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INSM: Huetchenspieler im Experten-Look

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Es gab wohl wieder eine Sendung von Anne Will, und was sie will, das sagt sie nicht. Leider auch nicht die Presse, die das vorgeblich kritisiert. Einmal mehr saß mit Oswald Metzger ein Botschafter der INSM in einer Talkshow. Genannt wird er aber “Politiker” oder “Ex-Grüner”, was nicht sein Job ist, wenn er dort die Trommel schlägt. Dort ist er Abgesandter des neoliberalen Propaganda-Panzers, der bei jedem relevanten Thema eine seiner Granaten schicken darf.

Bei einer Schnellrecherche in den drei großen Talkshows von Will, Illner und Plasberg habe ich allein im ersten Hlabjahr 2010 21 Besuche von Abgesandten der INSM oder ihr Nahestehenden gezählt. Über den “Konvent für Deutschland” und ähnliche Auslagerungen, in denen INSM-Mitglieder das Bild prägen, breitet sich ein Netz aus, das noch deutlich weiter reicht.

Von denjenigen, die ich identifizieren konnte, tummeln sich übrigens die meisten bei Will, während Illner, deren politische Einstellung m.E. eigentlich am besten zur Propaganda der INSM paßt, eher zurückhaltend ist mit ihren Einladungen. Es mag natürlich sein, daß einige Gäste dem Club assoziiert sind, ohne daß ich das weiß. Der fleißigste Talker ist übrigens Arnulf Baring, der dabei auch schon mal Amok läuft.

Das Perfide daran ist nicht nur, daß die Leute dort sitzen, ohne daß der Zuschauer in der Regel etwas davon erfährt. Die “Experten”, die dort häufig besprochen werden, gehören nämlich demselben Verein an. Raffelhüschen, Hüther und Straubhaar zum Beispiel sind Mitglieder der INSM, Hans-Werner Sinn beteiligte sich an Kampagnen der “Initiative” und wird von ihr regelmäßig zitiert.
Werden diese Wirtschaftsprofessoren – und andere “Experten” wie Hans Olaf Henkel, Dieter Hundt, Martin Kannegießer oder Roland Berger – also zitiert, sitzen die Kollegen im Studio und kommentieren das. So funktioniert in Deutschland politischer Journalismus.

Das kennen wir schon und haben uns beinahe daran gewöhnt. Auch daß es meist am nächsten Tag einen Aufguß der Show bei den Kollegen zu lesen gibt. Wenn aber eine durch nichts legitimierte Vereinigung, die es sich zum Ziel gemacht hat, ihre Ideologie zu verbreiten, derart überrepräsentiert ist, dann ist es die verdammte Pflicht der Journalisten, sie wenigstens beim Namen zu nennen. Oder wäre so viel “Aufklärung” schon zu brutal für den Zuschauer und Leser? Gehört das auch zu dem, was er “nicht erfahren muß” ?

Das sind die Huetchenspieler :

Prof. Dr. Hans-Wolfgang Arndt

Prof. Dr. Hans-Wolfgang Arndt

Rektor der Universität Mannheim weiter lesen Prof. Dr. Hans-Wolfgang Arndt

Dr. Hans D. Barbier

Dr. Hans D. Barbier

Wirtschaftspublizist, Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung, Bonn weiter lesen Dr. Hans D. Barbier

Prof. Dr. Arnulf Baring

Prof. Dr. Arnulf Baring

Politikwissenschaftler, Historiker und Publizist weiter lesen Prof. Dr. Arnulf Baring

Prof. Roland Berger

Prof. Roland Berger

Internationaler Unternehmensberater weiter lesen Prof. Roland Berger

Univ.-Prof. Dr. habil. Christoph Burmann

Univ.-Prof. Dr. habil. Christoph Burmann

Lehrstuhlinhaber des Stiftungslehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Innovatives Markenmanagement, an der Universität Bremen weiter lesen Univ.-Prof. Dr. habil. Christoph Burmann

Prof. Dr. Juergen B. Donges

Prof. Dr. Juergen B. Donges

Professor für Wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität zu Köln und Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik. weiter lesen Prof. Dr. Juergen B. Donges

Dominique Döttling

Dominique Döttling

Geschäftsführende Gesellschafterin Döttling & Partner Beratungsgesellschaft mbH, Uhingen weiter lesen Dominique Döttling

Professor Dr. Johann Eekhoff

Professor Dr. Johann Eekhoff

Staatssekretär a.D., Wirtschaftspolitisches Seminar der Universität zu Köln weiter lesen Professor Dr. Johann Eekhoff

Dr. habil. Lüder Gerken

Dr. habil. Lüder Gerken

Vorstand der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung weiter lesen Dr. habil. Lüder Gerken

Prof. Dr. Michael Hüther

Prof. Dr. Michael Hüther

Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln weiter lesen Prof. Dr. Michael Hüther

Martin Kannegiesser

Martin Kannegiesser

Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall weiter lesen Martin Kannegiesser

