Linkspartei: Ist schon 1914 ?

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Bisher nannte Die Linke die Forderung nach einer militärisc
Bisher nannte Die Linke die Forderung nach einer militärischen Intervention »Kriegstreiberei« (Foto: Lothar Bisky 2006)
Am heutigen Donnerstag stimmt das Europaparlament im französischen Strasbourg über einen »Gemeinsamen Resolutionsantrag« aller Fraktionen mit Ausnahme der föderalen Fraktion Vereinte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL) zur »Südlichen Nachbarschaft und speziell Libyen« ab. Das Papier unterstützt unter anderem die mögliche Entscheidung des UN-Sicherheitsrats über eine Flugverbotszone in Libyen. Allerdings wird der Antrag vom deutschen GUE/NGL-Fraktionsvorsitzenden Lothar Bisky (Die Linke) und den Mitgliedern der Parlamentariergruppe Miguel Portas (Bloco de Esquerda, Portugal) und Marie-Christine Vergiat (Front de Gauche, Frankreich) befürwortet."

 

Wenn diese Meldung stimmt - was bedeutet das ? Was folgt daraus, wenn ein herausragender Vertreter der deutschen Linkspartei wie Bisky sich gegen die Positionen seiner eigenen Partei wendet und zusammen mit den Sozialdemokraten und der Rechten für einen Überfall auf Libyen - denn um nichts anderes handelt es sich, ungeachtet der vorgeschobenen Menschenrechtsheuchelei - stimmt ?

 

Wird Bisky veranlasst werden, seinen Sitz im EU-Parlament aufzugeben oder wenigstens erklärt werden, dass er dort nicht mehr als Vertreter der deutschen Linkspartei sein Mandat wahrnimmt ? Wird er wegen Kriegstreiberei aus der Partei ausgeschlossen werden ? Wird man ihm nahelegen, endlich in die SPD einzutreten ? Das wäre in jedem Fall zwingend, egal wie Bisky letzten Endes abstimmt. Denn er hat damit offengelegt, wo er mit der Linkspartei hin will.

 

Für jeden, der die Entwicklung der Linkspartei verfolgt, ist zu spüren, dass die friedenspolitische Position der Linkspartei nicht unumstritten ist, dass es Mandatare und Funktionäre gibt, die diese aufweichen wollen, um sie letzten Endes zu überwinden und mit dem der übrigen Bundestagsparteien kompatibel zu machen. Es geht ums "Ankommen", um die "Regierungsfähigkeit". Als Rammbock dient in Sachen Friedenspolitik, die Diskussion darauf zu lenken, ob man nicht vielleicht doch, wenn es ein UN-Mandat gibt ...  - eine hinterfotzige Diskussion ! Was für Schweinereien sind nicht schon mit UN-Mandaten abgesegnet worden ?! Erinnert sich, nur zum Beispiel, noch jemand an den Korea-Krieg, in dem die USA mit einem Mandat der UNO ein ganzes Land buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht haben ?

 

Aus der Linkspartei und anderen Mitgliedsparteien der Europäischen Linkspartei und von den kommunistischen Parteien, die eine Mitgliedschaft in der ELP ablehnen, gibt es klare Worte zu Libyen. In junge welt steht dazu:

 

"Sabine Lösing (Die Linke, Deutschland) bezeichnete die Unterstützung einer Flugverbotszone als »Autorisierung von Krieg«, der »als Angriffskrieg betrachtet werden« sollte. Willy Meyer (Izquierda Unida, Spanien) warnte in einem Brief an Bisky, Portas und die Länderdelegationen in der Fraktion, die GUE/NGL könne »diese rote Linie nicht überschreiten«. Er verwies auf die Äußerung von US-Verteidigungsminister Robert Gates, wonach »eine Flugverbotszone mit einer Attacke zur Zerstörung der libyschen Luftabwehr beginnt«, d. h. mit einer militärischen Intervention. Die Resolution demonstriere erneut die doppelten Standards in bezug auf humanitäre Krisen oder kriminelle Handlungen von Staaten, mit denen die Gemeinschaft Assoziationsabkommen habe. So habe die »Aggression Israels gegen Libanon oder das Massaker an der Zivilbevölkerung in Gaza die internationale Gemeinschaft nicht veranlaßt, eine Flugverbotszone in Israel einzurichten«. Die beiden Abgeordneten der Griechischen Kommunistischen Partei KKE, Georgios Toussas und Charalampos Angourakis, sowie die Abgeordneten der Portugiesischen Kommunistischen Partei kündigten ihr Nein zu der Resolution an."

