Arbeitslosigkeit in Polen

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

In den Wirtschaftsteilen deutscher Zeitungen ist oft zu lesen, Polen sei bisher relativ glimpflich durch die Krise gekommen. - Polen vielleicht schon, aber für die Polen, die arbeiten müssen, um ihen Lebensunterhalt zu verdienen, sieht die Realität anders aus als die Statistik.

 

3,5 Millionen Beschäftigte - 27 % - haben nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Vor zehn Jahren waren das erst 10 %. Von den Beschäftigte unter 30 Jahren müssen sogar 65 % einen befristeten Vertrag unterschreiben. Ein weiterer Teil wird in formaler Selbständigkeit gehalten und hat damit gar keinen arbeitsrechtlichen Schutz.

 

Die offizielle Arbeitslosenquote steigt etwas an. Im Oktober/November lag sie bei 12,1 % - 1,915 Millionen Menschen. (Vorjahr 11,8 %) 54,4 % der Arbeitslosen sind Frauen. Von den Arbeitslosen beziehen 84,1 % keine Arbeitslosenhilfe. Die gibt es nämlich nur drei Monate lang - pro Monat umgerechnet 172 Euro. Eine Verlängerung um drei bis neun Monate, dann mit einem Satz von ca. 150 Euro, hängt von der Arbeitslosenquote in der jeweiligen Wojwodschaft ab. Nur wenige erhalten nach dem Herausfallen aus der Arbeitslosenversicherung Sozialhilfe. Das hängt von den Gemeinden ab. Sozialhilfe in barem Geld gibt es nur zu minimalen Beträgen.

 

Polen ist wieder ein Auswanderungsland. Offiziell sind 38,325 Millionen Einwohner registriert. Aber die wirkliche Einwohnerzahl liegt bei 37,2 Millionen. Die Differenz ergibt sich daraus, dass ein Teil der Emigrierten offiziell noch in Polen gemeldet ist. Ohne die Arbeitsemigration läge die Arbeitslosenquote bei über drei Millionen, d. h. ca 18 %.

 

Angaben nach: http://www.infoseite-polen.de/newslog/?p=6099

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