, sondern »gelebt« wird; sie ist nicht vorrangig das Produkt einer passiven Anordnung, innerhalb derer sich den Menschen »Bilder, bisweilen Begriffe … vor allem als Strukturen« aufdrängen, wie Louis Althusser sagt.

 

Fähigkeit zur Selbstkritik

 

Durch das historisch-materialistische Verständnis der Bewußtseinsprozesse wird auch die Einsicht transportiert, daß die gesellschaftliche Vermittlung der Bewußtseinsinhalte nicht nur Ursache verzerrten Denkens ist, sondern auch als Bedingung realistischer Erkenntnis identifiziert werden kann: Eine Gesellschaft ist, wie Marx in den »Grundrissen« betont, »unter ganz bestimmten Bedingungen fähig …, sich selbst zu kritisieren«. So hat die bürgerliche Gesellschaft (durch die ökonomisch vermittelte) Verallgemeinerung des gesellschaftlichen Verkehrs die Voraussetzung zur sozialen »Selbsterkenntnis« geschaffen.

 

Die Universalisierung der Warenform führt zwar zu alltagspraktischen Bewußtseinsformierungen (verdinglichten Denkmustern), gleichzeitig ist sie jedoch auch vermittelter Ausdruck der gesellschaftlichen Totalität; sie ist der gemeinsame Bezugspunkt divergierender Gesellschaftsmomente: Das universale Ausdehnungsstreben der kapitalistischen Ökonomie und die von ihr vorangetriebene Verflechtung aller sozialen Beziehungen hat einen realen Zusammenhang geschaffen, der sich auch theoretisch abbilden läßt. Darüber hinaus ist durch die antagonistische Struktur der bürgerlichen Gesellschaft auch ein objektives Widerspruchsprinzip mitgesetzt, das zur Grundlage alternativer Orientierungen werden kann. Mit dem von Marx und Engels erarbeiteten Verständnis der sozialen Vermittelheit aller Bewußtseinsformen ist das Ideologieproblem auf eine theoriegeschichtlich neue Ebene gehoben worden.

 

Psychische Formierung

 

Bei einer Analyse aktueller Bewußtseinsformierungen wird deutlich, daß die ideologischen Prozesse immer weniger einen separiert zu denkenden Bereich innerhalb des Ensembles gesellschaftlicher Verhältnisse darstellen, sondern sie auf allen Stufen durchdringen und nicht nur das Bewußtsein, sondern auch als eine die Psyche prägende und deformierende Kraft fungieren.

 

Soziale Anpassung wird vorrangig nicht mehr durch die Orientierung auf normative Weltbilder erzeugt, sondern durch die machtadäquate Formierung der Massenpsyche gesichert: Ideologische Formen der Repression sind in den psychischen Strukturen eingelagert. Die bürgerlich-kapitalistische Herrschaft hat dort ihren Gipfelpunkt erreicht, wenn die Gleichschaltung soweit fortgeschritten ist, daß Alternativen zu denken fast unmöglich geworden ist, weil die Praxisbewältigung durch den herrschenden Konkurrenz- und Anpassungsdruck immer mehr Lebensenergien, Aufmerksamkeit und Phantasien verschlingt, so daß die Menschen kaum noch in der Lage sind, durch die Gitterstäbe ihres Alltagsgefängnisses hinaus zu blicken.

 

Solche elementaren Aspekte ideologischer Herrschaftsvermittlung fallen bei den Konzepten einer »Vergesellschaftung von oben« bzw. der Theorie »Ideologischer Staatsapparate« fast ganz unter den Tisch.