Dr. Eberhard von Koerber

Dr. Eberhard von Koerber

Präsident des Verwaltungsrates der Eberhard von Koerber AG, Zürich; Co-Präsident des Club of Rome weiter lesen Dr. Eberhard von Koerber

Dr. Arend Oetker

Dr. Arend Oetker

Unternehmer, Präsident des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft, Vizepräsident des BDI weiter lesen Dr. Arend Oetker

Professor Dr. Rolf Peffekoven

Professor Dr. Rolf Peffekoven

Direktor des Instituts für Finanzwissenschaft Johannes Gutenberg-Universität Mainz weiter lesen Professor Dr. Rolf Peffekoven

Arndt Rautenberg

Arndt Rautenberg

Partner und Geschäftsführer der Strategieberatung OC&C GmbH weiter lesen Arndt Rautenberg

Randolf Rodenstock

Randolf Rodenstock

Vorsitzender des Aufsichtsrats der Rodenstock GmbH weiter lesen Randolf Rodenstock

Dr. Nikolaus Schweickart

Dr. Nikolaus Schweickart

Vorsitzender der ALTANA Kulturstiftung weiter lesen Dr. Nikolaus Schweickart

Prof. Dr. h. c. Lothar Späth

Prof. Dr. h. c. Lothar Späth

Vorsitzender des Aufsichtsrats der JENOPTIK AG weiter lesen Prof. Dr. h. c. Lothar Späth

Erwin Staudt

Erwin Staudt

Präsident des VfB Stuttgart weiter lesen Erwin Staudt

Prof. Dr. Ulrich van Suntum

Prof. Dr. Ulrich van Suntum

Geschäftsführender Direktor des Centrums für angewandte Wirtschaftsforschung Münster (CAWM), Universität Münster weiter lesen Prof. Dr. Ulrich van Suntum

Prof. Dr. Hans Tietmeyer

Prof. Dr. Hans Tietmeyer

Vorsitzender des Kuratoriums und ehemaliger Präsident der Deutschen Bundesbank weiter lesen Prof. Dr. Hans Tietmeyer

 

Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Oswald Metzger

Oswald Metzger

früherer Finanzexperte Bündnis 90/Die Grünen weiter lesen Oswald Metzger

Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

Lehrstuhl für Finanzwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Professor II an der Universität Bergen (Norwegen) weiter lesen Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

Univ.-Prof. Dr. Thomas Straubhaar

Univ.-Prof. Dr. Thomas Straubhaar

Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) weiter lesen Univ.-Prof. Dr. Thomas Straubhaar

 

 

Die Huetchenspieler spielen auf Rechnung des Grosskapitals:

 

 Auf ihrer Internet-Seite schreibt die INSM selbst, fuer wen sie steht:

 

"Die Initiative wird von den Arbeitgeberverbaenden der Metall- und Elektroindustrie finanziert."

 

In deren Interesse arbeiten die Huetchenspieler. In dem Sinn sind sie wirklich Experten. Ziel der INSM:

 

"Sie will wichtige wirtschafts- und sozialpolitische Debatten substantiell kommunikativ beeinflusssen.

 

"Die Initiative nutzt alle Moeglichkeiten moderner Kommunikation, um ihre ordnungspolitischen Botschaften bei Entscheidern und in der Bevoelkerung zu verankern. Abhanegig vom jeweiligen Thema werden klassische Werbung, PR und Presseartbeit oder Online-Kommunikation miteinander kombiniert. Die Initiative kooperiert dabei mit angesehenen Medienpartnern."

 

 

Die Arbeitenden schroepfen, damit die Reichen noch reicher werden:

 

Wenn Huetchenspieler als Experten auftreten, liest sich das so:

 

"Der Staat sollte sich auf seine Kernkompetenzen beschraenken."

 

"Sozial ist, was Jobs schafft." ... "Alles, was im Sozial- und Arbeitsrecht die Schaffung neuer Arbeitsplaetze behindert, muss ueberprueft und ... korrigiert werden."

 

"Hilfe zur Selbsthilfe" ... "Ansprueche auf Rundumsicherung sind nicht mehr bezahlbar. Wer mehr Schutz will, muss zusaetzlich privat vorsorgen."

 

"... weiterer Ausbau flexibler Arbeitszeiten und Einbau flexibler Lohnkomponenten"

 

in der Bildung "mehr Wettbewerb".

 

 

Alles, was von dieser Seite kommt, laeuft darauf hinaus, dass Arbeit billiger und effizienter werden soll - schlechtere Loehne und Gehaelter und dafuer mehr und intensiver arbeiten. Das ist der Kern der Botschaft, mit der das Publikum rund um die Uhr mittels der Medien-Lausprecher beschallt wird. Diejenigen, die alle Werte schaffen, sollen sich als Kostenfaktor verstehen. Diejenigen, die keine Arbeit haben, weil die Privatwirtschaft unfaehig ist, das vorhandene Arbeitspotential zu nutzen, sollen meinen, es handele sich um ihre eigene Unfaehigkeit.

 

Man muss den Huetchenspielern ihre Huetchen wegnehmen. Wer auf sie hereinfaellt, verliert immer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht in Vom Besten im Westen

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