Griechenland: Die FAZ kann hellsehen.
In diesem Beitrag hatte ich auf einen FAZ-Artikel über Griechenland verwiesen, der mit einem seltsamen Foto garniert war. Seltsam war das Foto deswegen, weil es weder mit dem Text des Artikels korrespondierte, noch sich aktuell in Griechenland etwas zugetragen hatte, an dem Polizisten in Bürgerkriegsausrüstung beteiligt waren. Hier der Beitrag: http://kritische-massen.over-blog.de/article-griechenland-ein-dezenter-hinweis-der-faz-76458381.html , Das war am 12. Juni. Heute nun gehen solche Fotos durch die Medien, und zwar aktuelle von gestern, 15. Juni 2011, aus Athen:
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| Der mittlere Einsatzpolizist steckte sich vor den Augen anwesender Fotografen Steine in die Tasche. Wenig später flogen diese in Richtung friedlicher Demonstranten Bild: W. Aswestopoulos ( http://www.heise.de/tp/artikel/34/34948/1.html )
Die FAZ muss hellsehen können. Welche Erklärung sollte es denn sonst für diese frappierende Ähnlichkeit geben ?
Naja, hellsehen ist nichts Besonderes. Ich kann das zum Beispiel auch: "Aber es liegt auf der Hand, dass es für den Fall, dass die bürgerliche Demokratie für diese Beherrschbarkeit nicht mehr hinreicht, ein Plan B existiert: der "Ausstieg" aus eben dieser Demokratie. Die Panzer. Ein "Notstands"-Regime. - Es ist wohl das, worauf die FAZ dezent hinweist. " ... habe ich im oben verlinkten Beitrag geschrieben, auch drei Tage im voraus.
Wenn man FAZ-Schreiberling ist, hat man Einblick in Herrschaftstaktiken und womöglich sogar die konkreten Pläne, zum Beispiel den Plan B für Griechenland (und Portugal und Spanien und ...). Wenn man von unten schreibt, braucht man bloss Eins und Eins, sprich Kapitalismus und Gewalt, zusammenzählen und sich an die geschichtlichen Erfahrungen halten.
In Griechenland steht es, was die Realisierung des Planes B angeht, im Moment so: Papandreou war ungefähr drei Stunden lang entschlossen, als Ministerpräsident zurückzutreten, währenddessen die PASOK-Sozialdemokraten mit der Neo Demokratia hinter verschlossenen Türen über eine "grosse Koalition" verhandelten, gemäss der Weisung von IWF und EZB (wie gut, dass es die gibt: Die Deutsche Bundesbank braucht das nicht direkt zu machen und die deutsche Kanzlerin hat damit schon gleich gar nichts zu tun.), "die Opposition ins Boot zu holen".
Eine solche "grosse Koalition" wäre eine Notstandsregierung, die noch im Rahmen der bürgerlich-parlamentarischen Demokratie bleibt. Sie würde, wenn sie zustande kommen sollte, nichts anderes machen können als die PASOK-Regierung gemacht hat, wenn es bei dem politischen Kurs der Beraubung des Volkes, des Ausverkaufs des Landes und dessen Verwandlung in eine Quasi-Kolonie geht.(Nein, die deutsche Kanzlerin hat damit überhaupt nichts zu tun.) Und dafür stehen sowohl PASOK als auch ND.
Gar nichts hört man von Verhandlungen mit der faschistischen LAOS. Für die Parlamentsspielchen braucht man sie auch nicht. Aber man wird sie schon noch brauchen, wenn die Rochaden im Rahmen des Demokratiebetriebs ausgereizt sind. Wenn die Panzer kommen, ist es gut, eine Bande zu haben, die den Pöbel organisiert und die Pogromstimmung inszeniert, die den Putsch "unausweichlich" macht. ( http://kritische-massen.over-blog.de/article-rechtsgefahr-in-griechenland-73892887.html )
Die FAZ hat gestern das Kunststück fertiggebracht, über den Generalstreik und die Massenkundgebungen zu berichten, ohne ein einziges Mal die griechische KP und ihre Massenorganisationen zu erwähnen. Überhaupt gab es für die Mainstream-Medien fast nur die Kundgebung vor dem Parlament, an der nach Polizeiangaben 20 000 Menschen, nach Angaben der Veranstalter 40 000 teilnahmen. Die kleinbürgerliche "Bewegung des Syntagma-Platzes" bringt durchaus eine Menge Leute auf die Beine, ist aber eher eine Randerscheinung, die von der Propaganda jetzt, zur Ablenkung, als DIE Protestbewegung gehandelt wird. Währenddessen demonstrierten in ganz Griechenland Hunderttausende, wenn nicht Millionen, organisiert von den Gewerkschaften und vor allem ihrer kommunistischen Strömung PAME und der KP. (1) Sie waren kaum einer Erwähnung wert und wenn, vermied man nach Möglichkeit, über die politische Ausrichtung zu informieren.
DAS ist aber die wirkliche Opposition in Griechenland. Die westlichen Mainstream-Konsumenten brauchen das nicht zu erfahren. Sie könnten womöglich auf dumme Gedanken kommen, oder gar auf kluge. Die Herrschaften selbst wissen aber genau, wo der Strom fliesst und suchen gerade deshalb, ihn in einen toten Nebenarm zu lenken.
Für die Masse der griechischen Bevölkerung gibt es nur eine Möglichkeit, die Panzer in den Kasernen zu halten. Sie muss sich politisch so stark machen, dass Putsch nicht geht. Er geht dann nicht, wenn die Kalkulation aufgemacht werden muss, dass ein Notstandsregime so viel Widerstand hervorrufen würde, dass das Land erst recht unregierbar wird.
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(1) "In Athens PAME (All-workers Militant Front) held a massive strike demonstration in the centre of the city which was impressive both in terms of participation and militancy and much bigger than the rallies of the compromised leaderships of the Confederation of the Trade Unions in the private and public sector (GSEE and ADEDY) as well as of the so-called “indignant citizens“. Similarly, massive demonstrations were held by PAME in 67 cities throughout the country. It is characteristic that when the march in Athens arrived at Syntagma Square the last protesters were still at the starting point of the march. The whole march was deployed in an organised and protected way thus preventing the activity of every kind of provocateurs and mechanisms of the bourgeoisie." http://inter.kke.gr/News/news2011/2011-06-16-info |
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