Libyen: Heute angeblich Ende des US-Bombardements.

Veröffentlicht auf von Sepp Aigner

Die USA wollen angeblich ab morgen, Samstag, 2. April, die Bombardements in Libyen beenden ( http://www.aporrea.org/tiburon/n178104.html ). Die übrigen Aggressoren-Staaten, Frankreich, Grossbritannien und andere, sollen demnach allein gegen Libyen vorgehen, die USA nur noch "Unterstützung" leisten. Schon bei den Verhandlungen der NATO-Staaten über die Frage, wer den Krieg führen solle, machten die USA den Eindruck, die "Verantwortung" auf die NATO abwälzen zu wollen.

 

Das Manöver ist schwer zu durchschauen. Führende Politiker in den USA nennen Obamas Schwenk "seltsam", "problematisch", "unstimmig".

 

Begleitumstände:

 

Die "Aufständischen", die wohl eher von den westlichen Geheimdiensten und libyschen Exilpolitikern genasführte menschliche Schutzschilde einer Geheimdienstoperation sind, denn eine eigenständige politische Bewegung libyscher Bürger, halten den Regierungstruppen offenbar nicht stand. Ihr vorübergehender Vormarsch nach Beginn der offenen ausländischen militärischen Einmischung wurde nach wenigen Tagen gestoppt, strategisch wichtige Städte wie Brega wurden erneut von den Regierungstruppen genommen. Die Verlautbarungen der "Rebellen" hören sich an, als sei ihre Lage verzweifelt und als könnten allein die Interventen ihre vollständige Niederlage verhindern.

 

Gleichzeitig läuft eine, anscheinend britisch geführte, Propagandaaktion mit hochrangigen libyschen Politikern, die sich ins Ausland absetzen. Ziel ist offenbar, das Regime Gaddafis als in sich zerfallend darzustellen, vielleicht um damit eine tatsächliche Erosion des Machtapparats auszulösen. Die Operation ist praktisch eine Wiederholung der Botschafterrücktritte am Beginn der "Rebellion". Die Aktivierung dieser Schläfer hatte allerdings auch nicht zum Ziel geführt.

 

Mittlerweile wird, da das Überraschungsmoment nicht zum Sturz des Regimes geführt hat, die Sache wohl kaum mehr von hochrangigen politischen Rückversicherern entschieden, sondern vom Mass des Rückhalts, den die Regierung im Volk hat. Dieser Rückhalt scheint bedeutend zu sein. Immerhin konnte die Regierung anscheinend eine grosse Menge Waffen an die Bevölkerung ausgeben, ohne befürchten zu müssen, dass diese die Waffen gegen sie richten würden. Es gibt Berichte, dass die bewaffnete Volksmenge Einheiten der Aufständischen aus Städten verjagt hat.

 

Aus der Zentrale der Aufständischen in Bengasi gibt es angeblich eine Bereitschaftserklärung zu einem Waffenstillstand, der allerdings an Bedingungen geknüpft wird, die diese Bereitschaft im gleichen Atemzug widerrufen. - Verlangt wird praktisch eine Kapitulation der Regierung und die Opferung Gaddafis.

 

Gerade heute hat der deutsche Aussenminister ausgerechnet in Peking und ausgerechnet übereinstimmend mit der chinesischen Regierung eine friedliche Beilegung des Konflikts verlangt.

 

Soweit einige Begleitumstände. Erklären sie den angeblich bevorstehenden Rückzug der USA ?

 

Es ist unwahrscheinlich, dass monatelang ein Aufstand mit allen klassischen Mitteln der Destabilisierung eines Staates vorbereitet wurde, dann sogar die Militärmaschinerie zum Einsatz gebracht wird, und das Unternehmen dann unvermittelt abgebrochen und "Bündnispartnern" überlassen wird, die mit den eigenen Kräften schwerlich in der Lage sein dürften, es erfolgreich zu Ende zu führen. Ein solcher Erfolg ist augenscheinlich nur möglich mit einer Invasion zu Lande - es sei denn, hinter den Kulisssen laufen Verhandlungen über einen Kompromiss. Aber auch das ist kaum wahrscheinlich, weil infolge der vorhergehenden Verteufelung Gaddafis jede Lösung, die ihn an der Macht oder auch nur unbehelligt am Leben lässt, einer Niederlage der Aggressoren gleichkäme.

 

- Wie die USamerikanischen Obama-kritischen Politikaster sagen: "seltsam", "unstimmig". Die werden allerdings mehr wissen als wir, das vom Informationsüberfluss ratlos gemachte Publikum.

 

 

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Veröffentlicht in Afrika

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