Linkspartei: Ist schon 1914 ?
Bisher nannte Die Linke die Forderung nach einer militärischen Intervention »Kriegstreiberei« (Foto: Lothar Bisky 2006) Foto: AP |
Wenn diese Meldung stimmt - was bedeutet das ? Was folgt daraus, wenn ein herausragender Vertreter der deutschen Linkspartei wie Bisky sich gegen die Positionen seiner eigenen Partei wendet und zusammen mit den Sozialdemokraten und der Rechten für einen Überfall auf Libyen - denn um nichts anderes handelt es sich, ungeachtet der vorgeschobenen Menschenrechtsheuchelei - stimmt ?
Wird Bisky veranlasst werden, seinen Sitz im EU-Parlament aufzugeben oder wenigstens erklärt werden, dass er dort nicht mehr als Vertreter der deutschen Linkspartei sein Mandat wahrnimmt ? Wird er wegen Kriegstreiberei aus der Partei ausgeschlossen werden ? Wird man ihm nahelegen, endlich in die SPD einzutreten ? Das wäre in jedem Fall zwingend, egal wie Bisky letzten Endes abstimmt. Denn er hat damit offengelegt, wo er mit der Linkspartei hin will.
Für jeden, der die Entwicklung der Linkspartei verfolgt, ist zu spüren, dass die friedenspolitische Position der Linkspartei nicht unumstritten ist, dass es Mandatare und Funktionäre gibt, die diese aufweichen wollen, um sie letzten Endes zu überwinden und mit dem der übrigen Bundestagsparteien kompatibel zu machen. Es geht ums "Ankommen", um die "Regierungsfähigkeit". Als Rammbock dient in Sachen Friedenspolitik, die Diskussion darauf zu lenken, ob man nicht vielleicht doch, wenn es ein UN-Mandat gibt ... - eine hinterfotzige Diskussion ! Was für Schweinereien sind nicht schon mit UN-Mandaten abgesegnet worden ?! Erinnert sich, nur zum Beispiel, noch jemand an den Korea-Krieg, in dem die USA mit einem Mandat der UNO ein ganzes Land buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht haben ?
Aus der Linkspartei und anderen Mitgliedsparteien der Europäischen Linkspartei und von den kommunistischen Parteien, die eine Mitgliedschaft in der ELP ablehnen, gibt es klare Worte zu Libyen. In junge welt steht dazu:
"Sabine Lösing (Die Linke, Deutschland) bezeichnete die Unterstützung einer Flugverbotszone als »Autorisierung von Krieg«, der »als Angriffskrieg betrachtet werden« sollte. Willy Meyer (Izquierda Unida, Spanien) warnte in einem Brief an Bisky, Portas und die Länderdelegationen in der Fraktion, die GUE/NGL könne »diese rote Linie nicht überschreiten«. Er verwies auf die Äußerung von US-Verteidigungsminister Robert Gates, wonach »eine Flugverbotszone mit einer Attacke zur Zerstörung der libyschen Luftabwehr beginnt«, d. h. mit einer militärischen Intervention. Die Resolution demonstriere erneut die doppelten Standards in bezug auf humanitäre Krisen oder kriminelle Handlungen von Staaten, mit denen die Gemeinschaft Assoziationsabkommen habe. So habe die »Aggression Israels gegen Libanon oder das Massaker an der Zivilbevölkerung in Gaza die internationale Gemeinschaft nicht veranlaßt, eine Flugverbotszone in Israel einzurichten«. Die beiden Abgeordneten der Griechischen Kommunistischen Partei KKE, Georgios Toussas und Charalampos Angourakis, sowie die Abgeordneten der Portugiesischen Kommunistischen Partei kündigten ihr Nein zu der Resolution an."
Aber damit ist es nicht getan. Wenn Biskys Verhalten keine Konsequenzen hat, stellt es einen weiteren Schritt dar, die Linkspartei von ihrem Antikriegs-Kurs abzubringen. Langsames Rutschen führt auch in den Dreck. Es dauert bloss länger bis man drin liegt
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