Elfenbeinküste: Sarkozy muss schon wieder Menschenrechte schützen. Merkel würde gern, kann aber wieder nicht.
In einem Bitrag auf der Seite muslim-markt umreisst Brigitte Queck die Zusammenhänge des Bürgerkriegs, in den die französische Armee mittlerweile aktiv auf der Seite Quattaras eingreift. Frankreich, die USA und Deutschland haben Interessen in Cote d`Ivoire - keine gemeinsamen, sondern jeder für sich. Die deutschen Demokraten reagieren ein wenig säuerlich auf das Eingreifen Frankreichs, dem sie noch nichts Ebenbürtiges entgegenzusetzen haben. (Entsprechend missgünstig fällt ein Artikel im SPIEGEL aus: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,755443,00.html )
Hier der Text von Brigitte Queck:
Von Brigitte Queck am 04. April 2011 14:58:56:
| Was geht in Cote d’Ivoire vor sich ? Nach den jüngsten Präsidentschaftswahlen hatten sowohl der Amtsinhaber Laurent Gbagbo als auch Oppositionschef Ouattara den Sieg beansprucht und sich bereits vereidigen lassen. Die westlichen Industriestaaten bestehen auf einem Rückzug Gbagbos, der durch antikoloniale Stimmungen in der Bevölkerung bauen kann und deswegen in der EU und den USA als unzuverlässiger Partner eingestuft wird. Ouattara hingegen ist als ehemaliger IWF-Vizedirektor selbstverständlich ein Präsidentschaftskandidat des Westens ! Dabei wurden unter Ghabo auch schon politische Vorkehrungen getroffen, die dem Westen entgegen kamen. So schloss Ende 2008 Côte d'Ivoire als erstes Land Afrikas ein Interimsabkommen mit der EU, das den inländischen Markt für auswärtige Importe öffnete und vier Fünftel der Einfuhren aus der EU begünstigte. Der im Land benutzte westafrikanische CFA-Franc ist dabei mit festem Wechselkurs an den Euro gebunden. Seit 2005 wird in Cote d’Ivoire auch Erdöl gefördert. So haben im Oktober 2010 die französische Total und Yam's Petroleum LLC einen Vertrag über die Ausbeutung eines Ölfeldes geschlossen, in dem bis zu 1,5 Milliarden Barrel Öl vermutet werden. Ouattara der seine Bereitschaft, die Interessen der Industriestaaten zu bedienen, während seiner Tätigkeit beim IWF ausführlich unter Beweis gestellt hatte, ist deshalb der dem Westen genehmere Präsident. Insbesondere verfügt er über beste Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Frankreich, die nach wie vor mit 40 Prozent den größten Anteil des ausländischen Kapitals in Côte d'Ivoire stellt. Trotz aller Unklarheiten über den wirklichen Wahlausgang in Côte d'Ivoire hat die deutsche Regierung ebensowenig wie die EU und die UNO gezögert, Ouattara als Wahlsieger anzuerkennen. Der Leiter der Außenstelle der Friedrich-Ebert-Stiftung, Jens Hettmann in Côte d'Ivoire, erklärte mittlerweile die vorbehaltlose Anerkennung Ouattaras durch die UNO für "schwer nachvollziehbar". Die westlichen Industriestaaten bestehen ihrerseits auf einem Rückzug Gbagbos. Gerade am Beispiel von Cote d’Ivoire zeigt sich, wie wenig Demokratie der Westen in den Entwicklungsländern zulässt. Nämlich gar keine, wenn es ihren Interessen widerspricht !! So haben die westlichen Staaten Sanktionen gegen Gbagbo angeordnet, obwohl der Wahlsieg Alassane Quattaras aus den oben genannten Gründen mehr als zweifelhaft ist. Seit dem Ende des Bürgerkrieges im Jahre 2007 ist das Land Der wirtschaftlich stärkere Süden wird dagegen von Gbagbo kontrolliiert.
Brigitte Queck und Dr. Falkenhagen 4.4. 2011 |