Die österreichische Kommunistische Initiative zum Tod von Hans Heinz Holz

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

 

 

Schweren Herzens müssen wir uns in das Aufgebot jener Menschen einreihen, die ehrlich um Hans Heinz Holz trauern und seinen Hinterbliebenen, allen voran seiner Frau Silvia, ihr aufrichtiges Beileid bekunden. Der persönliche Verlust für Verwandte und langjährige Freunde, deren es auch in unseren Reihen so einige gibt, ist immer der tiefste.

Angesichts dieser persönlichen und emotionalen Betroffenheit hat die Trauer über den Verlust eines der wichtigsten marxistischen und leninistischen Philosophen der vergangenen Jahrzehnte, eines der bedeutendsten politischen Denker, Autoren und Handelnden der kommunistischen Bewegung unwillkürlich in den Hintergrund zu treten, doch zweifelsfrei wiegt auch dieser äußerst schwer.

Vieles wurde in den vergangenen Tagen schon geschrieben über die Verdienste von Hans Heinz Holz. Es erscheint uns daher nicht angetan, uns mit umfangreichen Wiederholungen aus den zahlreichen Nachrufen und Würdigungen aufzudrängen. Jeder Kommunist und jede Kommunistin weiß, was wir an Hans Heinz Holz hatten.

Große Worte sind es, von Vermächtnissen zu sprechen. Auch das wollen wir uns in diesen Stunden nicht anmaßen. Und doch gilt: Im Sinne unserer gemeinsamen Sache - und das ist die des Sozialismus - sei ein jeder Nachruf auch ein Aufruf, sei jede Würdigung auch ein Auftrag. Die beharrliche Arbeit für diese Sache ist daher eine ehrenvolle und vielleicht sogar die beste Würdigung großer Genossen.

Ein besonderer "Auftrag" von Hans Heinz Holz basierte und basiert auf seiner Einsicht, dass sich der Kampf um die kommunistische Identität in unserer Bewegung, um die Bedeutung des Klassenkampfes sowie um den Marxismus UND Leninismus seit den Niederlagen von 1989/90 nicht nur trotzdem, sondern erst recht und von Neuem lohnt. Mehr noch: Dass er notwendig ist.

Diesen Kampf hatte Hans Heinz Holz seit 1994 selbst unmittelbar auszufechten und er hatte es dabei nicht immer leicht in der DKP, wo diese Auseinandersetzung auch noch nicht entschieden ist. Auch die österreichischen marxistisch-leninistischen Kräfte, die damals noch in der KPÖ organisiert waren, unterstützte Genosse Holz durch entsprechenden Meinungs- und Gedankenaustausch sowie dadurch, dass er als Vortragender an diversen Veranstaltungen in Wien teilnahm, so z.B. am Walter Hollitscher-Symposium 2001 oder im Februar 2004, als er über die heutigen Aufgaben der marxistischen Philosophie referierte und mit uns die Fortschritte der Programmdiskussionen in KPÖ und DKP diskutierte. Letztmals durften wir Hans Heinz Holz im Jahr 2005 bei uns begrüßen, als er einer der Vortragenden auf einem KSV-Seminar war. Als wir in den Jahren 2004 und 2005 in Österreich zur Kenntnis nehmen mussten, dass der Kampf um die kommunistische Identität und den Marxismus-Leninismus in der KPÖ zu unseren Ungunsten entschieden war, und an die Sammlung der kommunistischen Kräfte außerhalb der KPÖ gingen, hat sich Genosse Holz - das soll nicht verschwiegen werden - mit taktischer Kritik an uns gewandt. Dass sich seither gezeigt hat, dass wir richtig gehandelt haben, kann man in gewisser Weise bedauerlich finden. Die Notwendigkeit ist nicht immer etwas Angenehmes.

So ist es unsere Aufgabe, nicht zu verzagen und nicht zu verharren, sondern ebenso aufrecht wie geradlinig vorwärts zu schreiten. Das umfangreiche Werk von Hans Heinz Holz wird uns und kommenden Generationen von Kommunistinnen und Kommunisten als Quelle der Bildung, der Inspiration und der Ausrichtung und Schärfung der eigenen Weltanschauung dienen. Ehre seinem Andenken!

Otto Bruckner, Tibor Zenker,
für den Vorstand der Kommunistischen Initiative Österreich,
Wien, 13. Dezember 2011

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