 

 

Anmerkung

 

1 Zur Auseinandersetzung mit diesen reduktionistischen Denkmustern vgl. Werner Seppmann: Subjekt und System. Der lange Schatten des Objektivismus (2011). Zur Begründung eines marxistischen Ideologieverständnisses vgl. Thomas Metscher: Logos und Wirklichkeit. Ein Beitrag zur Theorie des gesellschaftlichen Bewußtseins (2010). Repräsentativ für die Positionen der Haug-Schule ist Jan Rehmann: Einführung in die Ideologietheorie (2008)

Werner Seppmann ist Soziologe und Publizist. Zuletzt erschienen von Werner Seppmann folgende Bücher: Krise ohne Widerstand? (2010); Die verleugnete Klasse – Arbeiterklasse heute (2011); Risiko-Kapitalismus: Krisenprozesse, Widerspruchserfahrungen und Widerstandsperspektiven (2011); Subjekt und System – Der lange Schatten des Objektivismus (2011); Dialektik der Entzivilisierung: Krise, irrationalismus und Gewalt (2011); Marxismus und Philosophie: Über Leo Kofler und Hans Heinz Holz (2012).

 

marxismus kontrovers, Beilage der jW vom 11.04.2012

 

junge Welt

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Veröffentlicht in Kultur und Gesellschaft