Aber damit ist es nicht getan. Wenn Biskys Verhalten keine Konsequenzen hat, stellt es einen weiteren Schritt dar, die Linkspartei von ihrem Antikriegs-Kurs abzubringen. Langsames Rutschen führt auch in den Dreck. Es dauert bloss länger bis man drin liegt

 

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A
<br /> <br /> An dem Tag, an dem die Linke "regierungsfähig" ist, kann man sie getrost in die Tonne treten <br /> <br /> <br /> Ich hoffe ein Teil der Linken wird sich eines Tages in der DKP finden...?!<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Ja, das wär mich auch recht.<br /> <br /> <br /> <br />
M
<br /> <br /> 1914 wird es zum Glück nie wieder - aber das "wer hat uns verraten...?" ist immer wieder aktuell. Erst wurde "SPD" durch "die Grünen" ersetzt - und 2014 rückt auch immer näher. Die Linke wird<br /> inszwischen leider ziemlich grün. Und damit ebensowenig Alternative wie die einstmals "Alternativen". Schrecklich, wo ich doch dieses "Alternativlos-Gerede" so hasse. Aber man hat nun wirklich<br /> keine Wahl mehr. <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> "Aber man hat nun wirklich keine Wahl mehr." - Dochdoch. Ums Wählen gehts allerdings weniger.<br /> <br /> <br /> 2014 - stimmt, hab ich gar nicht daran gedacht, aber bis dahin könnte die Linkspartei reif sein für die "Rgeirungsfähigkeit".<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Gute Frage!<br /> <br /> <br /> Ich wähle sowieso nur "Splitterparteien" (bin ein klassischer "Überzeugungstäter") - folglich kann mir das "Gebaren" der Linkspartei egal sein.<br /> <br /> <br /> Leid tut es mir allerdings für diejenigen unter uns, die in dieses Partei Hoffnungen investiert haben.<br /> <br /> <br /> Letztendlich wird sich die Linke (in ein paar Jahren?) spalten - ein Teil der Mitglieder tritt dann zu einer "geläuterten" SPD (haha) über, und der Rest wird sich im ungünstigsten Fall<br /> "verlaufen". Wäre man optimistisch, dann könnte man hoffen, daß die DKP einen kleinen "Aufschwung" hätte - oder es bildet sich eine neue Partei heraus.<br /> <br /> <br />  <br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Was bevorsteht, ist "klassisch". Linkssozialdemokratische Parteien haben sich bisher immer und überall zerlegt. Die Frage ist, wer und wie viele wohin gehen. Auch unter dem Gesichtspunkt ist es<br /> jetzt wichtig, dass der klägliche Zustand der Linken links von der Linkspartei gebessert wird. Wenn kein einigermassen brauchbarer Pool, am besten eine stärkere und geeintere kommunistische<br /> Partei, gemacht wird, wird es vielleicht so kommen, dass sich die meisten Leute verlaufen. Ein paar Jahre ist noch Zeit.<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> Da die Linke garantiert keine Konsequenzen aus Herrn Biskys Verhalten zieht, demonstriert sie nur ein weiteres Mal ihren Weg zur "Sozialdemokratie 2.0"!<br /> <br /> <br /> Für mich ist die Linkspartei keine "politische Alternative" mehr - im besten Fall ist sie eine Art "kleineres Übel"...<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Sehe ich auch so. Die nächste Frage ist: Was dann ?<br /> <br /> <br /> <br />
F
<br /> <br /> Stimme völlig zu. Vergleiche meinen Gastbeitrag bei www.trueten.de. Am erschütterndsten an dem Ganzen ist die völlige Gleichgültigkeit bei einem solchen Bruch aller Versprechen bei der Wahl.<br /> Bisky muss ausgestoßen werden! Müsste- wenn nicht auch die LINKE schon so viel in "Ankunft" investiert hätte. Er wird salbungsvoll sabbern beim nächsten LINKEN-Parteitag...<br /> <br /> <br /> <br />
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S
<br /> <br /> Den Beitrag bei Trueten habe ich jetzt gelesen. Auch einverstanden. Leider muss man davon ausgehen, dass Bisky so oder so mit seiner Verräterei davonkommen wird. Die Linkspartei hat als solche<br /> nicht mehr viel Substanz, falls sie jemals viel hatte. Schade um die Plackerei der ehrlichen Linken für diese Partei. Die ASnstrengungen könnten für Nützlicheres verwendet werden.<br /> <br /> <br /> <br />