Europäische Linkspartei - die Hoffnung der Linken ?
Wenn die EL die Hoffnung der Linken in Westeuropa sein sollte, steht es schlecht um sie. Wie weit die Anpassung an die herrschende Politik schon gediehen ist, zeigt das Verhalten der EL-Fraktion im EU-Parlament zu der Libyen-Resolution, die von allen bürgerlichen Parteien eingebracht wurde. Gegen diese haben von den 34 EL-Parlamentariern nur 14 gestimmt. 11 waren dafür. Was die übrigen 9 gemacht haben, habe ich noch nirgends lesen können. Von der deutschen Linkspartei, die eine der führenden Parteien in der EL ist, hat Lothar Bisky für die Resolution gestimmt.
Auf eine Linke, deren parlamentarische Vertreter auf EU-Ebene sogar in der Frage von Krieg und Frieden zu einem bedeutenden Teil mit den bürgerlichen und sozialdemokratischen Kriegstreibern übereinstimmen, ist kein Verlass. Eine solche Patchwork-Linke brauchen wir nicht. Olivgrüne Grüne und Leute, die sich Sozialisten nennen, aber der rechten Sozialdemokratie nachlaufen, brauchen wir nicht. Die portugiesische und griechische und die übrigen kommunistischen Parteien, die sich an diesem "Porjekt" nicht beteiligen, haben recht. Was wir brauchen, ist die solidarische Zusammenarbeit derjenigen, die ohne Wenn und Aber und faule "Kompromisse" den Interessen der Arbeiterklasse verpflichtet sind. Eine erneuerte Sozialdemokratie, in der kleinbürgerliche Karrieristen vielfach den Ton angeben, ist nicht die Zukunft, sondern der vergebliche Versuch der Wiederbelebung einer Leiche. Das hält bloss auf. Damit werden Energien vergeudet, die nützlicher eingesetzt werden können.
Die ehrlichen Sozialisten und Kommunisten auch in der deutschen Linkspartei haben gegen Bisky und Konsorten klar Stellung bezogen. Das ist ehrenwert. Aber wenn es dabei bleibt, nützt es nicht viel. Das wird die intriganten Manöver nicht beenden, mit denen die Linkspartei allmählich, Schritt für Schritt, Halbheit für Halbheit, immer hinter dem Rücken der Masse der Parteimitglieder und Anhänger, nie offen die sozialdemokratische Farbe bekennend in den Sumpf des bürgerlichen Politikbetriebs gezogen wird. In diesem Sumpf machen sich mit der Zeit auch ehrliche Leute schmutzig.
Wenn die Karrieristen und Ankommer nicht wirklich aus ihren Positionen in der Partei verdrängt werden, wenn die Trennungen, die der Schwere der Differenzen wegen fällig sind, nicht wirklich vollzogen werden - vielleicht schon nicht mehr vollzogen werden können ? - bleibt aller Protest gegen die Biskys folgenloses Wort und Papier. Sowas schütteln diese Leute ab wie ein nass gewordener Hund - und warten auf die nächste Gelegenheit, die Partei in den Windschatten der SPD zu bringen. Warten macht diese Leute stärker und stösst immer mehr Aktivistinnen und Aktivisten und Anhänger ab, die mit Sorge verfolgen, dass die Linkspartei womöglich den selben Weg geht, den die Grünen schon gegangen sind. Wie eine Partei am Ziel dieses Weges aussieht, kann man am Beispiel der Grünen besichtigen.
Die Vorgänge um die Libyen-Resolution schildert RedGlobe so:
| Linke gespalten: Bisky stimmt Flugverbotszone über Libyen zu | | Drucken | |
| Libyen |
| Freitag, den 11. März 2011 um 00:12 Uhr |
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Das EU-Parlament hat sich am Donnerstag mit großer Mehrheit für die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen ausgesprochen. Wie die Tageszeitung junge Welt berichtet, stimmten für die entsprechende Resolution auch elf Abgeordnete der 34 Köpfe zählenden Linksfraktion GUE/NGL, darunter der Fraktionsvorsitzende Lothar Bisky als einziger deutscher Vertreter der Gruppe. 14 linke Abgeordnete stimmten dagegen. Bisky hatte den Resolutionsantrag, der von allen anderen Fraktionen getragen wurde, zusammen mit zwei weiteren GUE/NGL-Mitgliedern als Einzelperson in das Plenum mit eingebracht. Das Papier enthält auch die Forderung, »Beziehungen zum vorläufigen Nationalen Übergangsrat« in Libyen aufzunehmen.