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G
<br /> Sie haben ja sogar geantwortet...<br /> <br /> <br /> Ich gehe mal davon aus, das den Marxisten der Begriff "Zivilgesellschaft" nicht gefällt. Sie brachten ja mal als angenomme Replik ein Blog zu diesem Thema. Man liest dieses Zauberwort überall,<br /> auch Putin benutzt es, obwohl er ja nicht vom westlichen Modell schwärmt.<br /> <br /> <br /> Dann muss die Linke einen eigenen Begriff haben, nämlich: sozialistisches Gemeinwesen. Füreinander statt Gegeneinander.<br /> <br /> <br /> Ich bin natürlich überhaupt nicht fit in der Einschätzung was hier revisionistisch oder reformistisch ist. Aber so ist es in der Linken, anstrengend.<br />
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S
<br /> <br /> Zum zarten Hinweis auf meinen Umgangmit Kommentaren: Ich antworte doch in aller Regel ? Nur manchmal komme ich nicht dazu oder weiss nichts zu sagen. Ihre lese ich jedenfalls immermit Interesse,<br /> selbst wennich mal nicht antworten sollte.<br /> <br /> <br /> "Zivilgesellschaft": Ich denke der Zweck der Einführung dieses blöden Worts ist zu vermeiden, dass die Leute an Klassengesellschaft denken.<br /> <br /> <br /> <br />
G
<br /> <br /> Teil 3<br /> <br /> <br /> Im Zentrum der Ideologietheorie steht zum einen die ideologische Vergesellschaftung von oben, dem der Begriff der Selbstvergesellschaftung von unten entgegengesetzt wird, also korrektiv gedacht<br /> werden muss. Dadurch wird es ermöglicht, dass man in der "emphirischen Realität verschiedene Dimensionen" in der Analytik auseinander nehmen kann. Bei Althusser wird der Ideologiebegriff<br /> totalisiert, bei dem Kritik an seinem Begriff nicht mehr zulässig erscheint, verflacht und ["Opfer"]  des Funktionalismus wird. Beim Thema der Realisierbarkeit des "Absterben des Staates"<br /> muss auf Kategorien großer Wert gelegt werden, die die Klassenlosigkeit und Herrschaftsfreiheit erfassen können.<br /> <br /> <br /> Doch angesprochen auf die praktische Realisierbarkeit fällt jedem Bürger im Kapitalismus lebend die Diskurse ein, bei der wenn es um soziale Projekte geht, um die Solidarität auch im<br /> allgemeinen, das man dann doch dem Kapitalismus weiter helfen würde. Für Rehmann ein Problem, das sich aber vereinseitigt darstellt. Denn linke Politik muss immer an dem Punkt der<br /> Selbstvergesellschaftung der Menschen anknüpfen bzw. an deren Ergebnis. Hierbei zählen vor allem die gemeinsamen Erfahrungen der Organisation des Lebens, "beim Ausbalancieren von Lohnarbeit,<br /> Kindererziehung und gesellschaftlichem Engagement sind der Lebensstoff für alternative Entwürfe eines solidarischen Zusammenlebens. Wenn solche aufgebauten Selbstverwaltungsstrukturen jedoch<br /> begrenzt auf partikulare Interessen begrenzt bleiben sind sie Bestandteile neoliberaler Politik. Z. B. passiert das, wenn in Wohngegenden darauf geachtet wird, dass Schulen und Spielplätze<br /> drogenfrei gehalten werden, aber kein Augenmerk auf die verarmte Bevölkerung gelegt wird. "Linke Politik muss da intervenieren und versuchen, die übergreifenden Zusammenhänge herzustellen, ohne<br /> die lokalen abzuwerten." (...)<br /> <br /> <br /> "Immer wieder konzentrierte sich ein Teil darauf, im Hier und Jetzt alternative Lebensformen zu entwickeln, Genossenschaften, Kommunen , alternative Landwirtschaft zu gründen, am<br /> ausgeprägtesten vielleicht im israelischen Kibbuz, und immer wieder stellte sich das Problem, dass solche Projekte vom gesamtgesellschaftlicher Politik abgeschnitten waren. Ein anderer Teil<br /> orientiert jeweils auf die Transformation der Makrostrukturen, sein es kommunistisch oder sozialdemokratisch als Reformversuch, und von dieser Warte wertete man dann die konkreten<br /> Alternativprojekte als utopisch, unpolitisch, kooptiert oder sektiererisch ab." Es muss also eine Bewegung hervorgebracht werden, die eine "lebensweltlich Basis in Alternativprojekten hat als<br /> auch Transformation des Gesamtsystems vorantreibt." Rehmann sieht hier vor allem die brasilianische Landlosenbewegung in dieser Verknüpfung am weitesten.