Spanien: Ende der Geduld ?
Über die bedrückende, ja für viele verzweifelte Lage eines grossen Teils der spanischen Bevölkerung steht in diesem Blog ein Eintrag von Dezember 2010: http://kritische-massen.over-blog.de/article-spanien-ruckkehr-des-elends-63110340.html . Seitdem ist es nicht besser, sondern schlechter geworden. Die Geduld derer, die die kapitalistische Krise aushalten müssen, scheint jetzt zu Ende zu gehen.
| Aufstand der Jugend in Spanien | l |
| Spanien |
| Mittwoch, den 18. Mai 2011 um 22:41 Uhr |
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Tausende auf der Puerta del Sol in Madrid Die heutige Kundgebung auf der Puerta del Sol war für 20 Uhr angekündigt, doch schon lange vorher war der Platz gefüllt. Die aufgefahrene Polizei führte zwar Kontrollen durch, verhinderte jedoch nicht, dass die meist jungen Menschen auf den Platz strömten. Auf Transparenten und in Sprechchören forderten die Teilnehmer mehr Demokratie und kündigten an: »Wir gehen hier nicht weg« und »No Pasarán! Sie werden nicht durchkommen!« Auch aus Barcelona, Valencia, Zaragoza und Alicante werden heute wieder Kundgebungen gemeldet. Für Sonnabend sind in ganz Spanien wieder Großdemonstrationen angekündigt. Damit durchbrechen die Jugendlichen das offizielle Demonstrationsverbot am Tag vor den am Sonntag stattfindenden Kommunalwahlen.
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Quelle: http://www.redglobe.de/europa/spanien/4473-aufstand-der-jugend-in-spanien
Die sozialdemokratische Regierung unter Zapatero verhält sich gegenüber den Jugendprotesten so doppelzüngig wie gegenüber allen sozialen und demokratischen Regungen. Das Wort Demokratie geht den Herrschaften leicht von den Lippen. - Und im selben Augenblick setzen sie auf Repression und Gewalt, keineswegs zimperlicher als die spanische Rechte, bloss verlogener. Der von Franco-Zöglingen durchsetzte Justizapparat hat mit rechtsstaatlich abenteuerlichen Begründungen die Kundgebungen auf der Plaza del Sol in Madrid verboten, und die Sozenregierung hat die Polizei dreinschlagen lassen.Aber gestern Abend kamen so viele Jugendliche, dass die "Ordnungshüter" zurückstecken mussten. Der Versuch, die Kundgebung mit Gewalt zu unterdrücken, wäre eine Initialzündung gewesen, die ganz Spanien in Aufruhr gebracht hätte.
Die einzigen, die die Jugendproteste ehrlich und tatkräftig unterstützen, sind die Kommunisten und das Linksbündnis IU. Die PCE und der kommunistische Jugendverband fordern in einer Erklärung den Rücktritt der für Madrid zuständigen Regierungsbeauftragten, die für die brutalen Polizeieinsätze der letzten Tage verantwortlich ist. (http://www.pce.es/docpce/pl.php?id=4599 )
Am Wochenende sind Kommunalwahlen. Sie werden ein Gradmesser dafür sein, ob die Unzufriedenen auf die Scheinopposition der Rechten hereinfallen oder der linke Widerstand gegen die Abwälzung der Krise auf die Lohnabhängigen gestärkt wird.