Kleine Hundekunde
"Sarkozy dreht durch" giftet die Frankfurter Rundschau. Der Grund: Das Männchen mit den hohen Schuhabsätzen will auf dem EU-Gipfel vorschlagen, Libyen im Alleingang zu bomben. Um den Geisteszustand der Frankfurter Rundschau steht es durchaus nicht viel weniger bedenklich. Im gleichen Artikel steht nämlich, es sei ja wahr, dass die EU gegen Gaddafi zu zögerlich sei.
Was macht Sarkozy also falsch, nach Ansicht des "liberalen" Blatts ? Alleingang. Nicht bei der deutschen Regierung angefragt. Und vorher schon mit den Briten in Sachen Libyen geschmust. Marianne geht fremd.
Sie balgen sich wie hungrige Hunde um die Beute, die noch gar nicht gerissen ist. Das deutsche EU-Alpha-Tier gibt sich gravitätisch: Sarkozy übereile sich, man wisse nicht was man anerkenne, wenn man jetzt den libyschen "Nationalrat" anerkenne, überhaupt, belehrt der seriöse Aussenpolitiker Westerwelle den gallischen Dackel, könne man nach dem Völkerrecht gar keine Regierungen anerkennen, sondern bloss Staaten. Das hat ihm nämlich der zuständige Abteilungsleiter zugeflüstert, oder die FAZ.
Wer kriegt denn nun das libysche Öl und den dominierenden Einfluss auf noch ein unterworfenes Land ?
"Die EU" jedenfalls nicht. Die versinkt pünklich zum Gipfel im Chaos, meldet die FR. Die "westliche Wertegemeinschaft" auch nicht. Werte gehören schliesslich immer irgendjemandem, und da hört es sich mit der Gemeinschaft auf. Das europäische Alpha-Vieh hat für sowas den Arsch immer noch zu weit unten, der kläffende Dackel auch dann, wenn er sich mit dem britischen Pudel zusammentut. Da ist noch ein anderes Alpha-Tier von anderem Kaliber. "Yes, you can", knurrt es vielleicht dem Pudel zu, dem bewährten Auftragsbeisser. Warum nicht ? Wenn diese Möchtergerns im eurasischen Wurmfortsatz sich die Pfoten verbrennen wollen, bitte sehr.
Man wird dann schon sehen, wer die erlegte Beute frisst, wenn es gut geht. Das weltoberste Leitvieh als Schiedsrichter ausgerechnet im arabischen Raum, in dem es verhasst ist wie kein anderes. - Das könnte eine Gelegenheit sein, davon ein wenig auf die subalternen Mitbeisser abzulenken und am Ende trotzdem der Hauptprofiteur zu sein. So schlau ist der deutsche Schäferhund auch. Man fletscht die Zähne, aber nicht drohender als andere. Man geheimdiplomatet, was geht. Man umgarnt, was man fressen will.
Und da kommt dieser französische Kläffer und verdirbt das vielbödige umsichtige Spiel, bloss, weil er daheim ausgespielt hat und das Gegeifer gegen Minderheiten hauptsächlich LePen zum Vorteil ausgeschlägt und er jetzt einen zusätzlichen, einen äusseren Feind braucht, um den eigenen Haufen im eigenen Land wieder hinter sich zu scharen. Sowas würde eine Merkel oder Westerwelle nie machen. Jedenfalls nicht, so lange die Hetze gegen Hartz IV-Bedürftige und intregrationsproblematische Muslime ihren Zweck erfüllt.
Leuten, die mit Hunden Erfahrung haben, ist bekannt, dass man sie im Notfall auf die Nase hauen muss. Wenn man nicht ordentlich trifft, wird man gebissen. Die letzten werden bekanntlich als erste gebissen. Wie wärs, Hartz IV-Bezieher, Arbeitslose, Leute in den unterbezahlten Drecksjobs, bei der Zeitarbeitsfirma, um den Arbeitsplatz zitternde "Stammarbeiter". Beissen lassen oder auf die Nase hauen, gut gezielt ? Das wäre für die Libyer, übrigens egal ob aufständisch oder nicht, auch eine Hilfe - und zwar eine, die im Gegensatz zu dem, was sonst unter diesem Titel läuft, mit Recht humanitäre Hilfe genannt werden könnte.