<br /> <br /> <br /> Wenn sich zukünftige sozialistische Staaten bilden könnten, dann muss die mangelhafte Hegemoniefähigkeit der ehemaligen Ostblockstaaten konsequent überwunden werden. Damals, so Rehmann, waren<br /> die ökonomischen Voraussetzungen der  Systemkonkurrenz [im Kalten Krieg, auch bedingt durch den Marshallplan] zu ungünstig. Auf der anderen Seite muss über das Scheitern eines<br /> staatsmonopolistischen Systems nachgedacht werden, indem es keine Zivilgesellschaft gab und sich somit keine [identitätsstiftende (Klassen)-Beziehung zum sozialistischen Eigentum und zum Staat<br /> herausbilden konnte], da der Staat auf seine Kontrolle und Überwachung nicht verzichten wollte. "Die Menschen glaubten der Propaganda nicht, auch wenn sie wahr war." Hiebei trat ein<br /> "gegenhegemonialer Effekt einer unmittelbaren staatlich-politischen Kolonisierung der Zivilgesellschaft" ein. Alternativen wurden sanktioniert, denn eine freie ideologietheoretische Forschung<br /> ohne politische Gängelung, [die es sicher nicht nur in der DDR so auch in der SU nicht gegeben hat], hätte dies erkennen und somit die Verhältnisse geändert werden können. Nach Rehmann muss<br /> Sozialismus "demokratisch und zivilgesellschaftlich" sein.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> *Jan Rehmann, lehrt Gesellschaftstheorie und Fremdsprachen in NY, Philosophie an der FU Berlin, Redakteur Das Argument sowie Historisch-Kritisches Wörterbuch des Marxismus<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Auf Rehmanns Artikel, den ich hier zusammengefasst habe gab es von Seppmann eine Replik vom 9.2.2010<br /> <br /> <br />  Marx’ Pointe verpaßt<br /> <br /> <br /> Buchrezension. Wie der Philosoph Jan Rehmann über historisch-materialistische Grundeinsichten ­ideologischer Herrschaftsvermittlung hinweggeht<br /> <br /> <br /> Werner Seppmann<br /> <br /> <br /> Warum gelingt es dem Kapitalismus trotz seiner Krisen und Widersprüche, die Menschen immer wieder an sich zu binden? Warum wird der Neoliberalismus auch von Klassen und Schichten unterstützt,<br /> denen nur eine Opferrolle zugedacht ist? Das sind auch für Jan Rehmann in seiner »Einführung in die Ideologietheorie«<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> Ich weiss leider nicht worum es geht?<br /> <br />
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S
<br /> <br /> Ich teile die am Ende verlinkte Kritik Seppmanns. Den "Marxismus" Althussers halte ich für eine Theorie des Übergang von revolutionären auf reformistische Positionen. Das ist auch an seinem<br /> "Gefolge" zu sehen - Namen, die derzeit In Mode sind wie Poulantzas, Zizek, im deutschsprachigen Raum transorm-Direktor Walter Baier oder der isw-Direktor Conrad Schuhler, die<br /> "Regulationstheorie" im allgemeinen.<br /> <br /> <br /> <br />
G
<br /> Teil 2<br /> <br /> <br /> Nachzudenken wäre über eine Strategie mit deren Hilfe "die wirksamen Aktivierungspotentiale wieder herausgebrochen, mit sozialer Gerechtigkeit und Solidarität verknüpft und gegen den<br /> Neoliberalismus gewendet werden können."<br /> <br /> <br /> Bei Gramsci wird der "organisierte Intellektuelle" der soz. Bewegung die Aufgabe gestellt an der Kohärenz des Alltagsverstandes zu arbeiten "und sich dabei mit seinen erfahrungsoffenen und<br /> experimentierfreudigen Dimensionen zu verbünden", die er als "gesunden Menschenverstand" bezeichnet. Um den Menschen von außen eine "objektive Wahrheit" zu verkünden geht es nicht, sondern um "in<br /> und mit den jeweiligen Widersprüchen des Alltagsverstandes zu arbeiten, um das Gewicht der Ideologie zurückzudrängen und die Potentiale solidarischer Handlungsfähigkeit zu fördern." Der Ökonom<br /> F.A. von Hayek hat in seinem Buch "Verfassung der Freiheit" den neoliberalen Freiheitsbegriff als die gehorsame Unterstellung unter den "Gesetzen" des Marktes definiert. Hayek "besteht darauf ,<br /> dass Freiheit nichts mit politischer Freiheit, ökonomischer Absicherung oder effektiver Handlungsmacht zu tun hat." (...) "Ob die Leute etwas zu essen und ein Dach über dem Kopf haben, spielt<br /> dabei keine Rolle. Hier sieht man, wie selbstzerstörerisch es ist, wenn eine abstrakte Ideologiekritik den Freiheitsbegriff insgesamt zurückweist und damit den Rechten überlässt. Oder wenn die<br /> Linke die alten Entgegensetzungen Kollektiv gegen Individuum, soziale Rechte gegen individuelle Freiheitsrechte wiederauflegt. Das sind die Fallen, die von den Rechten immer wieder gestellt<br /> werden. Wir müssen Ihnen den Freiheitsbegriff wegnehmen und ihn wieder mit Sozialismus verbinden."<br /> <br /> <br /> Für Marx und Engels ist der Freiheitsbegriff herrschaftsfrei als "Assoziation", in der "die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist." Oskar Lafontaines<br /> Propaganda-Spruch "Freiheit durch Sozialismus" ist da nur eine Verkleinerung, aber richtungsweisend. Die persönliche Freiheit ist nicht nur "innerhalb eines Gemeinwesens möglich, sondern ein<br /> solches Gemeinwesen muss auch selbst auf der freien Entwicklung eines jeden basieren. Hier kommt Spinoza ins Spiel, die "potentia agendi" ist als kooperative Handlungsfähigkeit zu verstehen, bei<br /> der die Freiheit konkret mit gesellschaftlicher Kooperation und demokratischer Gestaltung verbunden bzw. determiniert wird. "Die Linke braucht einen handlungsorientierten Freiheitsbegriff, der<br /> die Verschränkung sozialer und individueller Menschenrechte in den Mittelpunkt stellt."<br /> <br /> <br /> [Ausgehend von den Erfahrungen des Sozialismus des 20. Jahrhunderts, der Rolle des Staates und des sozusagen "Gegenprojektes" des Neoliberalismus] muss die Frage nach der Funktionsweise und<br /> Aufgaben des Staates gefragt werden. Die Ideologietheorie sagt, dass die Freiheit und die Staatskritik eine Propagandalüge des Neoliberalismus ist. Denn wenn er den Staat kritisiert dann meint er<br /> den Sozialstaat und die ökonomischen Bereiche der Wirtschaft in denen es gelungen war, den Fordismus durchzusetzen. [Mit noch verheerenderen Folgen vor allem in der 3.Welt, denn dort wurde über<br /> teilweise jahrzehntelange Klassenkämpfe Arbeits- und Sozialstandards einfach per Diktat von Drittstaaten, deren späteren Investoren einfach "liquidiert".] Auf der anderen Seite sind Polizei,<br /> Armee und die Gefängnisse nicht zurückgebaut worden, sondern ausgebaut worden. [Nicht zu vergessen die gewaltsamen Einsätze der Polizei, die man vom G8-Gipfel in Genua, später beim Umweltgipfel<br /> in Kopenhagen noch zu genau kennt.] Neoliberalismus bedeutet Umbau des Staates in einen autoritären und antidemokratischen Apparat, der unter einer Militärdiktatur von Pinochet in Chile ab 1973<br /> eingeführt wurde.<br /> <br /> <br /> Die Ideologietheorie ist genau umgekehrt, sie ist nicht einfach staatskritisch in dem Sinne das alles negativ ist, was vom Staat ausgeht, sondern differenziert.<br /> <br /> <br /> Nach Marx soll der Staat absterben, [vielleicht ist dies im allgemeinen eine Illusion], für die Herrschenden [der SED] war dies Illusion, denn ein Absterben des Staates nach der kommunistischen<br /> Revolution, der Eroberung der Staatsmacht, errichtete man eine "stalinistische Diktatur". Die Überlegungen von Marx/Engels meinten mit "Staat" "seine Herrschaftsförmigkeit, die<br /> Fremdvergesellschaftung, die Regulation der Gesellschaft von oben, nicht aber komplexe Verwaltungen oder ein Rechtssystem oder ein Schulwesen an sich. "Absterben des Staates" bedeutet die<br /> Perspektive, die Verwaltungs- und Steuerungsaufgaben in eine vielgliedrige Zivilgesellschaft zurückzunehmen, und das kann man sich mit Hilfe von Computertechnologien grundsätzlich auch in<br /> komplexen postmodernen Gesellschaften vorstellen."<br />
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G
<br /> Ideologietheorie<br /> <br /> <br /> "Wir müssen den Rechten den Freiheitsbegriff wegnehmen von Jan Rehmann*<br /> <br /> <br /> jW vom 3./4. Januar 2009<br /> <br /> <br /> Teil 1<br /> <br /> <br /> Die Ideologietheorie war ein Teil der notwendigen marx. Erneuerung in der Ideologieforschung, die sich unter anderem durch den französischen Philosophen Louis Althusser oder dem englischen<br /> Soziologen Stuart Hall entwickelte. Die Forschungen richteten sich nicht mehr primär auf das konventionelle Bewusstseinsphänomen, sondern "auf die materielle Apparatur, die in und über der<br /> Gesellschaft den Konsens herstellt, der die Beherrschten an die Herrschaft bindet."<br /> <br /> <br /> Zentrales Thema ist die Frage, wieso eine bürgerliche Gesellschaft trotz der [sozialen Verwerfungen, zyklischen Krisenerscheinungen, Massenarbeitslosigkeit und Kriege], dennoch so effektiv ist,<br /> sich der nötigen Argumente zu verschaffen, die die Herrschenden an Zustimmung von den Beherrschten sicher sein können. Hierbei müssen, so Rehmann, die wirklichen "Hegemonieapparate, Institutionen<br /> mit unterschiedlichen Ideologien, materiellen Praxen und Ritualen, die auch aufs Unbewusste einwirken und daher mit einer Kritik des "falsches Bewusstsein" nicht erfasst werden können",<br /> untersucht werden.<br /> <br /> <br /> Die Ideologietheorie ist deshalb weder Bewusstseinskritik noch Wiederspiegelungskonzeption, die sich auf das Ideologische ökonomischer Interessen reduzieren lässt. "Sie fragt weniger danach, ob<br /> Ideologien "wahr" oder "falsch" sind, sondern wie sie wirken, um Herrschaft zu stabilisieren. Traditionelle Ideologiebegriffe, die nicht in der Lage sind die eigene Materialität und<br /> Funktionsweise des Ideologischen zu analysieren, sind noch gar nicht auf sozialwissenschaftlichem Niveau angekommen." Jede Befreiungsbewegung läuft Gefahr in die Falle zu laufen, wenn die<br /> "Mechanismen der freiwilligen Unterordnung, der Integration und Kooptation nicht gründlich studiert werden."<br /> <br /> <br /> Auf die Fallen eingehend wird die Spaltung der linken Bewegungen und Parteien in ein "verbalradikales Sektierertum" und einen "kooptierten Reformismus" andererseits beschrieben.<br /> <br /> <br /> 1. "Die erste Falle ist eine abstrakte Ideologiekritik, die die ideologischen Felder wie Religion, Moral, Recht frontal von außen angreift, statt in sie einzugreifen. Dadurch verliert<br /> sie den Kontakt zur Bevölkerung und isoliert sich."<br /> <br /> <br /> 2. "Die zweite Falle besteht darin, dass man seine Forderungen in den herrschenden Diskursen ausdrückt und sich dabei an die hegemonialen Ideologien anpasst."<br /> <br /> <br /> Um dies zu vermeiden muss die kritische Ideologietheorie in der Lage sein, die ideologischen Normen und Werte so zu analysieren, dass "Bruchstellen" gefunden werden, an denen "effektiv<br /> interveniert" werden kann.<br /> <br /> <br /> Rehmann wendet verschiedene Ideologietheorien in seinem Buch an, im folgenden Diskurs aber speziell auf den Neoliberalismus angewendet. "Der Neoliberalismus hat den fordistischen Sozialstaat<br /> ausgehebelt, größere Teile der Arbeiterklasse in ein Prekariat verwandelt und bei den Verarmten einen Massenfatalismus erzeugt, den der franz. Soziologe Pierre Bourdieu als "Schicksalseffekt"<br /> beschrieben hat." Die neoliberalen Ideologen mobilisieren und appellieren hierbei an die Menschen, sie sollten doch flexibel, kreativ und motiviert sein, sie sollten nicht auf Anordnungen von<br /> oben warten und ihre Angelegenheiten, also ihr Leben, selbst in die Hände nehmen. Für den Markt "fit" zu sein bedeutet "Selbstführung", der "Privategoist" wird aktiviert, der sich den<br /> Anforderungen des Marktes unterzuordnen hat. Flexibilisierung sei hier ein großes Stichwort. Der Neoliberalismus verweist an die linke Utopie der Selbstverwaltung und "holt sie ins Diesseits".<br /> Dort, "wo es uns an den Kragen geht", so Frigga Haug.<br />
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S
<br /> <br /> overblog hat bei den Kommentaren eine Zeilenbegrenzung. Deshalb bricht der Text ab. Für den Rest bräuchte es einen zweiten Kommentar.<br /> <br /> <br /> <br />
G
<br /> Einführung in die Ideologietheorie<br /> <br /> <br /> Jan Rehmann<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> von Marx zu Adorno/Horkheimer, Gramsci, Stuart Hall, Althusser, Foucault, Bourdieu und Haug<br />
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